Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Abgeschlossenes Fördergebiet Friedrichshagen

Wohnhaus Bölschestraße 9


Doppelhaus Bölschestraße 8 und 9 im Stil der Kolonistenhäuser   Zum Wohnen ausgebaute Remisen
Doppelhaus Bölschestraße 8 und 9 im Stil der Kolonistenhäuser
Foto: Büro west/Kiesling
 
Zum Wohnen ausgebaute Remisen
Foto: Büro west/Kiesling

Lageplan
Lageplan

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Die Bölschestraße unterscheidet sich von den vielen Vorstadtstraßen Berlins. Hier hat sich die städtebauliche Struktur einer friderizianischen Kolonistensiedlung erkennbar erhalten. 1753-1755 planmäßig auf einem gerodeten Waldgrundstück am Müggelsee angelegt, besteht sie aus einer geraden, breiten Straße mit quadratischem zentralen Platz für Schul- und Bethaus. Erhalten sind auch die ursprünglichen Fluchtlinien der Bebauung und Parzellenbreiten.
 
Auf dem Grundstück Bölschestraße 9 befand sich ursprünglich die rechte Doppelhaushälfte eines Kolonistenhauses (Bölschestraße 9/10). Nach dessen Abriss entstand um 1879 zusammen mit dem ebenfalls neu errichteten Gebäude Bölschestraße 8 ein Doppelhaus mit spiegelbildlicher Fassade in der Art der Kolonistenhäuser.
 
Das Vorderhaus und insbesondere die entlang der Grundstücksgrenze aufgereihten Hofgebäude, eine Reihe aus Seitenflügel, Werkstatt und Remise, befanden sich nach der Wende in einem sehr schlechten baulichen Zustand. Mit Hilfe der Fördermittel konnten alle Gebäudeteile umfassend erneuert werden. Die ungenutzten Hofgebäude wurden zu Atelierwohnungen umgebaut. Modern gestaltete Glasgauben verbessern die Belichtung in den Wohnräumen der nach Norden ausgerichteten Gebäude.
 
Die befestigten Hofflächen sind unter Verwendung der vorhandenen Baumaterialien neu gestaltet. So ist der Hof als wesentlicher Bestandteil der Denkmalförderung wieder belebt.
 
Von den Kolonistenhäusern der Gründungsphase besteht keines mehr. Insbesondere die Bölschestraße 9 erinnert an die ursprüngliche Bebauung der Straße. Die spätklassizistische Fassade ist zugleich ein Dokument für die Verstädterung ländlicher Bauformen während der Gründerzeit.

Remisen und Gärten auf tiefen Grundstücken
Remisen und Gärten auf tiefen Grundstücken
Foto: Büro west/Kiesling

Daten

  • Baujahr/Entstehung: 1879 von E. Schrammer; Nebengebäude, 1884-96
  • Denkmalart: Ensemble
  • Eigentümer: privat
  • Geförderte Maßnahmen:
    Instandsetzung und Modernisierung
  • Architekten:
    Schröder + Ringkamp Architekten
    Handjerystraße 18
    12159 Berlin
  • Fertigstellung: 1992

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