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Der Museumspark in Rotterdam


Kunsthal (c) Hans Werlemann - Klick für Vergrößerung (42 kb)
Kunsthal; Foto: Hans Werlemann

Kurzvorstellung

Der Museumspark befindet sich in der Innenstadt von Rotterdam. Das Boijmans van Beuningen Kunstmuseum, das Niederländische Architekturinstitut und das Naturhistorische Museum sind in eine Parkanlage eingebettet, die auch für Veranstaltungen genutzt wird. Gastronomie und Museumsshops sind den jeweiligen Museen angegliedert.

Entstehungsgeschichte des Museums

Das ehemalige Land der Familie van Hoboken, wurde nach dem Tod des Landherrn Anthonie van Hoboken 1924 von der Stadt Rotterdam aufgekauft, in deren Händen es immer noch ist. Die Stadt beschloss das innerstädtische Gelände als Museumspark zu nutzen und die Grünanlage zu erhalten. Im Laufe der 80jährigen Verwaltung durch die Stadt gab es 1935 und um 1990 einen deutlichen Entwicklungsschub für das Gelände als Museumspark. 1935 entstand am nördlichen Rand des Geländes das Kunstmuseum Boijmans van Beuningen, das in einen klassisch symmetrischen Park eingebettet war. Die Villa der Familie van Hoboken am südlichen Westzeedijk wurde als Volkshochschule umgenutzt. 1953 beschloss die Stadt den westlichen Teil des Landes abzutrennen und für den Bau des Krankenhauses Dijkzigt zu nutzen. Ab 1970 wurde die Schaffung eines Kulturbezirks diskutiert, um einerseits eine Aufwertung der Gegend zu erreichen und andererseits das kulturtouristische Profil der Stadt zu schärfen. Eine erste Erweiterung des Boijmans van Beuningen geschah 1972. 1987 bezog das Naturhistorische Museum die ehemalige Villa.

Entwicklung der letzten Jahre

Um 1990 kam es zur zweiten intensiven Bautätigkeitsphase und einer grundsätzlichen Umgestaltung des Museumsparks. International bekannte Architekten wurden für die Neubauten gewonnen. Das Büro OMA entwarf die Kunsthalle mit ihren Wechselausstellungen, Jo Coenen das niederländische Architekturinstitut. Von Burle Marx stammt die Fußgängerbrücke. Im Zuge der Veränderungen entschloss sich auch das Naturhistorische Museum zu einer Erweiterung. Das Boijmans van Beuningen Museum erhielt neben einer umfassenden Renovierung einen weiteren Neubau und den van Beuningen de Vriese Pavillon mitten im Park. Der Park wurde auf Grundlage eines umfassenden Konzeptes des französischen Landschaftsarchitekten Brunier in Zusammenarbeit mit dem niederländischen Architekturbüro OMA in vier Zonen unterteilt: einen Teil mit der Kunsthalle und dem Naturhistorischen Museum, einen romantischen Garten in ländlicher Künstlichkeit, einen Bereich für öffentliche Veranstaltungen mit Asphaltfragmenten und einen Vorhof in urbaner Künstlichkeit für das Niederländische Architekturinstitut. Es ist festzustellen, dass trotz prominenter Architektur der erhoffte Aufschwung nur schleppend einsetzte. Im Zuge der Aktivitäten Rotterdams als Kulturhauptstadt Europas 2001 siedelten sich zwar einige Galerien an, die aber in den Folgejahren wieder abwanderten. Der Museumspark Rotterdam ist heute eine von Kulturtouristen gut besuchte innerstädtische Gegend von nationaler Bedeutung. Dennoch kann das Gelände nicht als lebendiges Kulturgelände bezeichnet werden, da außerhalb von konkreten Veranstaltungen wenige Anreize bestehen, das Areal zu besuchen.

Links

  Villa Dijkzigt um 1870 - Klick für Vergrößerung (37 kb)
Villa Dijkzigt um 1870


Museumspark (c) Hans Werlemann - Klick für Vergrößerung (58 kb)
Museumspark; Foto: Hans Werlemann


Boijmans van Beuningen Museum - Klick für Vergrößerung (97 kb)
Boijmans van Beuningen Museum; Foto: Hans Werlemann


Kunsthal (c) Hans Werlemann - Klick für Vergrößerung (78 kb)
Kunsthal; Foto: Hans Werlemann