Städtebau  

 

Molkenmarkt/Klosterviertel - Stadtgeschichte

Denkmale/Archäologisch bedeutsame Bereiche


Überlagerungsplan mit Kennzeichnung der aktuellen Ausgrabungen und der ehemaligen Lage von bedeutenden Bauten; Quelle: Landesdenkmalamt Berlin (LDA)
Überlagerungsplan mit Kennzeichnung der aktuellen Ausgrabungen und der ehemaligen Lage von bedeutenden Bauten
Quelle: Landesdenkmalamt Berlin (LDA)

Baudenkmale und Denkmalbereiche

Im Plangebiet und seiner Umgebung befinden sich Baudendenkmale sowie Denkmalbereiche (Ensembles), die nach § 8 des Denkmalschutzgesetzes Berlin (DSchG Bln) geschützt und in die Denkmalliste Berlin eingetragen sind. Hierbei handelt es sich um folgende Gebäude und Anlagen,

Neues Stadthaus, 2008; Foto: Philipp Eder
Neues Stadthaus, 2008
Darüber wurden kürzlich zwei weitere Denkmalbereiche unter Schutz gestellt. Ein Bereich umfasst das Bodendenkmal Großer Jüdenhof, den Standort der ehemaligen Französischen Kirche als potenzielles Bodendenkmal sowie das Baudenkmal Neues Stadthaus. Der zweite Bereich erstreckt sich auf die Flächen der ehemaligen Klosteranlage zwischen Kloster- und Littenstraße mit den potenziellen Bodendenkmalen Kreuzgang und Kapitelsaal des Grauen Klosters sowie das Baudenkmal ehemalige Klosterkirche.

Unmittelbar angrenzend an den Geltungsbereich sind das Rote Rathaus (Jüdenstraße 1 / Rathausstraße 15), das Alte Stadthaus (Jüdenstraße 34/42) und die Parochialkirche (Parochialstraße 66) sowie das Palais Schwerin (Molkenmarkt 1-3) und das Gerichtsgebäude in der Littenstraße (Littenstraße 12-17) als Baudenkmale geschützt. Beim Kirchhof der Parochialkirche handelt es sich um ein eingetragenes Gartendenkmal. Beim westlich angrenzenden Nikolaiviertel handelt es sich um einen Denkmalbereich, innerhalb dessen die Nikolaikirche zusätzlich als Bau- und der Standort als Bodendenkmal geschützt ist. Ein weiterer Denkmalbereich – mit den Baudenkmalen Städtisches Verwaltungsgebäude C in der Klosterstraße 59 und GASAG-Geschäftshaus in der Littenstraße 109 – befindet sich südlich des Plangebiets in der Stralauer Straße.

Altes Stadthaus, 2008; Foto: Philipp Eder
Altes Stadthaus, 2008

Bodendenkmale

Der Bereich des ehemaligen Großen Jüdenhofes ist als Bodendenkmal in der Denkmalliste verzeichnet. Hier sind Fundamente der Bebauung des 18. und 19. Jahrhunderts im Boden erhalten. Zwischen 2010 und 2013 wurden durch das Landesdenkmalamt Berlin in diesem Bereich Grabungen durchgeführt. Diese ergaben, dass die charakteristische Hofstruktur des Jüdenhofs erst in der frühen Neuzeit entstanden ist und die mittelalterliche Bebauung durch eine kleinteilige, entlang damaliger Straßenzüge orientierte Parzellenstruktur, geprägt war. Für die noch nicht bzw. noch nicht vollständig untersuchten Flächen besteht ein Grabungsvorbehalt.

Eine besondere Wertigkeit hat ein mittelalterlicher Steinbau im nordöstlichen Platzbereich. Das Landesdenkmalamt strebt eine vollständige Freilegung und Integration als „archäologisches Fenster” in die künftige Freiflächengestaltung des Jüdenhofes an.

In diesem Bereich soll ein Durchgang zur zukünftigen Bebauung und der geplanten Freifläche im Bereich der ehemaligen Französischen Kirche gesichert werden. Der ehemalige Kirchenstandort selbst ist ebenfalls von besonderer bodenarchäologischer Bedeutung, da erhaltene Fundamente der Französischen Kirche aus dem 17. Jahrhundert im Untergrund vermutet werden.

Ebenfalls von großer archäologischer und stadtgeschichtlicher Bedeutung ist das Areal um die ehemalige Klosterkirche zwischen Kloster- und Littenstraße. Im Umfeld der Kirchenruine sind im Boden noch die Fundamente der mittelalterlichen Klosterbebauung und der nachfolgenden Nutzung der Anlage als Schule erhalten.

Auf dem Areal erfolgten in den Jahren 2013/2014 archäologische Grabungen auf drei ausgewählten Prospektionsflächen. Dabei konnten Fundamente des Kapitelsaals, ein Feldsteinfundament, Pfeilerreste des Kreuzgangs sowie Bodenbeläge ausgegraben werden. Sowohl für den Kreuzgang als auch für den Kapitelsaal wird eine Unterschutzstellung als Bodendenkmal geprüft.