Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Humannplatz

Humannplatz


Der Humannplatz im Frühling 2016; Foto: Christo Libuda – Lichtschwärmer
Der Humannplatz im Frühling 2016
Foto: Christo Libuda – Lichtschwärmer
Lageplan Humannplatz
Lageplan

Städtebauförderung - Logos

Städtebaulicher Denkmalschutz Berlin - Logo
 
Der Humannplatz war bereits von James Hobrecht im Bebauungsplan von 1862 vorgesehen worden (Platz E, Teilplan XII). Der Platz wurde ca. 1903 im Zuge des verstärkten Stadtausbaus realisiert. Bis auf eine leichte Verschiebung und Verkürzung aufgrund des Baus der Ringbahn entspricht die Lage des Platzes dem Hobrechtplan. Ursprünglich war der Platz vor allem als Sicherheitsbereich für den Brandschutz vorgesehen, er wurde jedoch schon kurz nach der Realisierung aufgrund des Drängens der Bevölkerung als Erholungs- und Spielfläche freigegeben. Die erste gärtnerische Gestaltung erfolgte zwischen 1910 und 1912. Um 1935 war die Gestaltung abgeschlossen. Benannt wurde der 118 mal 152 Meter große Platz nach dem Ingenieur, Architekten und Archäologen Carl Humann.

Plan vom Humannplatz 1928; Quelle: Krause, Rändel, Zagrodnik (1995): Platz für Natur im Prenzlauer Berg
Plan vom Humannplatz 1928
Quelle: Krause, Rändel, Zagrodnik (1995): Platz für Natur im Prenzlauer Berg
Die Gestaltung des Platzes ist typisch für Schmuckplätze des ausgehenden 19. Jahrhunderts, sie wird durch eine geradlinige Wegeführung und eine symmetrische Anordnung der Grün- und Wegeflächen bestimmt. Die freie Mittelfläche - inzwischen überwiegend als Spielplatz genutzt - wird durch eine Baumreihe eingerahmt. Der Platzrand wird ebenfalls von Baum- und Strauchrabatten eingefasst. An den halbkreisförmigen Eckbereichen liegen die Eingänge zum Park. Jahrzehntelang bildete je eine Platane den Mittelpunkt des jeweiligen Eckbereiches. Inzwischen mussten zwei von ihnen gefällt werden.

In der Nachkriegszeit wurde der Platz aufgrund der herrschenden Lebensmittelknappheit als landwirtschaftliche Fläche parzelliert und für den Gemüseanbau genutzt. Trotz dieser zwischenzeitlichen Nutzungsänderung blieb der Platz in seiner ursprünglichen Gestaltungsform weitgehend erhalten. Im Laufe der Jahre wurden lediglich geringfügige Ergänzungen vorgenommen.

Durch die großzügige Gestaltung des Platzes können unterschiedlichste Aktivitäten nebeneinander stattfinden. Er bildet einen beliebten Quartierstreffpungkt. Auf dem Platz aufgestellte Plastiken verschiedener Künstler lassen die Besucher Kunst im öffentlichen Raum erleben. Durch das Engagement einer Elterninitiative konnten 2004 im Kleinkinderbereich neue Spielgeräte aufgestellt und Straßenmöbel erneuert werden.

Promenierweg auf dem Humannplatz, 2016; Foto: Lichtschwärmer – Christo Libuda
 
Ein qualifizierteres Angebot an Grün- und Freiflächen ist für die Wohn- und Lebensqualität im Quartier unerlässlich und trägt zu einem positiven Image des Stadtteils bei. Als einziger größerer Stadtplatz im Quartier ist der Humannplatz somit von besonderer Bedeutung. Im Juni 2011 wurde mit ersten Maßnahmen zur Umgestaltung und Verschönerung des Platzes mit Mitteln des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz begonnen. Die Fertigstellung des Platzes erfolgte im Jahr 2012.

Spiel- und Bolzplatz sind beliebte Treffpunkte, 2016; Foto: Lichtschwärmer – Christo Libuda
Spiel- und Bolzplatz sind beliebte Treffpunkte, 2016
Foto: Lichtschwärmer – Christo Libuda
Der neu gestaltete Spielplatz wurde mit einem öffentlichen Fest am 22.8.2012 wiedereröffnet. Mit den durchgeführten Maßnahmen konnte das Angebot an wohnungsnahen Grünflächen gesichert werden. Zudem trägt die Neugestaltung des Platzes zur Aufwertung des Quartiers bei und unterstützt mit seinem Angebot an Spiel- und Freizeitflächen für alle Altersstufen eine familienfreundliche und generationenübergreifende Quartiersentwicklung.

Bestandsansicht Eingangsbereich Humannplatz, 2010; Foto: Steinbrecher und Partner
Bestandsansicht Eingangsbereich, 2010
Bestandsansicht: Ehemaliges Toilettenhaus mit Anbau, 2013; Foto: S.T.E.R.N.
 
2014/2015 wurde als letzte Maßnahme die ehemalige Bedürfnisanstalt (Toilettenhaus) auf dem Gelände umgebaut. Das Gebäude stammt von 1936/37 und spiegelt den Stil der neuen Sachlichkeit wider. Seit Mitte der 1990er Jahre war das Gebäude nicht mehr in Benutzung und verfiel durch mangelnde Pflege und Vandalismus zusehends. Die notwendigen Baumaßnahmen umfassten unter anderem die Sanierung und Instandsetzung von Dach und Fassaden, den Abriss des Anbaus und den Ersatz durch eine großflächig verglaste Leichtbaukonstruktion. Im Frühjahr 2015 konnte im umgebauten Gebäude ein Café eröffnen, das sich schnell zu einem beliebten Treffpunkt für die Parkbesucher entwickelte. Dadurch konnten die Attraktivität und die Aufenthaltsqualität des Humannplatzes deutlich gesteigert werden.

Platzhaus nach Umbau zum Café, 2016; Foto: BSM mbH
Das Café wird zu vielen Gelegenheiten genutzt, 2016   Foto: BSM mbH

Daten

  • Baujahr/Entstehung: 1862 als Stadtplatz E des Hobrechtplans geplant, 1903 angelegt und nach Ingenieur und Archäologe Carl Humann benannt, ca. 1935 vollständige Gestaltung
  • Denkmalart: Gartendenkmal
  • Eigentümer: Bezirksamt Pankow von Berlin
  • Geförderte Maßnahmen: Aufwertung der Grünbereiche, Verbesserung und Erneuerung der Wegebeziehungen, Herstellung von Sichtachsen, Erneuerung des Spielbereichs, Umbau und Modernisierung Platzhaus
  • Architekten:
    Aufwertung Humannplatz:
    Brigitte Gehrke, Christiane Gottwald
    Freischaffende Landschaftsarchitektinnen
    Werner-Voß-Damm 54 A
    12101 Berlin

    Umbau und Modernisierung Platzhaus:
    LANDHERR
    Architekten und Ingenieure GmbH
    Köpenicker Allee 21
    15366 Hoppegarten
  • Fördersumme:
    Aufwertung Humannplatz: rd. 898.000 €
    Modernisierung Platzhaus: 205.000 €
  • Fertigstellung:
    Aufwertung Humannplatz: 2012
    Umbau und Modernisierung Platzhaus: 2014

Download