Städtebau  

 

Kulturforum

Neue Staatsbibliothek und Ibero-Amerikanisches Institut


Neue Staatsbibliothek und Ibero-Amerikanisches Institut, 2004; Foto: Philipp Eder
Neue Staatsbibliothek und Ibero-Amerikanisches Institut, 2004   Foto: Philipp Eder

1963 wurde ein Realisierungswettbewerb mit elf Teilnehmern zum Bau der pfeil_rechts_3366cc Neuen Staatsbibliothek mit städtebaulichem Ideenteil ausgelobt.
In dem Neubau sollten die im Zweiten Weltkrieg ausgelagerten Buchbestände wieder zusammen­geführt werden. Mit dem städtebaulichen Ideenteil sollten erste Überlegungen zu einer städte­baulichen Formierung des Kulturforums entwickelt werden.
Der erste Preis ging 1964 an den Entwurf von Prof. Hans Scharoun, der zweite Preis an Rolf Gutbrod.

Der Bibliotheksbau, der auch das pfeil_rechts_3366cc Ibero-Amerikanische Institut beherbergt, entstand von 1967 bis 1978 an der Potsdamer Straße im Bezirk Tiergarten. Bereits ab 1964 wurden die ausgelagerten Bestände, Dienststellen und Personal der Staatsbibliothek aus Marburg bzw. Tübingen nach Berlin zurückgeführt und zunächst in Provisorien untergebracht. Nach dem Tod von Hans Scharoun im Jahr 1972 wurde die Staatsbibliothek von der Bundesbaudirektion unter Beteiligung von Edgar Wisniewski als künstlerischem Berater fertig gestellt. Das neue repräsentative Bibliotheksgebäude mit großartiger Lesesaallandschaft wurde im Dezember 1978 eingeweiht.

Die Neue Staatsbibliothek bildet den östlichen Abschluss des von Scharoun entworfenen Kulturforums. Wegen des geplanten Verlaufes der Stadtautobahn-Westtangente zwischen dem Grenzstreifen und der Neuen Staatsbibliothek ist die östliche Fassade geschlossen als „Rückseite” ausgebildet. Der Neubau befindet sich auf einem Teil der früheren Potsdamer Straße, der heutigen „Alten Potsdamer Straße”. Die heutige Potsdamer Straße entspricht am Kulturforum nicht mehr dem historischen Verlauf.

Das zum Wettbewerb gehörende städtebauliche Konzept von Hans Scharoun war Grundlage für die weiteren Planungen im Umfeld. Durch den Bau des stark vergrößerten Kammermusiksaales, die zusätzlichen Bauten des Musikinstrumentenmuseums und durch die - gegenüber Scharouns Entwurf - stark vergröberten Museumsbauten wurde jedoch das im städtebaulichen Ideenteil formulierte Konzept schrittweise weiterentwickelt und verändert.