Städtebau  

 
Berlin Award 2016; Foto: Alexander Palm / Getty Images
Foto: Alexander Palm / Getty Images

Berlin Award 2016 - Heimat in der Fremde

Preisverleihung


Am Abend des 15. Juni 2016 nahmen circa 100 Gäste an der feierlichen Preiszeremonie für den Berlin Award 2016 Heimat in der Fremde in der Zollgarage in Tempelhof teil. Ein interdisziplinär zusammengesetztes Preisgericht unter dem Vorsitz der Senatsbaudirektorin Regula Lüscher zeichnete sieben der 150 eingereichten Arbeiten aus 13 Ländern aus. Die Jurymitglieder Donatella Fioretti (Architektin aus Berlin), Jörg Friedrich (Architekt aus Hamburg) und Cagla Ilk (Architektin aus Berlin) sprachen abwechselnd die Laudatio für die Preisträger.


Sechs der sieben Preisträger-Teams waren nach Berlin gekommen, um die Auszeichnung für das Projekt persönlich entgegen zu nehmen. Senatsbaudirektorin Regula Lüscher hatte noch eine besondere Überraschung für sie. Sie überreichte ein extra angefertigtes Emailleschild mit dem Logo des Berlin Awards und Kissen mit Berlinmotiven, die durch ein Berliner Start-Up-Unternehmen kreiert wurden. Während der Veranstaltung moderierte die Journalistin Lucia Brauburger.

Die Preise wurden in zwei Kategorien vergeben.

Für Kurzzeitunterkünfte erhielten eine Auszeichnung die Projekte:

  • Hof.Haus
    Büroname: 4mal4 design, Hannover
    Verfasser: Paul Eichholtz, Fabian Wieczorek, Alisa Klauenberg, Tobias Hasselder
    Auftraggeber / Institut / Betreiber: Institut für Entwerfen und Gebäudelehre, Leibniz Universität Hannover
  • Magdas Hotel, Wien
    Büroname: AllesWirdGut Architektur ZT GmbH, Wien
    Verfasser: Andreas Marth, Friedrich Passler, Herwig Spiegl, Christian Waldner
    Mitarbeit: Johanna Aufner, Andrea Zuniga Espinoza, Simon Höbel, Gerhard Höllmüller
    Auftraggeber / Institut / Betreiber: Caritas Erzdiözese Wien
  • Sofortprogramm Leichtbauhallen, München
    Büroname: günther & schabert architekten, München
    Verfasser: Jan Schabert
    Mitarbeit: Markus Borst, Ulrich Panick
    Auftraggeber / Institut / Betreiber: Landeshauptstadt München, Kommunalreferat vertreten durch Baureferat Hochbau 2


Eine Auszeichnung für Wohnprojekte erhielten:

  • Neubau – on Königsberger Straße and Aleppoer Weg, Hamburg
    Büroname: BeL Sozietät für Architektur, Köln
    Verfasser: Prof. Anne-Julchen Bernhardt, Prof. Jörg Leeser
    Mitarbeit: Christiane Schmidt, Matthias Hoffmann, Wolfgang Zeh
    Auftraggeber / Institut / Betreiber: Primus Developments GmbH & Co. KG, Hamburg
  • Haus der Statistik, Berlin
    Büroname: raumlabor berlin, Berlin
    Verfasser: Andrea Hofmann, Christof Mayer, Frauke Gerstenberg, Markus Bader
    Auftraggeber / Institut / Betreiber / Initiator: Allianz bedrohter Berliner Atelierhäuser - AbBA
    Gründer: Zentrum für Kunst und Urbanistik-ZK/U; Atelierbauftragter Berlin, bbk Kulturwerk; Initiative Stadt Neudenken; Martinswerk e.V.; Belius Stiftung; Stiftung Zukunft Berlin; Schlesische 27; ARRIVO Berlin; CUCULA e.V.; Gyalpa e.V.
  • Wohnungen für Flüchtlinge und Obdachlose, Ostfildern
    Büroname: u3ba Arge camilo hernandez, urban 3 + Harald Baumann, baumannarchitects, Stuttgart
    Verfasser: Camilo Hernandez, Harald Baumann
    Mitarbeit: Nataly Granados, Andrea Baumann
    Auftraggeber / Institut / Betreiber: Sanierungs- und Entwicklungsgesellschaft Ostfildern mbH, Stadt Ostfildern
  • SMAQ MAX! Wien
    Büroname: SMAQ GmbH
    ARTEC Architekten - Wimmer und Partner - raum & kommunikation, Wien
    Verfasser: Artec Architekten - Wimmer und Partner - raum & kommunikation
    Mitarbeit: Johannes Giselbrecht, Andreas Gabriel, Wilfried Kraminer
    Auftraggeber / Institut / Betreiber: BWS – Gemeinnützige, allgemeine Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft, Wien


