Städtebau  

 

Kulturforum

Scharouns Pläne


Der Philharmonie-Neubau als Initialzündung für das Kulturforum

Im Jahr 1959 fiel die Entscheidung, die Philharmonie südwestlich des alten Kemperplatz zu errichten. Der Architekt Hans Scharoun überarbeitete seinen preisgekrönten Wettbewerbsentwurf, der ursprünglich für den zuvor geplanten Standort an der Bundesallee vorgesehen war, und ergänzte ihn um einen Kammermusiksaal südwestlich der Philharmonie. Die Außenanlagen entwarf Hermann Mattern. 1960 wurde der Grundstein gelegt, 1963 war das Gebäude fertig und die Initialzündung für das Kulturforum gegeben.

Das von Hans Scharoun bereits im Hauptstadtwettbewerb (1957) entwickelte Konzept eines „geistigen Bandes” wurde indes noch in der Bauphase der Philharmonie durch den Mauerbau (1961) verworfen. Die Idee eines Kulturzentrums in fußläufiger Nähe zur Museumsinsel sollte nun für mehr als 40 Jahre in nicht erreichbare Ferne rücken.

Scharouns Gesamtkonzept für das Kulturforum

Scharoun bot im Jahr 1963 in seinem siegreichen Wettbewerbsbeitrag für den Bau der Neuen Staatsbibliothek am Kulturforum auch ein Gesamtkonzept für die weitere Entwicklung des Kulturforums an. Das Konzept sah nordöstlich der Matthäuskirche ein Gästehaus - eine Programmvorgabe des Wettbewerbs - vor. Das Gebäude der Staatsbibliothek, den sogenannten „Berg”, riegelte er nach Osten gegen die geplante Stadtautobahn ab und öffnete es nach Westen. In terrassenförmigen Stufen fällt es zur Potsdamer Straße, dem „Tal”, ab.

Gegenüber sollte das Gästehaus ebenfalls in Terrassen wieder ansteigen. Gästehaus und ein Gebäude an der Ecke Sigismundstraße / Matthäikirchstraße rahmten die St. Matthäus-Kirche. Weitere Bauten schlossen sich nach Norden an, so dass vor der Kirche ein Platzraum entstanden wäre. Dieser wurde nordöstlich vom vorgeschlagenen Kammermusiksaal begrenzt. Prägend für dieses Konzept war das Leitbild der Stadtlandschaft.