Städtebau  

 

Molkenmarkt/Klosterviertel - Stadtgeschichte

Graues Kloster


Die Ruine der Franziskaner-Klosterkirche nach der Restaurierung, 1963; Quelle: Landesdenkmalamt Berlin, Fotoarchiv
Die Ruine der Franziskaner-Klosterkirche nach der Restaurierung, 1963
Quelle: Landesdenkmalamt Berlin, Fotoarchiv

Das Berliner Franziskaner-Kloster entstand im 13. Jahrhundert in unmittelbarer Nähe zur Stadtresidenz der Markgrafen und zur Stadtmauer. 1539 wurde das Kloster im Zuge der Einführung der Reformation in der Mark Brandenburg aufgehoben. 1574 entstand in seinen Gebäuden das Berlinische Gymnasium zum Grauen Kloster. Dreieinhalb Jahrhunderte lang war das Gymnasium eine der führenden Brandenburgischen Bildungseinrichtungen. Der Zweite Weltkrieg beschädigte Kirche und Schulgebäude schwer. Der Schulbetrieb wurde in einem Ausweichquartier der Niederwallstraße weitergeführt. In der DDR wurde 1958 radikal mit der Tradition der Schule gebrochen und zunächst der vier Jahrhunderte alte Name verboten. Später erfolgte eine Neugründung des Gymnasiums unter historischem Namen im Westteil der Stadt. Die letzten baulichen Überreste des Klosters wurden im Juni 1968 abgebrochen.

Mittelschiff der Klosterkirche mit Blick auf den Eingang, 2008; Foto: Philipp Eder
Mittelschiff der Klosterkirche mit Blick auf den Eingang, 2008
Mit dem Umbau der Grunerstraße entsteht nördlich der Klosterruine zwischen Litten- und Klosterstraße ein neues Baufeld. Es soll entsprechend dem historischen Vorbild für einen Schulstandort genutzt werden. Der „Förderverein des Evangelischen Gymnasiums zum Grauen Kloster – Berlinisches Gymnasium in Berlin-Mitte e.V.” unterstützt entsprechend seiner Satzung für „den Aufbau einer Schule am alten Ort des Berlinischen Gymnasiums zum Grauen Kloster”.

Webseite Förderverein Evangelisches Gymnasium „Graues Kloster - Mitte”

Archäologische Ausgrabungen am Grauen Kloster

Nördlich der Ruine der Klosterkirche wurden 2014 auf drei Prospektionsflächen archäologische Ausgrabungen durchgeführt. Dabei wurden unter anderem Fundamente des Kapitelsaals, ein Feldsteinfundament, Pfeilerreste des Kreuzgangs sowie Bodenbeläge gefunden.


Blick von der Klosterstraße auf den Arkadengang und das Portal der Klosterkirche, 1890; Quelle: Landesdenkmalamt Berlin, Fotoarchiv; Fotograf: A. Schwartz
Graues Kloster im Jahr 1890
Quelle: Landesdenkmalamt Berlin, Fotoarchiv