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Werbekonzept

Werbeträger und digitale Technologien


Werbung mit Weitsicht Werbekonzept; Foto: proloco
Am Hackeschen Markt; Foto: proloco

Nicht jeder Werbeträger passt überall
Die breiteste Einsatzmöglichkeit im öffentlichen Raum liegt bei Werbeträgern mittlerer Größe (Säulen und CLP-Formate). Bei größeren Formaten (Großfläche, CLB, Riesenposter) bestehen Bedenken i. d. R. aufgrund der Größe und dem häufig damit verbundenen Maßstabssprung. Bei kleineren Formaten (Fahnen, Schaltkästen, Uhren, Fahrradständer usw.) kann es hingegen zu störender Häufung und zum Eindruck eines "mit Kleinkram vermüllten" Stadtraumes kommen.

Modernisierung von Werbeträgern
Eine Wirkungsoptimierung von Werbeträgern aus Sicht der Werbewirtschaft ist i. d. R. identisch mit einer Modernisierung. Aus Sicht der Stadtplanung bedeutet das nicht immer eine städtebauliche Qualifizierung. Z. B. ist der Austausch von parallel zur Fahrtrichtung angebrachten Großflächen gegen quer zur Fahrtrichtung angebrachte City-Light-Boards problematisch, da sich durch die Drehung in die Fahrtrichtung, die Beleuchtung und Wechslertechnik nicht nur die Aufmerksamkeit für die Werbung erhöht, sondern auch die Unruhe im öffentlichen Raum und die Ablenkung vom Verkehrsgeschehen.

  • O2-World, Friedrichshain
    Medienfassade der O2-Arena, Friedrichshain; Foto: proloco
  • O2-World, Friedrichshain
    Medienfassade der O2-Arena, Friedrichshain; Foto: proloco
  • O2-World, Friedrichshain
    Medienfassade der O2-Arena, Friedrichshain; Foto: proloco
Licht und Bewegung
Im Zuge der technischen Entwicklung bekommen Licht und Bewegung im Zusammenhang mit Werbeträgern höhere Bedeutung. Es gibt kaum noch einen Werbeträger, der nicht angestrahlt oder hinterleuchtet wird. Seit einiger Zeit ist Bewegung als Aufmerksamkeit weckendes Element hinzugekommen: Säulen drehen sich, City-Light-Poster und City-Light-Boards wechseln im ca. 10 bis 15 Sekundentakt das Motiv. Diese vertikale Bewegung, die im Stadtraum sonst in der Regel nicht vorkommt bringt Unruhe in den Stadtraum und lenkt vom Verkehrsgeschehen ab. Von daher sind Werbeträger ohne Wechselanlagen breiter einsetzbar als Werbeträger mit Wechselanlagen.

Digitale Medien
Durch den Einsatz digitaler Medien ändert sich die Werbelandschaft in den Städten Zug um Zug. Erste Beispiele in Berlin sind Videoboards, die LED-Werbefläche am Gasometer in Schöneberg und die Medienfassade der O2-Arena. Auch bei "normalen" Werbeträgern (z. B. City-Light-Boards) werden die digitalen Werbeflächen zu nehmen.

Blendungsbegrenzung
Insbesondere vor dem Hintergrund der Verbreitung von LED-Technik bei Werbeträgern werden Regelungen zur Blendungsbegrenzung notwendig. Das Werbekonzept trifft daher Empfehlungen zur Leuchtdichte von Werbeanlagen in Abhängigkeit von der Lichtsensibilität des Standortes, der Tageszeit, der Leuchtdichte der Umgebung und der Frage, ob es sich um intensiv farbiges Licht oder intensiv farbiges Wechsellicht handelt.


Interaktive Werbung im Stadtraum
Noch in den Anfängen steckt die interaktive Werbung im Stadtraum. Bisherige Beispiele (u. a. Bluespot-Säulen, SMS "an ein Plakat senden") sind noch "Spielereien", doch wird dieser Bereich im Zuge der technischen Entwicklung zunehmen. Hier werden weniger stadtgestalterische Fragen, als vielmehr grundsätzliche Fragen nach Bedeutung, Funktion und Rolle öffentlicher Räume in der Stadt vor dem Hintergrund der technischen Medienentwicklung berührt. Mit diesen Fragen werden sich die Städte in den nächsten Jahren intensiv auseinandersetzen müssen.