Städtebau  

 

Städtebaulicher Denkmalschutz – Abgeschlossene Fördergebiete

Altstadt Köpenick – Bezirk Treptow-Köpenick


Luftbild Altstadt Köpenick 2001
Luftbild Altstadt Köpenick 2001

 

Die Altstadt Köpenick wurde 1991 in das Förderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz aufgenommen. Die Erneuerung der historischen Bausubstanz erfolgte kontinuierlich und hatte 2008 einen Stand erreicht, der die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zu der Entscheidung veranlasste, die Förderung in diesem Gebiet zu beenden. Seit dem Jahr 2008 wird es nicht mehr als aktive Förderkulisse geführt.

Entwicklung des Gebietes

Die Köpenicker Altstadt entstand aus einem slawischen Fürstensitz auf dem Areal der heutigen Schlossinsel. Im Schutz der Burg entwickelte sich im 13. Jahrhundert entlang der heutigen Straße Alt Köpenick eine kleine deutsche Siedlung, die sich in den folgenden Jahrhunderten nur langsam über die gesamte Insel ausbreitete. Ausländische Glaubensflüchtlinge, die das Textilgewerbe etablierten, brachten erst zum Ende des 17. Jahrhunderts einen Siedlungsschub mit Manufakturgebäuden und Kolonistenhäusern in den nördlichen Bereich.

Mit dem repräsentativen Neubau des Schlosses 1677-81 wurde die gewachsene Straßenführung der Altstadt begradigt, die Straßen verbreitert und der Schlossplatz angelegt. Seit dieser Zeit hat die städtebauliche Grundstruktur keine einschneidenden Veränderungen mehr erfahren. Der westliche Teil der Insel mit Kirche, Rathaus und Schlossplatz stellt den eigentlichen städtischen Kern dar.

Die Bebauung um den Alten Markt zeigt noch deutlich die ursprüngliche Substanz aus dem späten 17. Jahrhundert. Die Dichte und Vielfalt der Bauten am Katzengraben dokumentieren 300 Jahre Entwicklung kleinstädtischer Wohnhausarchitektur und verdeutlichen den historischen Bezug zwischen Stadt und Wasser. Nur hier ist die typische kammartige Bebauung der Parzellen erhalten, die ursprünglich die Wasserseiten prägte.

Die umfassende Sanierung dieses Straßenzuges setzte ein sichtbares Zeichen für die Erhaltung der historischen Identität dieses Ortes und hatte Symbolkraft für die Erneuerung der Altstadt insgesamt. An der Freiheit entwickelten sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Teppich-, Tuch- und Papierfabriken. Das heutige Rathaus entstand von 1901 bis 1904.

Im Zweiten Weltkrieg wurden nur sieben Häuser zerstört, in den Jahren von 1945 bis 1978 aber 21 alte Gebäude abgerissen. 1979 bis 1981 entstand die Müggelheimer Straße als breite Schneise durch das homogene Altstadtgebilde. Der städtebauliche Zusammenhang zwischen Altstadt, Schloss und Kietz ist damit zerstört.

Ziele der Förderung

Mit dem Einsatz des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz im Gebiet Altstadt-Köpenick waren folgende Ziele verknüpft:
  • Sicherung und langfristiger Erhalt historisch wertvoller Bausubstanz,
  • Modernisierung historischer Gebäude, Herstellung eines zeitgemäßen Ausstattungsstandards der Wohnungen, Beseitigung von Leerstand,
  • Initiierung privater Investitionen, Sicherung preiswerten Wohnraumes, Unterstützung der lokalen Wirtschaft,
  • Bewahrung der historischen Bausubstanz und Bebauungsstruktur zur Wahrung der geschichtlichen Identität,
  • Erhaltung und Wiederherstellung des historischen Stadtgrundriss sowie der baulichen und funktionalen Beziehung zwischen Stadt und Wasser,
  • Sanierung des Straßen- und Wegenetzes mit teilweise mittelalterlichen Strukturen,
  • Erhalt kleinteiliger Nutzungsmischung.


Ergebnisse und Bilanz der Förderung

Von 1991 bis 2008 sind 42 Vorhaben mit insgesamt 26,7 Millionen € gefördert worden. Die wesentlichen städtebaulichen Ziele konnten realisiert werden. Mit den Fördermitteln des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz wurden bis 2008 folgende Ergebnisse erreicht:
  • Im Fördergebiet wurde die denkmalgeschützte Bausubstanz mit öffentlichen und privaten Mitteln umfassend instand gesetzt und modernisiert. Durch den konzentrierten Einsatz öffentlicher Förderungsmittel konnten viele Bauten vor dem Verfall gerettet und so zum Erhalt des historischen Stadtkerns beigetragen werden. Private Altbauten wurden denkmalpflegerisch anspruchsvoll restauriert und viele historisch wertvolle Details blieben erhalten.
  • Die vorhandene städtebauliche Struktur, das historische Stadtbild und die historische Identität sind erhalten geblieben. Dazu haben u. a. die denkmalgerechte Sanierung der Gebäude und Fassaden sowie die Erneuerung des historischen Pflasters und dessen Wiedereinbau in der gesamten Altstadt beigetragen. Ein wichtiges Signal zur Wiederherstellung der Stadtstrukturen ist der Neubau der Mittelpunktbibliothek am Alten Markt.
  • Mit der umfassenden und aufwendigen Restaurierung historischer Gebäude in Verbindung mit der Nutzung durch kulturelle und soziale Projekte fand nicht nur ein Beitrag zur Gebietsaufwertung statt, sondern wurde wesentlich zur Stabilisierung als Wohnstandort und Identitätsstärkung der Bewohnerinnen und Bewohner beigetragen.
  • Mit den großräumigen Maßnahmen zur Verkehrsentlastung und der Umgestaltung des Schlossplatzes einschließlich der Herstellung von Fußgängerbereichen in der Grünstraße und der Straße Alt-Köpenick wurden wichtige Maßnahmen im öffentlichen Raum umgesetzt, die wesentlich zu einer gesteigerten Attraktivität und Aufenthaltsqualität der Altstadt beitragen. Die Uferbereiche wurden vom Wasser wie vom Land aus zugänglich gemacht. Mit der Umgestaltung des Luisenhains als größte und wichtigste Grünverbindung innerhalb des Fördergebiets wurde ein erlebnisreicher und zugleich grüner Raum geschaffen.


Ausgewählte Fördervorhaben


Wohn- und Geschäftshaus, Alt-Köpenick 31-33
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Heimatmuseum, Alter Markt 1
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Ensemble, Katzengraben 19
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Luisenhain
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Um- und Ausbau des Gebäudes Alter Markt 2 zur Mittelpunktbibliothek
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Neugestaltung Schlossplatz und Grünstraße
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Straßenraum um den Futranplatz
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Fördergebiet Altstadt Köpenick
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Stadt Cöpenick am Zusammenfluss von Dahme und Spree um 1871
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Quelle: Kraatz: Topographische Karte der Umgebung von Berlin, 1871

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