Tempelhofer Freiheit
Geschichte
Das ehemalige Exerzierfeld der Kaiserzeit, damals vor den Toren der Stadt, war zunächst ein beliebtes Ausflugsziel der Berliner. Dann lockten nicht mehr Militärparaden und Pferdesport, sondern neue Technik, nämlich Flugexperimente die Neugierigen zu Beginn des Jahrhunderts an. Die Namen der Luftverkehrspioniere Otto Lilienthal, der Gebrüder Wright und Graf Zeppelin sind mit dieser Zeit und diesem Ort verbunden. Der 1923 eröffnete erste Berliner Zentralflughafen wurde 1926 Heimathafen einer Luftverkehrsgesellschaft, die sich später zur Deutschen Lufthansa entwickelte.
Der Flughafen und das Flughafengebäude in seiner heutigen Form aus dem Jahr 1936 sind einerseits Ausdruck nationalsozialistischer Herrschaft, aber gleichzeitig auch hervorragendes Beispiel für die Entwicklung eines völlig neuen Bautyps: des Großflughafens moderner Prägung. Den monumentalen Architekturvorstellungen der Nationalsozialisten entsprechend entstand einer der größten Gebäudekomplexe Europas. Während der Berlin-Blockade in den Jahren 1948 und 1949 rückte der Flughafen Tempelhof mit der Luftbrücke dann in den Mittelpunkt des Weltgeschehens und erlangte weltweite Bekanntheit.
Das Ensemble von Flugfeld und Flughafengebäude und seine markante stadtstrukturelle Ausprägung ist in dieser Form einzigartig. Eine weitere Nutzung, nach Einstellung des Luftverkehrs, muss auf die besondere Entwicklungsgeschichte des Areals eingehen. Daher liegt es nahe, nach Aufgabe des Verkehrsflughafens die besondere Prägung des Ortes durch die Technikentwicklung, Fliegen und Luftfahrtgeschichte weiter lebendig zu halten und mit heutigen urbanen Bedürfnissen zu verbinden.
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