Städtebau  

 

Kulturforum

Piazzetta – Eingang zu den Museen der Europäischen Kunst


Piazzetta, Juni 2014; Foto: Philipp Eder
Piazzetta, Juni 2014  Foto: Philipp Eder

Entsprechend den Planungen des Architekten Rolf Gutbrod gruppieren sich die Museen der Europäischen Kunst um einen zentralen Platz, die so genannte „Piazzetta”. Durch die schiefe Ebene (das Gefälle beträgt 6%) sollte die zentrale Eingangshalle von der Matthäikirchstraße sichtbar bleiben und am höchsten Punkt eine Fußgängerbrücke den Museumsbereich mit dem Tiergarten verbinden.
Außerdem war geplant, an das Kunstgewerbemuseum einen zweigeschossigen Bau anzuschließen, der im Erdgeschoss ein Café mit wintergartenähnlicher Verglasung aufnehmen und im Obergeschoss mit Ziegeln verkleidet sein sollte. Die vorgesehenen Anschlussflächen sind noch an der zum Platz orientierten Fassade des Kunstgewerbemuseums zu erkennen. Auch auf dem Platz ist an fehlenden Bodenplatten und aus dem Boden ragenden Stützen und Aufbauten für Treppenhäuser erkennbar, wo sich das Gebäude mit dem aufgeständerten Durchgang zwischen Café und Kunstgewerbemuseum befinden sollte. Der Bau kam bisher nicht zur Ausführung und im Augenblick nutzt eine gut angenommene Caféteria mit Terrasse den freien Bereich.

Rolf Gutbrod hatte sich die Gestaltung der Piazzetta als eine im landschaftlichen Stil begrünte Fläche vorgestellt. 1984 wurde dazu ein eigener künstlerischer Wettbewerb ausgelobt, den der Künstler Heinz Mack gewann. Er plante die Verlegung von Granitplatten, deren Muster am besten auf Luftbildern zu erkennen ist. Parallel zu diesem Wettbewerb fand das „Internationale Gutachterverfahren Kulturforum” (1983) statt, das der Wiener Architekt Hans Hollein gewann. Sein Entwurf sah im Verlauf der Matthäikirchstraße einen Kanal vor. Anpassungen zwischen den Entwürfen von Mack und Hollein wurden notwendig: Die Blockstufen am östlichen Platzrand sollten das Kanalufer bilden und an der Stelle der mittleren Treppe wäre eine Brücke über den Kanal gespannt worden.

Die Funktionalität der Piazzetta wird heute in Frage gestellt, da sich dem Besucher der Zugang zu den Museen nicht eindeutig erschließt und unnötig erschwert wird. Es wird daher überlegt, den Platz neu zu gestalten (siehe auch  pfeil_rechts_3366cc Senatsbeschluss).