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Referendariat

Fachrichtung Geodäsie


Ausbildungsabschnitte


Ausbildungsabschnitt I:
Liegenschaftskataster und Landesvermessung, Geobasisinformationssystem
(20 Wochen)

Ausbildungsabschnitt II:
Landentwicklung
(16 Wochen)

Ausbildungsabschnitt III:
Landesplanung und Städtebau
(16 Wochen)

Ausbildungsabschnitt IV:
Geodatenmanagement und Geodateninfrastruktur
(16 Wochen)

Ausbildungsabschnitt V:
Lehrgänge/ Seminare/ Arbeitsgemeinschaften/ Exkursionen/ Prüfungszeitraum
(24 Wochen)

Hinzu kommen 12 Wochen Erholungsurlaub.

Gesamtzeitraum des Referendariats:
104 Wochen (24 Monate).

Ausbildungsplan


Ausbildungs­abschnitte und Dauer Ausbildungsstellen (ggf. Dauer) Ausbildungsinhalte (ggf. Dauer)
I – V

Allgemeine Rechts- und Verwaltungs­grundlagen

Führungsaufgaben und Wirtschaftlichkeit


während des gesamten Referendariats in allen Ausbildungs­abschnitten
Allgemein für alle Ausbildungsstellen Management- und Kommunikationsqualifikationen sowie soziale Kompetenz sind in allen Ausbildungsabschnitten ausbildungsbegleitend in Theorie und Praxis zu vermitteln. Durch die eigenständige Bearbeitung von Aufgaben oder Projekten sind die überfachlichen Führungs- und Managementtechniken anzuwenden.

Besonderer Wert ist darauf zu legen, dass die Referendarin oder der Referendar sich in der Präsentationstechnik, im Vortrag und im Schriftverkehr vervollkommnet. Ihr oder ihm ist Gelegenheit zur Teilnahme an Terminen, Verhandlungen und Sitzungen zu geben.
Insbesondere sollen die Referendarinnen oder Referendare an Besprechungsrunden von Behördenleitungen und anderen Führungskräften sowie an der Durchsicht der von Führungskräften zu verteilenden Eingängen (Post, E-Mails) beteiligt werden. Sie sollen Kurzvorträge halten, Besprechungsrunden moderieren und Arbeitsergebnisse vorstellen. Dabei sollen Methoden und Techniken in folgenden Bereichen erlernt werden: Motivation, Gesprächsführung, Konfliktbewältigung, Rhetorik, Visualisierung, Moderation, Protokollierung, Delegation, Besprechungsvorbereitung und -durchführung sowie Feedback über die Ergebniserzielung.

Zum Ende des jeweiligen Ausbildungsabschnittes sollen die Referendarinnen oder Referendare die Ergebnisse ihrer Arbeiten oder aktuelle Themen aus dem Ausbildungsabschnitt präsentieren.

Betriebswirtschaftliche Kompetenzen, Haushaltsgrundlagen und -bewirtschaftung sowie Finanzplanungen, Führungskompetenzen, Qualifizierung im Bereich Recht, Projektmanagement und organisatorische Kompetenz sind nach Möglichkeit fachrichtungsübergreifend zu vermitteln, um ihrem interdisziplinären Ansatz gerecht zu werden. Dies gilt auch für gesellschaftlich relevante Querschnittsbereiche wie Umweltverträglichkeit, nachhaltiges Flächenmanagement und Sozialverträglichkeit.

Zur Stärkung der EU-Kompetenz sind Aspekte über Entscheidungsprozesse auf EU-Ebene, Initiierung und Begleitung von EU-Fördermaßnahmen sowie fachpolitische Strategien in die einzelnen Ausbildungsabschnitte aufzunehmen.
I

Liegenschafts­kataster und Landesvermessung, Geobasis­informations­system


20 Wochen
Für das Vermessungs- und Geoinformationswesen zuständige Senatsverwaltung/ Vermessungsamt (mit Grundbuchamt und Finanzverwaltung) Hospitation bei eine(r)/ (m) Öffentlich bestellten Vermessungs­ingenieur(in)

(insgesamt 14 Wochen)

Für das Vermessungs- und Geoinformations­wesen zuständige Senatsverwaltung / Landes­vermessungs­behörde

(6 Wochen)
Die Referendarin oder der Referendar soll die Strukturen des amtlichen deutschen Vermessungs- und Geoinformationswesens, seine rechtlichen Grundlagen und Organisation sowie Wege der länderübergreifenden Zusammenarbeit kennen lernen.

