Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Abgeschlossenes Fördergebiet Friedrich-Wilhelm-Stadt

Humboldt-Universität Berlin
Hannoversche Straße 23-26


Hofansicht der ehemaligen Chirurgischen Pferdeklinik; Foto: Hübner + Oehmig
Hofansicht der ehemaligen Chirurgischen Pferdeklinik
Fotos: Hübner + Oehmig
Lageplan
Lageplan

Städtebauförderung - Logos

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Östlich der Luisenstraße zwischen Hannoverscher Straße und Philippstraße auf einem ausgedehnten Parkgelände besteht seit über zweihundert Jahren die Königliche Tierarzneischule Berlin beziehungsweise ihre Nachfolgeorganisationen mit ihrem im Laufe der Jahre gewachsenen Bestand an Forschungs-, Unterrichts- und Stallgebäuden.
Im Jahr 1787 beauftragte König Friedrich Wilhelm II. den Oberstallmeister Graf von Lindenau mit der Einrichtung einer Tierarzneischule für die preußische Kavallerie. Für die Anlage der Schule wurde einer der damals schönsten Gärten in Berlin, der Gräflich-Reußsche Garten, angekauft. Dort entstanden nach den Plänen des Oberbaudirektors Carl Gotthard Langhans die notwendigen Bauten für die "Vieh Arzney Schule". Auf dem westlichen Gartengelände erbaute Langhans 1790 das noch bestehende Anatomiegebäude, auf der östlichen Pankeseite, dem späteren Klinikhof zwischen Panke, Hannoverschen und Philippstraße, entstanden die Wirtschafts- und Stallgebäude sowie das Wohn- und Lehrgebäude. Die Schule wurde am 1. Juni 1790 eröffnet.

Mit der Aufwertung der Schule zur Tierärztlichen Hochschule im Jahre 1887 entstanden bis 1900 weitere Klinik-, Forschungs- und Wirtschaftsbauten. So auch die Chirurgische Pferdeklinik an der Hannoverschen Straße 23-26.

Nach den erheblichen Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg begann 1946 der Wiederaufbau. Die Bebauungsstruktur sowie der Gartengrundriss der Parkanlage blieben weitgehend bestehen.

Straßenansicht nach der Sanierung; Foto: Hübner + Oehmig
Straßenansicht nach der Sanierung

Im Programm Städtebaulicher Denkmalschutz wurde die Dachinstandsetzung und Erneuerung der Dacheindeckung, die Instandsetzung der Putzfassaden und Giebel mit Fenstern und Türen, die Restaurierung des Treppenhauses und das Herstellen der bauzeitlichen Decke (Fächergewölbe) sowie die Restaurierung der Raumfassung des Hörsaales im Obergeschoss gefördert.

Bei der Restaurierung des Treppenhauses wurde besondere Aufmerksamkeit auf die größtmögliche Wahrung des ursprünglichen Bestands und der teilweisen Rekonstruktion historischer Befunde gelegt. Das fehlende Fächergewölbe an der Decke wurde als gefaltete Rabitzschale wiederhergestellt und bestimmt heute wieder die beeindruckende Raumwirkung. Einen sicheren Anhaltspunkt für die komplizierte Geometrie lieferten vorhandene Abbruchspuren an den Seitenwänden. Die Wand- und Deckenflächen wurden in der historischen blauen Farbfassung der Bauzeit unter Einbindung von Originalbefunden restauriert und konserviert. Im Treppenaufgang wurden die dunkel gefärbten Kunststeinplatten und Treppenstufen sorgfältig gereinigt und restauriert.

Deckendetail Fächergewölbe; Foto: Hübner + Oehmig
Deckendetail Fächergewölbe

Daten

  • Baujahr/Entstehung: um 1874
  • Eigentümer: Humboldt-Universität zu Berlin
  • Denkmalart: Baudenkmal
  • Geförderte Maßnahmen: Sicherung, Hüllensanierung, Fassade, Dach, Treppenhaus, Hörsaal
  • Architekten:
    Thomas Müller Ivan Reimann
    Gesellschaft von Architekten mbH
    Kurfürstendamm 178 / 179
    10707 Berlin
  • Fertigstellung: 2011

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