Städtebau  

 

Archiv: Leipziger und Potsdamer Platz

Baulogistik und Energieversorgung

Eine derartig große innerstädtische Baustelle wie am Potsdamer Platz zieht logistische Probleme nach sich. Die Baustelle muss versorgt, Erdreich abtransportiert und Baustoffe gelagert werden. Diesen erheblichen Transportumfang hat man so weit wie möglich über die Schiene oder den Wasserweg abwickeln wollen. Zusätzlich musste ein Zwischenlager für den Erdaushub, Betonanlagen und ähnliches eingerichtet werden. Auch hier fand sich eine innovative Lösung, indem die fünf Investoren (Deutsche Bahn AG, debis, Sony, ABB und Land Berlin) eine gemeinsame Baustellenlogistik Potsdamer Platz GmbH (baulog) gründeten.

Zu- und Abfuhr an der Baustelle Potsdamer Platz


Grafik Baustellenlogistik: Übersicht bewegte Massen an der Baustelle Potsdamer Platz

Baustellenlogistik: Übersicht bewegte Massen an der Baustelle Potsdamer Platz

Die nach dem Krieg verwaisten Güterbahnhöfe Anhalter und Potsdamer Bahnhof boten das flächenmäßige Potenzial für eine funktionierende Baustellenver- und entsorgung. Südlich des Landwehrkanals wurde zusätzlich das Logistikzentrum Süd eingerichtet, welches die verschiedenen Baustellen über eine nichtöffentliche Baustraße bediente und für die eine Behelfsbrücke über den Kanal geschlagen wurde.
Die gute Logistik gewährleistete nicht nur die Versorgungssicherheit der Baustellen, sondern der Transport über Schiff und Bahn ermöglichte auch die Reduzierung der anfangs 45.000 LKW-Kilometer/Tag durch Berlin auf 3.000 Kilometer/Tag. Dadurch wurde der Stickoxidausstoß von jährlich 220 t auf 60 t gesenkt.

Energieversorgung

Eine weitere Besonderheit ist die Planung einer gemeinsamsen Energiezentrale, von der aus das gesamte Planungsgebiet mit Strom, Fernwärme und Fernkälte versorgt werden kann. Von Ringleitungen aus werden über Zweigleitungen die einzelnen Bauvorhaben erschlossen. Diese Idee wurde am 2. November 1993 im Senatsbeschluss über das Energiekonzept Potsdamer/Leipziger Platz festgeschrieben.