Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Abgeschlossenes Fördergebiet Friedrichshagen

Bölsche-Oberschule
Aßmannstraße 11


Saniertes Schulgebäude 2008
Saniertes Schulgebäude 2008
Lageplan
Lageplan

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Die Anzahl der Einwohner Friedrichshagens war zwischen 1858 und 1905 von 1412 auf mehr als 13.000 angewachsen. Um die Jahrhundertwende entstanden bereits eine Reihe öffentlicher Gebäude - Rathaus, Kirche, Postamt, S-Bahnhof -, die die rasante Entwicklung Friedrichshagens von einem Dorf zur Vorstadt Berlins und das Bestreben der Stadtverwaltung, zahlungskräftige Bürger in den aufstrebenden Kurort zu ziehen, symbolisierten. Das Realgymnasium ist eines der Bauten, das schon im Hinblick auf diese Erweiterung außerhalb der geschlossenen Bebauung des Ortszentrums auf einem Gelände der Forstverwaltung errichtet wurde. Es steht in einem von kleinteiliger Wohnbebauung und dem Friedrichshagener Friedhof geprägten Gebiet. Das Bauwerk war als repräsentativer Akzent im Stadtbild gedacht, um, auch im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan von 1896, die jahrzehntelange ungeordnete Entwicklung des Ortes neu zu strukturieren. Nachdem 1895 und 1900 in Friedrichshagen noch zwei Gemeindeschulen im schlichten Backsteinstil des preußischen Fiskus errichtet worden waren, erhielt ein bekanntes Architekturbüro der Hauptstadt den Auftrag zum Entwurf des Realgymnasiums, das höchsten gestalterischen und funktionalen Ansprüchen genügen sollte. Die Größe und die nach allen Seiten offene Lage des Grundstücks gegenüber dem Friedhof erlaubte den Architekten Jürgensen und Bachmann eine volle Entfaltung der Anlage und die variantenreiche Gestaltung aller sichtbaren Gebäudeseiten.

Die Architekten waren bekannt für ihren hohen künstlerischen Anspruch. Ihre Zusammenarbeit mit Bildhauern und Dekorationsmalern wertete die Schule zu einem Gesamtkunstwerk auf. So ist die Schule ein bedeutendes Beispiel für die Geschichte des Schulbaus in Berlin. Das Gebäude ist nicht von einer einheitlichen Architektursprache geprägt. Jürgensen und Bachmann zeigen hier eine typische Gestaltung für diese Zeit, die sich in Formen des Jugendstils und der beginnenden Moderne äußert.

Im Jahr 2005 begann die Sanierung des Gebäudes mit Mitteln des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz. Bei der Instandsetzung der Fassade erfolgte eine vorsichtige Reparatur der Sandsteinelemente und der Figuren am Eingang. Nach der Wiederherstellung des Vorgartens mit fachgerechter Reparatur der historischen Einfriedung wurden die Bauarbeiten mit der Neugestaltung des Innenhofs 2008 abgeschlossen.

In einer Rundbogennische flankieren zwei überlebensgroße Figuren das Eingangsportal
In einer Rundbogennische flankieren zwei überlebensgroße Figuren das Eingangsportal
Sockel mit Rustikaquaderung aus Rüdersdorfer Kalkstein
Sockel mit Rustikaquaderung aus Rüdersdorfer Kalkstein

Daten

  • Baujahr/Entstehung: 1904-05, von Jürgensen & Bachmann
  • Denkmalart: Baudenkmal
  • Eigentümer: Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin
  • Geförderte Maßnahmen: Instandsetzung der Gebäudehülle mit Bildhauerarbeiten, Außenanlage
  • Architekten:
    Bezirksamt Treptow-Köpenick von Berlin
  • Bruttobaukosten/Förderung: 1,38 Mio. €
  • Fertigstellung: 2008

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