Mitten in einer dicht bebauten Stadt eine Parklandschaft in der Größe von rd. 250 ha zu entwickeln, ist eine europaweit einmalige Chance und eine große Herausforderung für die Planer. Gefragt ist eine Parklandschaft, die den Charakter des Ortes in angemessener Art und Weise aufgreift und bewahrt, gleichzeitig aber auch einen Rahmen für Vielfalt schafft.
Aufgabe der Planer war es, ein Konzept zu entwickeln, welches unterschiedliche Anforderungen räumlich und funktional zusammenführt und ihnen eine Form gibt, die ästhetisch überzeugt. Das Konzept sollte gleichzeitig sehr flexibel reagieren können, um nötige Anpassungen an geänderte Rahmenbedingungen überstehen zu können. Denn die Realisierung der Parklandschaft wird in einem mehrjährigen Prozess vollzogen. Zentrale Grundlage für den Entwurf sind die
Leitbildthemen zur Entwicklung des Standortes.
Aus diesem Grund wählte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ein mehrstufiges Wettbewerbsverfahren, welches mit einem internationalen landschaftsplanerischen Wettbewerb begann, an dem sich 78 Planerteams aus dem In- und Ausland beteiligten. Aus den eingereichten Arbeiten hat das Preisgericht im Juni 2010 sechs Arbeitsgemeinschaften ausgewählt:
- BASE Landschaftsarchitekten (Paris) und anOtherArchitect (Berlin) mehr
- Capatti Staubach Landschaftsarchitekten und Christoph Mayer Architekt (beide Berlin) mehr
- bbzl böhm benfer zahiri landschaften städtebau (Berlin) mehr
- Topotek1 Landschaftsarchitekten (Berlin) und Dürig Architekten (Zürich) mehr
- Rehwaldt Landschaftsarchitekten und Rohdecan Architekten (beide Dresden) mehr
- GROSS.MAX. Landschaftsarchitektur und Sutherland Hussey Architects (beide Edinburgh) mehr
Nach einer öffentlichen Präsentation, Bürgerforen und Diskussionen konkretisierten und vertieften die ausgewählten Teams in einem Verhandlungsverfahren ihre Entwürfe. Anfang April ging das Büro GROSS.MAX. Landschaftsarchitektur mit Sutherland Hussey Architects als
Sieger aus diesem Verhandlungsverfahren hervor. Nun steht in einem weiteren Prozess die Konkretisierung dieses Entwurfes an.
Siegerentwurf von GROSS.MAX. Landschaftsarchitektur mit Sutherland Hussey Architects (Edinburgh):
Mögliche Nutzung des Vorfeldes durch die IGA 2017
Stege durch die Wasserlandschaft
Quelle: GROSS.MAX. Landschaftsarchitektur mit Sutherland Hussey Architects (Edinburgh)
Da die Entwicklung der Parklandschaft Tempelhof eine Aufgabe ist, die auf großes Interesse in der Bevölkerung stößt, wurden von Beginn an Bürgerinnen und Bürger in die Planung einbezogen. Kernpunkte des Dialogs sind Umfragen, Diskussionen und ein Besuchermonitoring. Dieser Beteiligungsprozess wird auch während der Konkretisierung des Entwurfs weitergeführt -
Sie sind herzlich eingeladen, sich am Prozess zu beteiligen!