Städtebau  

 

Kulturforum

Neue Nationalgalerie


Neue Nationalgalerie, September 2012; Foto: Philipp Eder
Neue Nationalgalerie, September 2012  Foto: Philipp Eder

Der vom Land Berlin vorgesehene Museumsbau für eine Galerie des Zwanzigsten Jahrhunderts zusammen mit den Werken des 19. Jhdt. aus den Beständen der 1861 gegründeten Nationalgalerie wurde 1962 als Direktauftrag an Mies van der Rohe ohne besondere städtebauliche Vorgaben vergeben und nach dreijähriger Bauzeit (Baubeginn 1965) am 15. September 1968 als erstes Museum am Kulturforum eröffnet.
Nach der Wiedervereinigung erforderten die gewachsenen Bestände der Neuen Nationalgalerie eine Neuordnung. Heute beherbergt sie die europäische Malerei und Plastik des 20. Jahrhunderts von der klassischen Moderne bis zur Kunst der 60er Jahre.
Mit 4.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche und ca. 800 Metern Wandfläche bietet das Haus eine Geräumigkeit, die von außen nicht vermutet wird. Die große Glashalle des Obergeschosses und Teile des Untergeschosses werden für Sonderausstellungen genutzt und ziehen jährlich viele Besucher an. Besonderes Highlight mit 1,2 Millionen Besuchern war 2004 die Sonderausstellung "Das MoMA in Berlin", in welcher 200 Kunstwerke des New Yorker "Museum of Modern Art" als Leihgaben ausgestellt wurden.

Weitere Informationen

Für das Baufeld musste der südliche Teil der Mätthäikirchstraße aufgegeben werden. Dafür wurde die zuvor untergeordnete Sigismundstraße zur Neuen Potsdamer Straße verlängert und erheblich verbreitert.

Die Idee großer, allseits freier Räume, deren Begrenzung gegenüber ihrem Umfeld beinahe aufgehoben ist, war für Mies van der Rohe seit den Zwanziger Jahren ein Leitmotiv seiner Planungen.
Mies van der Rohes nicht ausgeführte Projekte eines Entwurfes für das Verwaltungsgebäude der Baccardi Rum Company auf Kuba und eines Museums für die Sammlung Schäfer in Schweinfurt wurden von ihm erneut aufgegriffen und in einem größeren Maßstab umgesetzt.
Das untere Geschoss öffnet sich nach Westen zu einem Skulpturengarten, der die ganze Breite des Untergeschosses einnimmt. Mies knüpfte damit bewußt an den Skulpturengarten des Museum of Modern Art in New York an, den sein Schüler Philip Johnson 1952-1954 errichtet hatte.