Soziale Stadt  

 

Gender Mainstreaming in den Handlungsfeldern der Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung und Wohnen - Projekte

Genossenschaftliches Wohnen als selbstbestimmte Wohn- und Lebensform -
Innovation durch Gender sensible Praxis


Beteiligungsverfahren zur Wohnumfeldgestaltung (Charlottenburger Baugenossenschaft eG): Modell Männergruppe
Beteiligungsverfahren zur Wohnumfeldgestaltung (Charlottenburger Baugenossenschaft eG): Modell Männergruppe

Die genossenschaftliche Wohnform entspricht insbesondere dem Bedürfnis von Frauen hinsichtlich gleichberechtigter Wohnbedingungen, solidarischem Handeln und wirtschaftlicher Unabhängigkeit. Bei der Entwicklung zielgruppenspezifischer Wohnangebote bietet es sich also an, die Wohn- und auch Arbeitsraumbedürfnisse potentieller Zielgruppen stärker zu differenzieren nach Geschlechtern, Alter, Lebensstil und auch den Interessen aktueller oder potentieller Mitglieder aus anderen Herkunftsländern.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung führte daher im Handlungsfeld Wohnen des Gleichstellungspolitischen Rahmenprogramms mit vier Berliner Wohnungsbaugenossenschaften ein Pilotprojekt durch, konzipiert und begleitet durch das Netzwerk gender+. In einem innovativen Public-Private-Partnership zur Erprobung von Gender Mainstreaming als Instrument zur Qualitätssicherung wurden Projekte in ausgewählten wohnungswirtschaftlichen Handlungsfeldern entwickelt.

Wesentliche Inhalte der Prozessbegleitung und Projekte waren:
  • die Sensibilisierung für die Relevanz von Gender-Aspekten für wohnungswirtschaftlich erfolgreiches und qualitätvolles Handeln,
  • die Vermittlung fachlichen Gender-Wissens zu den Themen Wohnen, Wohnungswirtschaft, Wohnumfeld, soziale Infrastruktur, Service und Marketing im Bereich Wohnen sowie zu Gender-Aspekten der internen Kommunikation der Unternehmen,
  • erste Anwendung von Gender-Kriterien zur Qualitätsentwicklung in Workshops und Projekten sowie
  • Wissensvermittlung und Praxiserfahrung zu gendergerechten und kultursensiblen Beteiligungsverfahren.

Erfahrbar wurde, wie geschlechter-, alters- und kulturell differenzierendes, prozessorientiertes Denken und Handeln als "Rüstzeug" genutzt werden kann für die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen, vor denen wohnungswirtschaftliche Akteure stehen.

Die beteiligten Genossenschaften wählten folgende Handlungsfelder:
  • Gendergerechtes Beteiligungsverfahren zur Neugestaltung eines Generationen übergreifend zu nutzenden Steglitzer Innenhofes
    (Charlottenburger Baugenossenschaft eG )
  • Gendergerechte Gestaltung der internen und externen Kommunikation zum Projekt alternsgerechter Bestandsanpassung
    (Beamten-Wohnungs-Verein zu Köpenick eG)
  • Interkulturelle Kommunikation und Motivation nachbarschaftlicher Aktivitäten in einem Bestandssegment mit hohem Anteil von Bewohnerschaft mit Migrationshintergrund
    (Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG)
  • Aspekte gendergerechten Marketings
    (Wohnungsgenossenschaft "Marzahner Tor" eG)

Projektstruktur
Projektstruktur


Die Projekte wurden von hauptamtlich beschäftigten leitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Genossenschaftsverwaltungen kontinuierlich begleitet. Der Fachverband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU) sowie seine Fachakademie BBA (Akademie der Immobilienwirtschaft e.V. Berlin) unterstützten den Projektauftakt und waren in den Projektabschluss eingebunden. Verantwortlich auf der Ebene der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung waren Sibylle Krönert als Genderbeauftragte und Dr. Jochen Hucke als fachlicher Referent. Die Projektleitung hatte Christiane Droste (gender+), auf der Ebene der Prozessbegleitung waren neben Pamela Dorsch als Kooperationspartnerinnen von gender+ Angelika Simbriger (kölnInstitut iPEK) und Dr. Gabriele Schambach (GenderworkS) eingebunden.

Das Projekt beweist in unterschiedlichen Handlungsfeldern, dass die systematische Anwendung von Gender-Kriterien und -Instrumenten in der wohnungswirtschaftlichen Praxis dazu beiträgt, qualitätvolles generationenübergreifendes und lebensstilorientiertes Wohnen zu entwickeln, das insbesondere den Bedürfnissen von Frauen und Familien in ihren vielfältigen Erscheinungsformen und aus unterschiedlichen Herkunftsländern entspricht.

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Vielfalt fördern in Wohnungsbau-
genossenschaften
– Qualitätssicherung durch Gender Mainstreaming



Advocating diversity in housing cooperatives – Quality assurance through Gender Mainstreaming


Modelle genossenschaftlichen Wohnens – Gender Mainstreaming in der genossenschaftlichen Praxis


Links


Ein Pilotprojekt in Bildern
Vielfalt fördern durch Gender Mainstreaming - Wohnungsgenossen­schaften auf neuen Wegen