Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Abgeschlossenes Fördergebiet Dorotheenstadt/Friedrichstadt

Kommode, Bebelplatz 1
Juristische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin


Eingangsportal am Bebelplatz, 2016; Foto: BSM mbH
Eingangsportal am Bebelplatz, 2016
Foto: BSM mbH
Lageplan
Lageplan

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Die in den Jahren 1775 bis 1780 errichtete Bibliothek, die wegen ihrer ungewöhnlichen konkav geschwungenen Fassade von den Berlinern bald "Kommode" genannt wurde, bildet den westlichen Abschluss des Forum Fridericianum. König Friedrich II. ließ den Baumeister Georg Christian Unger das Gebäude nach den Plänen der Wiener Hofburg entwerfen. Wirkungsvoll wird die geschwungene Front über dem hohen Sockel durch die korinthische Kolossalordnung der Mittel- und Eckrisalite akzentuiert. Plastische Aufsätze und Figurenschmuck bekrönen die Attika. Ursprünglich war das Innere im Gegensatz zur Fassadenaufteilung zweigeschossig ausgebaut, die Bibliothek befand sich nur im Obergeschoss. Der Ausbau auf vier Geschosse erfolgte erst um 1840. 1945 brannte die Bibliothek bis auf die Umfassungsmauern aus. Die nach dem historischen Vorbild rekonstruierte Platzfassade und der moderne Innenausbau mit einem an die Nutzung als Universitätsgebäude angepassten Grundriss sind charakteristisch für den Wiederaufbau in den 1960er Jahren. Das Treppenhaus wurde von der Rückseite des Mitteltraktes in den Eingangsbereich versetzt, die oval gewundene Treppenanlage erhielt ein schmiedeeisernes Rokokogeländer aus einem zerstörten Haus der Brüderstraße.

Mit Mitteln des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz wurden die in den letzten Jahrzehnten entstandenen Schäden an der Fassade beseitigt. Das Ziel war die dauerhafte Erhaltung und Sanierung des bauzeitlichen Fassadenmauerwerks von 1780 und die Wiederherstellung der Fassaden in historischer Putztechnik und Farbgebung. Der wertvolle figürliche Schmuck und die Stuckarbeiten wurden fachgerecht restauriert. Mit ihrer imposanten Wirkung bestimmt die Fassade der ehemaligen Königlichen Bibliothek heute wieder das städtebauliche Ensemble am Bebelplatz.

J.G. Rosenberg, Ansicht des Opernplatzes mit der neuen Bibliothek, 1782, kolorierter Stich
J.G. Rosenberg, Ansicht des Opernplatzes mit der neuen Bibliothek, 1782, kolorierter Stich

Daten

  • Baujahr/Entstehung: 1775-80
  • Denkmalart: Baudenkmal, Ensemble
  • Eigentümer: Humboldt-Universität zu Berlin
  • Geförderte Maßnahmen: Instandsetzung der Fassade
  • Architekten:
    Ingrid Hentschel - Prof. Axel Oestreich Architekten BDA
    Rheinstraße 45
    12161 Berlin
  • Fördermittel: 1.075.663,39 €
  • Fertigstellung: 2010

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