Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Abgeschlossene Fördergebiete

Dorotheenstadt/Friedrichstadt – Bezirk Mitte


Gendarmenmarkt - Luftbild
Foto: Partner für Berlin/FTB-Werbefotografie

 
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Das Fördergebiet Dorotheenstadt/Friedrichstadt umfasst einen bedeutenden Bereich der Stadtentwicklung der Berliner Innenstadt. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts erweiterten die in rascher Folge nacheinander angelegten landesherrlichen Gründungsstädte das Stadtgebiet vom Stadtschloss auf der Köllner Insel ausgehend in westliche Richtung. Auf Friedrichswerder (1662), das noch von der Memhardtschen Festungsanlage einbezogen wurde, folgten außerhalb der damals noch im Bau befindlichen Festungsanlage als zweite und dritte landesherrliche Gründung die Dorotheenstadt 1674 und die Friedrichstadt 1688. Aus einem Reitweg der das Schloss mit dem Tiergarten verband, wurde die Promenade Unter den Linden, heute als Hauptstraße Berlins in weltbekannt. Am östlichen Ende der Promenade entstand unter Friedrich II. das städtebaulich bedeutende Forum Fridericianum, der ehemalige Opernplatz und heutige Bebelplatz, als neues Geisteszentrum und künstlerischer Mittelpunkt des Königreiches. Hier stehen die besonderen Gebäude der heutigen Staatsoper, der St. Hedwigs-Kathedrale, das ehemalige Stammhaus der Dresdner Bank, die ehemalige Königliche Bibliothek (Kommode) und auf der Nordseite das Prinz-Heinrich-Palais, heute das Hauptgebäude der Humboldt-Universität.

Die Friedrichstraße, eine Querstraße der Promenade Unter den Linden, wurde als Hauptachse der Friedrichstadt ausgebildet. Für den ersten Planungsabschnitt im letzten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts ist ein schachbrettartiges Straßenraster charakteristisch, durch das sich für die Bebauung gleichmäßige quadratische oder leicht rechteckige Blöcke ergaben. Für das Zentrum der Friedrichstadt, den heutigen Gendarmenmarkt, wurden drei Karrees von der Bebauung ausgespart. Mit dem Konzerthaus, flankiert von Deutschem und Französischem Dom, ist er heute einer der schönsten Plätze Berlins. Dorotheenstadt und Friedrichstadt sind im Verlauf der Citybildung am Ende des 19. Jahrhunderts zusammengewachsen.

Das barocke Straßenraster ist weitgehend erhalten geblieben, in der südlichen Friedrichstadt geprägt von den am Mehringplatz zusammenlaufenden Achsen der Linden-, Friedrich- und Wilhelmstraße. Nur vereinzelt findet man noch Gebäude aus der Frühzeit der Stadterweiterung, wie die Pfarrhäuser der Dreifaltigkeitskirche an der Ecke Tauben- und Glinkastraße, und Wohnhäuser aus dem 19. Jahrhundert. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verschwanden die kleinen barocken Bürgerhäuser der Erstbebauung. Kaiserzeitliche Geschäftshäuser und Verwaltungsbauten, Banken und Warenhäuser traten an ihre Stelle und nahmen die Grundstücke mehrerer Häuser ein. Die traditionellen Geschäftsviertel, das Bankenviertel, das Versicherungsviertel, das Konfektionsviertel oder das Zeitungsviertel haben ihre Funktionen verloren, die in jedem Bereich erhaltenen, zum Teil besonders bedeutsamen Bauten des hauptstädtischen Geschäftszentrums der Kaiserzeit haben neue Nutzer gefunden. In unmittelbarer Nähe des historischen und neuen Regierungszentrums haben sich Ministerien und Botschaften, politische Institutionen und in deren Gefolge Presse, Rundfunk und Fernsehen niedergelassen.

Ausgewählte Fördervorhaben


Kommode, 2016; Foto: BSM mbH
Kommode
Bebelplatz 1
Juristische Fakultät der Humboldt-Universität
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St. Hedwigs-Kathedrale; Foto: BSM mbH
St. Hedwigs-Kathedrale
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Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der HU-Berlin; Foto: BSM mbH
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der HU-Berlin
Dorotheenstraße 1
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Fördergebiet Dorotheenstadt/Friedrichstadt
Fördergebiet Dorotheenstadt/ Friedrichstadt


Historischer Plan
Grundlage: Situationsplan der Haupt- und Residenzstadt Berlin mit nächster Umgebung von Sineck, 1860

Luftbild Fördergebiet Dorotheenstadt/Friedrichstadt
Luftbild Fördergebiet Dorotheenstadt/
Friedrichstadt

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Regelwerk Straßen­raum­gestaltung
Friedrichstadt, Dorotheenstadt und Friedrichswerder mehr

Buchtipps

Denkmale in Berlin - Ortsteil Mitte (Buchcover)
Denkmale in Berlin - Ortsteil Mitte
Landesdenkmalamt Berlin, Michael Imhof Verlag, 2005