Bei der Beurteilung der Jury standen die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Nutzbarkeit und Funktionalität der Flüchtlingsunterkünfte im Mittelpunkt. Es überzeugten jene Konzepte und Konstruktionen, die ohne großen baulichen Aufwand sowohl gemeinschaftliches Zusammenleben als auch Privatheit ermöglichen und mit einfachen architektonischen Mitteln Identität schaffen. Außenräume, die Kommunikation zwischen Geflüchteten und Bürgerinnen und Bürgern fördern, sowie Aspekte der Wirtschaftlichkeit und flexibler Nach- und Umnutzungsmöglichkeiten spielten bei der Bewertung eine maßgebliche Rolle.

Die Arbeiten konnten bis zum 28. April 2016 bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt von Architekten, Planern, Bauherren, Projektentwicklern, gemeinschaftlichen Initiativen, Instituten und Betreibern eingereicht werden. Alle Projekte betonen die Notwendigkeit von Lösungen jenseits konventioneller Ansätze. Das aufgezeigte Spektrum an Ideen und Strategien soll Städte und Kommunen bei der architektonischen Herausforderung von Flüchtlingsunterkünften unterstützen.

Das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt am Main (DAM) zeigt alle 150 Projektbeiträge als Materialsammlung im Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig vom 28. Mai bis 27. November 2016.
Senatsbaudirektorin Regula Lüscher mit einem der Preisträgerteams (Team SMAQ MAX! Wien).
Senatsbaudirektorin Regula Lüscher mit einem der Preisträgerteams (Team SMAQ MAX! Wien).

Flüchtlinge in zwei Berliner Flüchtlingsunterkünften beschreiben ihre Lebensumstände in der Dokumentation der Regisseurin Myrna Maakaron.
Flüchtlinge in zwei Berliner Flüchtlingsunterkünften beschreiben ihre Lebensumstände in der Dokumentation der Regisseurin Myrna Maakaron.

Circa 100 Gäste nahmen an der Preiszeremonie teil und konnten alle 150 Arbeiten in einer Ausstellung sehen.
Circa 100 Gäste nahmen an der Preiszeremonie teil und konnten alle 150 Arbeiten in einer Ausstellung sehen.

Die Mitglieder der Jury bei der Preiszeremonie (von links) Regula Lüscher, Donatella Fioretti, Jörg Friedrich und Cagla Ilk.
Die Mitglieder der Jury bei der Preiszeremonie
(von links) Regula Lüscher, Donatella Fioretti, Jörg Friedrich und Cagla Ilk.

Als Auszeichnung für ihr Projekt erhielten die Preisträger ein Emailleschild mit dem Logo des Berlin Awards 2016.
Als Auszeichnung für ihr Projekt erhielten die Preisträger ein Emailleschild mit dem Logo des Berlin Awards 2016.

Kissen mit Berlinmotiven als Symbol für Heimat und Geschenk an die Preisträger.
Kissen mit Berlinmotiven als Symbol für Heimat und Geschenk an die Preisträger.

Die Journalistin Lucia Brauburger moderierte während der Preiszeremonie.
Die Journalistin Lucia Brauburger moderierte während der Preiszeremonie.