Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Abgeschlossenes Fördergebiet Friedrich-Wilhelm-Stadt

Ehemalige Tierarzneischule der Humboldt Universität
Luisenstraße 56


Das Gebäude der ehemaligen Tierarzneischule nach der Sanierung; Foto: BSM mbH
Das Gebäude der ehemaligen Tierarzneischule nach der Sanierung; Foto: BSM mbH
Lageplan
Lageplan

Städtebauförderung - Logos

Städtebaulicher Denkmalschutz Berlin - Logo
 
Das Quartier um die Luisenstraße und den heutigen Robert-Koch-Platz entwickelte sich Ende des 18. / Beginn des 19. Jahrhunderts zu einem Standort für Wissenschafts- und Sozialeinrichtungen. Der Bau von öffentlichen Einrichtungen hatte in der äußeren Friedrich-Wilhelm-Stadt Priorität vor dem Wohnungsbau.

Eingangsbereich Luisenstraße 56
Eingangsbereich Luisenstraße 56
Auf dem weiträumigen Parkgelände östlich der Luisenstraße 56 bestehen seit über zweihundert Jahren die Königliche Tierarzneischule Berlin bzw. ihre Nachfolgeorganisationen mit ihrem im Laufe der Jahre gewachsenen Bestand an Forschungs- und Unterrichtsgebäuden. Um den wachsenden Ansprüchen von Wissenschaft und Ausbildung gerecht zu werden, wurde Ludwig Ferdinand Hesse 1838 mit dem Bau eines neuen Lehrgebäudes der Tierarzneischule beauftragt. L. F. Hesse war Architekt des Königlichen Hofes und ein Schüler von Karl Friedrich Schinkel. 1840 wurde das Gebäude im spätklassizistischen Baustil fertig gestellt. Das dreigeschossige Gebäude ist mit Mittelbau und Seitenflügeln U-förmig offen zur Luisenstraße angeordnet. Die Fassade ist axialsymmetrisch und dreigeschossig gegliedert, wobei der dominante Mittelbau höhere Geschosse aufweist und repräsentative Bereiche beherbergt. Beeindruckend sind die zwei Säle im zweiten Obergeschoss mit prächtigen Wand- und Deckenmalereien. Der Mittelbau wird durch die großen Rundbogenfenster in zwei Geschossen zusätzlich betont. Die Innenräume erfuhren in den späteren Epochen einige Überformungen. Die schlichtere Gestaltung der Seitenflügel entspricht der ursprünglichen Nutzung der Gebäudeteile als Wohnungen. Hinter dem Lehrgebäude wurde im Zuge der Umgestaltung des Parkgeländes 1838-39 der Tierarzneischulgarten angelegt. 1887 wurde die Tierarzneischule in die Tierärztliche Hochschule Berlin umgewandelt; ab 1934 wurde das Gebäude von der Landwirtschaftlich-Tierärztlichen Fakultät der Berliner Universität, ab 1950 Humboldt Universität, genutzt.

Das Gebäude ist als Baudenkmal in der Denkmalliste eingetragen und gehört mit zu den bedeutendsten Gebäuden des Klassizismus, die in Berlin erhalten sind.

Im Programm Städtebaulicher Denkmalschutz wurden 2008 und 2009 Mittel für die Sanierung der Hülle (Dach, Fassade und teilweise Fenster) sowie des Festsaales unter denkmalpflegerischen Aspekten zur Verfügung gestellt. Eingangs wurden vertiefende Untersuchungen zur Vorbereitung der Sanierung durchgeführt und daraus die Restaurationskonzepte entwickelt. Die geförderten Maßnahmen wurden in den Jahren 2009 (Festsaal) bzw. 2011 (Fassade) abgeschlossen.

Letzte Arbeiten im großen Festsaal
Letzte Arbeiten im großen Festsaal

Daten

  • Baujahr/Entstehung: 1838 - 41 von Ferdinand Ludwig Hesse
  • Eigentümer: Humboldt-Universität zu Berlin
  • Denkmalart: Baudenkmal
  • Geförderte Maßnahmen: Fassade, Fenster, Dach und Festsaal
  • Bruttobaukosten: 1.020.800 €
  • Fertigstellung: 2011

Links