Die Referendarin oder der Referendar soll sich intensiv mit den Aufgaben des Liegenschaftskatasters, der Landesvermessung und des Geobasisinformationssystems auseinander setzen. Dabei sind die Herausforderungen, Entwicklungstendenzen und Strategien dieser Aufgabenfelder eingehend zu betrachten.

Bei der für das Vermessungs- und Geoinformationswesen zuständigen Senatsverwaltung soll die Referendarin oder der Referendar ablauf- und prozessorientiert u.a. folgende Aufgabenbereiche kennenlernen: Aufsicht über die katasterführenden Behörden und Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure, Grundzüge des verwaltungsrechtlichen Handelns, Anwendung des öffentlichen Dienstrechtes, Zusammenwirken der Verwaltungen interdisziplinär und Ebenen übergreifend, Geschäftsbetrieb und Organisation, Controlling sowie Projektmanagement.

Der Referendarin oder dem Referendar ist Gelegenheit zu geben, beim Grundbuchamt die Einrichtung und Führung des Grundbuches und die geschäftliche Behandlung von Grundbuchsachen kennen zu lernen. In der Finanzverwaltung sollen die Grundzüge der Grundsteuer vermittelt werden.

Die Referendarin oder der Referendar soll aktiv zu praktischen Arbeiten herangezogen werden.
II

Landentwicklung


16 Wochen
Flurbereinigungs­behörde Obere Flurbereinigungs­behörde

mindestens eine Stelle aus:
untere/obere Naturschutzbehörde, untere/obere Wasserbehörde, untere/obere Forstbehörde, Landwirtschafts­behörde, Dorferneuerung, Landentwicklung in einem anderen Bundesland

mindestens eine Stelle aus:
LEADER-Lokale Aktionsgruppe(n), Strukturfonds­einrichtung der Kreisverwaltung

Hospitationen bei EUKommission und Flurbereinigungs­behörden anderer Bundesländer oder im Ausland
Die Referendarin oder der Referendar soll sich vertieft mit den Herausforderungen für die Landentwicklung, wie zum Beispiel Demografischer Wandel oder Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse auseinandersetzen.
Die Referendarin oder der Referendar soll erlernen, wie die Anforderungen an die ländlichen Räume durch Instrumente der Landentwicklung bewältigt werden können. Sie sollen dabei vor allem auf die Strategie Wandel in den Köpfen, die Instrumente LEADER, ILEK, Regionalmanagement und Dorfentwicklung eingehen.

In dem Bereich Agrar- und Strukturpolitik für die ländlichen Räume ist das breite Spektrum der Europäischen und nationalen Förderprogramme, Regionalfonds und Erschließung privater Finanzierungsquellen möglichst bei damit befassten Stellen (auch im Ausland) zu studieren.
In dem Schwerpunktbereich Verfahren nach Flurbereinigungs- und Landwirtschaftsanpassungsgesetz soll die Referendarin oder der Referendar auch zu praktischen Arbeiten herangezogen werden. Im Vordergrund stehen Ziele der ländlichen Bodenordnung nach Verfahrensarten, Erlernen der Abläufe vor allem in den Terminen der Landentwicklung und das Landentwicklungsfachinformationssystem LEFIS.

Modernes Verwaltungshandeln ist an geeigneten Fallbeispielen, durch Gutachten und Untersuchungen zu erlernen.

