Städtebau  

 

Archiv: Leipziger und Potsdamer Platz

Geschichte bis 1945

Leipziger und Potsdamer Platz im Straubeplan von 1910; Quelle: © Landesarchiv Berlin, Kartenabt., Sign.: A 2012/2
Leipziger und Potsdamer Platz im Straubeplan von 1910
Quelle: Landesarchiv Berlin, Kartenabt., Sign.: A 2012/2

Die aus Berlin, Cölln und Friedrichswerder bestehende kurfürstliche und später königliche Residenzstadt erfährt während des 18. Jahrhunderts in westlicher Richtung mit der Dorotheenstadt und der Friedrichstadt wesentliche Erweiterungen und wird durch eine neue Stadtmauer eingefasst. Am Rande dieser barocken Stadterweitrung entstehen drei repräsentative Plätze (Pariser Platz als Carée, Leipziger Platz als Oktogon, Belle Alliance Platz/Mehringplatz als Rondell).

Der Leipziger Platz wird 1732-1738 unter Friedrich Wilhelm I. nach Plänen von Philipp Gerlach als innenliegender achteckiger Vorplatz zum Potsdamer (Stadt-)Tor angelegt und bald mit prächtigen Wohnpalais umbaut. Der davor befindliche spätere Potsdamer Platz liegt noch außerhalb der Stadtgrenze und erst mit der allmählichen Ausweitung der Stadt erfolgt 1823/24 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel eine Neuformulierung der Torsituation. Mit der Errichtung des Potsdamer Bahnhofs im Jahre 1838 gewinnt der Potsdamer Platz an Bedeutung und wird im von Jean Chrétien Selters erstelltem 'Grundriss von Berlin' 1841 erstmalig so bezeichnet. 1867 wird die ausgediente Stadtmauer entfernt und es entsteht eine Doppelplatzanlage. Der Leipziger Platz entwickelt sich zu einem der ersten Geschäftsadressen der Stadt, wozu das Warenhaus Wertheim von Alfred Messel, das größte Kaufhaus Europas, erheblich beiträgt.
Der Potsdamer Platz wächst indessen zum belebtesten und verkehrsreichsten Platz Europas. 1924 werden 11 Polizisten zur Verkehrsregelung benötigt und man entscheidet sich für einen Umbau und die Aufstellung eines Ampelturms aus New York - der ersten Lichtsignalanlage in Europa.

Stadtplanung zur Zeit des Nationalsozialismus 1933-1945

Die von Hitler gegründete und mit umfassender Planungskompetenz ausgestattete Generalinspektion unter Albert Speer beschließt 1937 die Neugestaltung der Reichshauptstadt.
Im Bereich des heutigen Potsdamer Platzes und des Tiergartenviertels beginnen 1938 die Abrisse für die geplante Nord-Süd-Achse der Speerschen Reichshauptstadtplanung. Die Achse soll durch dicht bebaute Stadtviertel in Tiergarten und Schöneberg geschlagen werden und die Verwandlung Berlins in die megalomane ´Welthauptstadt Germania´ einleiten.
Die zentrale Bedeutung in diesem Abschnitt sollte der neu zu schaffende Runde Platz bekommen, für den bereits das "Haus des Fremdenverkehrs" begonnen wurde. Potsdamer und Leipziger Platz sollten zwar an dessen Rand erhalten bleiben und in die historische Stadt überleiten, waren jedoch nicht integraler Bestandteil der geplanten Achsen.

Leipziger Platz 1734
Leipziger Platz 1734

Leipziger Platz um 1800
Leipziger Platz um 1800

Leipziger Platz um 1867
Leipziger Platz um 1867

Leipziger Platz um 1888
Leipziger Platz um 1888

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