Städtebau  

 

Berliner Mitte

Molkenmarkt / Klosterviertel

Foto: Dirk Laubner

Der Bereich Molkenmarkt/Klosterviertel liegt im historischen Zentrum Berlins. Er gehört zu den ältesten Stadtteilen. Vom Klosterviertel, einer Keimzelle Alt-Berlins, sind nur noch Versatzstücke erkennbar. Zu den historischen Besonderheiten des Gebietes zählen, der Molkenmarkt, als ältester Marktplatz Berlins, der große Jüdenhof und die kunsthistorisch bedeutende Ruine der Klosterkirche. Die verbliebenen historisch bedeutenden Gebäude im Umfeld, wie das Rote Rathaus, die Parochialkirche und das Alte Stadthaus liegen isoliert und beziehungslos zueinander, ohne städtebauliche und strukturelle Verbindung.

Durch Kriegszerstörungen, Abrisse und den Straßendurchbruch Grunerstraße ist aus einem vormals urbanen, stadtgeschichtlich bedeutsamen Stadtviertel ein unwirtlicher Bereich geworden. Das Gebiet wurde seiner Identität beraubt. Das Erscheinungsbild des Molkenmarktes und des Klosterviertels wird heute maßgeblich durch überdimensionierte Verkehrsflächen geprägt.

Die städtebauliche Situation des Plangebietes wird damit der historischen und stadträumlichen Bedeutung des Ortes für die Gesamtstadt und die Stadtmitte in keiner Weise gerecht. Die stadträumlich zusammengehörigen nördlichen Bereiche Alt-Berlins sind von den südlichen Bereichen getrennt. Der Molkenmarkt, als Kreuzungspunkt der Straßen Mühlendamm, Stralauer und Spandauer Straße, ist als Platzraum nicht mehr erkennbar. Das Gebiet ist durch Monostrukturen von Bürobauten und Verwaltungen nahezu ohne relevante Wohn- oder Ladennutzung geprägt. An den Hauptverkehrsstraßen befinden sich kaum städtische Nutzungen. Die Straßen werden insbesondere von Verkehrsnebenflächen und Parkplätzen begrenzt.

Ausschnitt aus dem 3D-Innenstadtmodell (Stand: Oktober 2015)
Ausschnitt aus dem 3D-Innenstadtmodell (Stand: Oktober 2015)

Im Zusammenhang mit den anderen Projekten zur Entwicklung der historischen Mitte sollen auf Basis der Leitlinien des Planwerks Innere Stadt die durch Verkehrsflächen geprägten Bereiche in Anlehnung an den historischen Stadtgrundriss neu strukturiert werden. Dadurch werden wieder räumliche Qualitäten und ein lebendiges zentrales Stadtgebiet entstehen.

Zur planungsrechtlichen Sicherung dieser Neugestaltung wurde das Bebauungsplanverfahren 1-14 eingeleitet. Das Plangebiet ist begrenzt durch das Rote Rathaus und die Rathauspassagen im Norden, die Littenstraße im Osten, die Stralauer Straße im Süden und das Nikolaiviertel im Westen.

Aktuell

Ein Stück historische Mitte soll wieder entstehen - Senat beschließt Bebauungsplanentwurf für den Bereich Klosterviertel/Molkenmarkt