Bei der Einordnung und Entwicklung der Landentwicklung soll der Blick in überfachlicher Sicht ausgeweitet werden
III

Landesplanung und Städtebau


16 Wochen
Für die Regionalplanung und Landesplanung zuständige Senatsverwaltung/ Stellen (2 Wochen)

Bezirkliche Dienststellen für Geoinformation, Vermessung, Liegenschaften, Planung sowie sonstige technische Aufgaben (z. B. Erschließung, Umweltschutz)

Geschäftsstelle eines Gutachterausschusses für Grundstückswerte

Geschäftsstelle eines Umlegungsausschusses (Umlegungsstelle)

Lehrgang bei einem Institut für Städtebau (oder vergleichbarer Einrichtung) sowie Hospitationen zur Immobilienwert­ermittlung bei Kreditinstituten, größeren Sachverständigenbüros oder Researchunternehmen

(insgesamt 14 Wochen)
Die Referendarin oder der Referendar soll die Aufgaben und Verfahren von Raumordnung und Landesplanung kennen lernen. Hierfür sind Ausbildungsstationen bei der obersten Landesplanungsbehörde und einer für die Regionalplanung zuständigen Stelle besonders geeignet.

Im Bereich der Stadtentwicklung und Stadterneuerung sind neben den Aufgaben der Bauleitplanung insbesondere die Themen Bodenordnung und Immobilienwertermittlung in praktischer Mitarbeit vertieft zu vermitteln. Strategien der Baulandentwicklung und des Flächenmanagements auch in Kooperation mit privaten Investoren sollen behandelt werden.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit soll beispielweise in ämterübergreifenden Arbeitsgruppen, Ausschüssen, bei Planfeststellungsverfahren sowie bei den Anforderungen des Natur- und Umweltschutzes thematisiert werden.

Die Referendarin oder der Referendar soll Gelegenheit erhalten, die allgemeinen technischen Aufgaben einer Kommunalverwaltung eingehend kennen zu lernen. Energiepolitische Strategien, die Aspekte der demographischen Entwicklung sowie Umwelt- und Klimaveränderungen sind ebenfalls wichtige Themen dieses Ausbildungsabschnittes.
IV

Geodaten­management und Geodaten­infrastruktur


16 Wochen
Für das Vermessungs- und Geoinformationswesen zuständige Senatsverwaltung Hospitationen bei Behörden auf Landes- oder Bundesebene, europäischen Institutionen und ggf. auch Wirtschaftsbetrieben mit entsprechenden Geschäftsfeldern Die Referendarin oder der Referendar soll die Herausforderungen für das Geoinformationswesen und dessen Beitrag zum E-Government sowie die zugehörigen Strategien kennen lernen.

Die Referendarin oder der Referendar soll anhand praktischer Mitarbeit das Geodatenmanagement und die Anforderungen der Geodateninfrastruktur (GDI) erlernen, wobei besonders auch die Entwicklungen und Interdisziplinarität vermittelt werden sollen.

Die Ausbildung im Geodatenmanagement soll in großen Geodaten haltenden Stellen erfolgen. Hierbei sind die freie Wirtschaft und die Bundesebene eingeschlossen. Die Ausbildung in Geodateninfrastruktur (GDI) soll maßgeblich bei den Einrichtungen stattfinden, die die zentralen Komponenten der GDI des Ausbildungslandes führen und bei denen die GDI-Koordinierungsstellen angesiedelt sind. Zusätzlich sollen die Referendarinnen oder Referendare Gelegenheit erhalten, Geofachinformationssysteme in den dafür zuständigen Behörden oder anderen Stellen kennen zu lernen, maßgeblich im Bereich Umwelt, der freien Wirtschaft oder auf kommunaler Ebene.

Der Ausbildungsabschnitt eignet sich besonders für die Anfertigung von Abschnitts- oder Projektarbeiten oder für Hospitationen bei europäischen Institutionen, in der Privatwirtschaft oder Einrichtungen der nationalen GDI.
V

Seminare und Lehrgänge, Prüfungen


24 Wochen
Fachrichtungs- und ggf. länderübergreifende Lehrgänge, Arbeitsgemeinschaften o.ä. bei Fortbildungs­einrichtungen der Länder

Für das Vermessungs- und Geoinformationswesen zuständige Senatsverwaltung (insgesamt 12 Wochen)



Ausbildungsbehörde (12 Wochen)
Einführungslehrgang (1 Woche). Im Einführungslehrgang sollen erste Kommunikations- und Managementkompetenzen vermittelt werden (z. B. Rhetorik, Gesprächsführung, Konfliktbewältigung, Visualisierung und Moderation), die in den Ausbildungsabschnitten und den weiteren Lehrgängen auszubauen sind.

