Städtebau  

 

Messe Berlin

Entwicklung nach der Wiedervereinigung 1990


Haupteingang Süd im Februar 2014; Foto: Philipp Eder
Mit der südlichen Messe-Erweiterung wurden zusätzliche 80.000 m² Ausstellungsfläche geschaffen. Das Foto zeigt den Haupteingang Süd im Februar 2014.    Foto: Philipp Eder

Neue Chancen nach der Wiedervereinigung

Mit dem Fall der Mauer 1989 und der deutschen Wiedervereinigung 1990 befindet sich die Metropole Berlin geographisch und politisch wieder in der Mitte Europas. Die Berliner Messegesellschaft setzte sich das Ziel, aus der Rolle des institutionellen Zuwendungsempfängers des Haupteigentümers - dem Land Berlin - heraus zu kommen und als privatisiertes Unternehmen zu handeln. Im Jahr 1992 firmierte die AMK Berlin zur "Messe Berlin GmbH" um.

Auf der Grundlage eines 1989/1990 durchgeführten Realisierungswettbewerbes wurde von 1993 bis 2000 die südliche Messeerweiterung im Bereich an der Jafféstraße durchgeführt (Architekt / Preisträger: O.M. Ungers). Die Erweiterung umfasst ca. 80.000 Quadratmeter. Die Übergabe des vierten und letzten Bauabschnitts der südlichen Messeerweiterung erfolgte im Januar 1999. Wesentliches Ziel des Entwurfs war die Wiedergewinnung einer Gesamtfigur im Sinne von Wagner/Poelzig. Dem Entwurf wohnt eine sehr gute Kompaktheit und modulare Systematik inne, und er wurde in mehreren Überarbeitungen an die Bedürfnisse der Messe Berlin GmbH angepasst.

Für den Bereich nördlich der Masurenallee auf dem Gelände der Parkplätze und des Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) fand 1991 in Kooperation mit dem Projektentwickler Skanska ein Architekturwettbewerb statt, den das Architekturbüro Ganz & Rolfes gewann. Der sogenannte "Teleport" wurde jedoch nicht realisiert. Das Gelände des ZOB weist unverändert ein erhebliches Entwicklungspotenzial auf.

Zur Internationalen Grünen Woche Berlin 2003 wurde der Haupteingang Süd (siehe Bild oben) fertig gestellt, der eine direkte Verbindung zwischen dem Messegelände und dem S-Bahnhof Eichkamp / Messe-Süd herstellt und Raum für viele Serviceeinrichtungen sowie eine Arena für Veranstaltungen unter freiem Himmel bietet. Für den Bau des Südeingangs wurde im Jahr 2001 die Eissporthalle in der Jafféstraße abgerissen. Die Planung und Realisierung erfolgte durch das Architekturbüro O.M. Ungers. Die Deutschlandhalle, die zunächst temporär als Ersatzspielstätte für den Eissport diente, wurde nach intensiver denkmalfachlicher Diskussion im Winter 2011/2012 abgerissen. Damit konnte an diesem Standort die neue Multifunktionshalle „CityCube Berlin” für die Messe Berlin GmbH errichtet werden.

Im Jahr 2004 verbesserte die Messe Berlin GmbH mit ihrem neuen Servicegebäude neben den Gleisanlagen an der Jafféstraße die Messeinfrastruktur für die Dienstleistungspartner.

Zur Bewerbung der Messe Berlin GmbH als Medienzentrum zur WM 2006 hatte die Messe einen "Masterplan" erarbeiten lassen, der u.a. den Neubau einer Medienhalle und eine Umstrukturierung vorsah. Insbesondere der Nordbereich der Messe sollte durch diese Aktivitäten städtebaulich und nutzungsstrukturell ergänzt werden. Mit der Wahl von München als Standort für das Medienzentrum wurden die Pläne jedoch nicht weiter verfolgt.

Weitere messebezogene Überlegungen gab es für die nördlich angrenzenden Bereiche Hammarskjöldplatz, Zentraler Omnibusbahnhof (ZOB) und die heutigen Parkplatzflächen P1 und P2, auf denen sich die ersten Messehallen befanden.

Visualisierung der Umbau-Pläne aus den 1990er Jahren
Darstellung der Umbau-
pläne aus den 1990er Jahren für den südlichen Messebereich

Visualisierung der neuen Messehallen vom Büro O.M. Ungers im südlichen Messebereich
Visualisierung der neuen Messehallen

Visualisierung des Masterplans für die Nutzung des Messegeländes während der Fussball-WM 2006
Visualisierung des Masterplans zur Nutzung des Messegeländes bei der Fussball-WM 2006

Masterplan-Lageplan für die Nutzung des Messegeländes während der Fussball-WM 2006
Masterplan zur Nutzung des Messegeländes bei der Fussball-WM 2006

Visualisierungen und Pläne:
Messe Berlin GmbH