Allgemeines Verwaltungsseminar (4 Wochen).

Fachbezogene Verwaltungsseminare (4 Wochen), die im Zusammenhang mit den jeweiligen Ausbildungsabschnitten durchgeführt werden können.

Über mehrere Ausbildungsstellen verteilte Referendarinnen oder Referendare sollen in den für einen Ausbildungsabschnitt erforderlichen fachlichen Grundlagen gemeinsam unterrichtet werden. Dieser einführende Unterricht sollte möglichst zu Beginn des Ausbildungsabschnitts vermittelt werden.
Seminare sowie andere Ausbildungsformen gemäß § 9 APO-TD-Referendariat-VO (z. B. Planspiele, e-Learning, Blended-Learning, Arbeitsgemeinschaften und Übungen in freier Rede, Assessment-Center-Trainingseinheiten sowie Exkursionen).
Besondere Lehrgänge und Seminare sollen eine theoretische Ausbildung in Führungsaufgaben und Wirtschaftlichkeit beinhalten (3 Wochen).

Die alle Geoinformationsverwaltungen gleichermaßen betreffenden fachlichen Seminarthemen können länderübergreifend zentral vermittelt werden (z. B. Angelegenheiten der AdV, des Bundes, der GDI-DE, europäische Themen).

häusliche Prüfungsarbeit (6 Wochen),
schriftliche Arbeiten unter Aufsicht und mündliche Prüfungen einschließlich Prüfungsvorbereitungen (6 Wochen).

Prüfstoffverzeichnis (Auszug)


Fach 1: Allgemeine Rechts- und Verwaltungsgrundlagen

  • Rechtsgeschichte
  • Allgemeines Staatsrecht
  • Grundgesetz, Verfassungen der Länder
  • Die Europäische Union
  • Kommunalrecht
  • Verwaltungsaufbau und Behördenorganisation bei Bund, Ländern, kommunalen Gebietskörperschaften und anderen öffentlich-rechtlichen Institutionen
  • Allgemeines Verwaltungsrecht, Verwaltungshandeln, Verwaltungsprozessrecht
  • Besonderes Verwaltungsrecht
  • Privatrecht und Zivilprozessrecht
  • Strafrecht


Fach 2: Führungsaufgaben und Wirtschaftlichkeit

  • Leitungskonzeption, -methoden und -techniken
  • Management der öffentlichen Verwaltung und Betriebswirtschaftliche Steuerung
  • Personalführung
  • Kommunikation
  • Informationstechnik
  • Organisation
  • Haushalts-, Rechnungs- und Kassenwesen des Bundes, der Länder und der Kommunen
  • Volks- und betriebswirtschaftliche Untersuchungen


Fach 3: Liegenschaftskataster und Landesvermessung, Geobasisinformationssysteme

  • Amtliches deutsches Vermessungs- und Geoinformationswesen
  • Herausforderungen und Bedeutung des amtlichen Vermessungs- und Geoinformationswesens
  • Rechtliche Grundlagen und Organisation
  • Liegenschaftskataster
  • Landesvermessung
  • Geobasisinformationssystem
  • Strategien
  • Länderübergreifende Zusammenarbeit
  • Entwicklungstendenzen


Fach 4: Landentwicklung

  • Herausforderungen für die Landentwicklung
  • Anforderungen an die ländlichen Räume und Instrumente der Landentwicklung
  • Agrar- und Strukturpolitik für die ländlichen Räume
  • Verfahren nach Flurbereinigungs- Landwirtschaftsanpassungsgesetz
  • Modernes Verwaltungshandeln


Fach 5: Landesplanung und Städtebau

  • Herausforderungen für Raumordnung und Stadtentwicklung
  • Landesplanung, Raumordnung
  • Städtebau und Bodenordnung
  • Immobilienwertermittlung
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit
  • Entwicklungsprozesse


Fach 6: Geodatenmanagement und Geodateninfrastruktur

  • Herausforderungen für das Geoinformationswesen
  • Bedeutung der Geoinformation
  • GeoGovernment und Strategien
  • Geodatenmanagement
  • Geodateninfrastruktur (GDI)
  • Entwicklungen und Interdisziplinarität