Städtebau  

 

Erweiterung Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße

Open Air-Ausstellung im Erweiterten Bereich


Im Dezember 2007 wurde das Landschaftsplanungsbüro sinai mit dem Architekturbüro Mola Winkelmüller als Sieger eines Realisierungswettbewerbs für die geplante Open-Air-Ausstellung der Gedenkstätte Berliner Mauer ausgewählt. Im Erweiterten Bereich der Gedenkstätte konzentriert sich die Gestaltung hauptsächlich auf den Postenweg. Die städtebauliche Planung im Erweiterten Bereich (Konzept des Büros GSW) wurde in die Planung integriert.

Der Siegerentwurf sieht für den östlich der Brunnenstraße in den Geltungsbereichen der Bebauungspläne 1-40bba, 1-40bbb und 1-40ba enthaltenen Themenbereich D (Erweiterter Bereich der Gedenkstätte) vor:
  • Bereich D (Brunnenstraße bis Schwedter Straße) beschäftigt sich unter dem Motto „Es geschah an der Mauer” mit Protest, Flucht und Aktionen gegen die Mauer und mit dem Mauerfall. Die auf den früheren Grenzbrachen nördlich des Postenwegs in mäandrierender Anordnung entstehenden Wohngebäude sollen gemeinsam mit der Gedenkstätte auf die durch das Grenzregime verursachten Zäsuren in der Stadtstruktur hinweisen. Von den vier Bauabschnitten (D1 bis D4) wurden D2 und D3 am 18. Juni 2012 sowie D4 am 30. Mai 2014 eröffnet. Die Erweiterung der Gedenkstätte ist durch Fertigstellung des Abschnitts D1 zum 25. Jahrestag des Mauerfalls im November 2014 abgeschlossen worden.
Blick auf den Postenweg in Höhe der Ruppiner Straße in östliche Richtung, Oktober 2015; Foto: Philipp Eder
Blick auf den Postenweg in Höhe der Ruppiner Straße in östliche Richtung
Postenweg in Höhe der Schwedter Straße - dem östlichen Endpunkt der Gedenkstätte, Oktober 2015; Foto: Philipp Eder
Postenweg in Höhe der Schwedter Straße, dem östlichen Endpunkt der Gedenkstätte
Im Zuge des für die Gedenkstättenrealisierung erforderlichen Grundstückserwerbs wurde im Mai 2008 eine Planungsmodifizierung des Wettbewerbsentwurfs vorgenommen. Vormals auf Privatgrundstücken außerhalb des Postenwegs geplante Ausstellungsgegenstände (fünf Themenstationen mit Modell und Informationsstelen) wurden in ihren Standorten so verändert, dass ihre Installation auf den für den Postenweg mit zu erwerbenden Randflächen ermöglicht wurde. Bodenmarkierungen aus korrosionsträgem Baustahl sollen an authentischen Orten die Lage der Fluchttunnel verdeutlichen. Durch privatrechtliche Verträge zwischen der Stiftung Berliner Mauer und den Grundstückseigentümern soll neben der Nachzeichnung der Grenzmauer entlang der Bernauer Straße durch zwei bodengleich in einem Abstand von 30 cm zueinander parallel verlaufende 10 cm breite Stahlbänder auch die Kennzeichnung früherer Fluchttunnel auf den Privatgrundstücken ermöglicht werden. Diese Kennzeichnungen sollen außerhalb jeglicher Einfriedungen liegen.

Aufgrund der Planungskonkretisierung der Gedenkstätte und des anstehenden Flächenerwerbs wurde dem Übergangsbereich zum Mauerpark eine stärkere Bedeutung beigemessen. Die Trägerin der Gedenkstätte entschloss sich deshalb einen ca. 15 m breiten Streifen des Grundstücks Bernauer Straße 48 zu erwerben, um hier, ähnlich dem westlichen Eintrittsbereich an der Gartenstraße, mehrere Informationsanlagen zu installieren. Auf der Fläche soll auf einen in den 1980er Jahren an diesem Punkt vorgenommenen Gebietsaustausch zwischen der DDR und Berlin (West) hingewiesen werden, der zu einem veränderten Grenzverlauf führte. Hierzu soll unter anderem auf das im Kernbereich der Gedenkstätte gewählte Gestaltungselement einer an den Verlauf der Grenzmauer erinnernden Reihe von Stäben aus korrosionsträgem Baustahl zurückgegriffen werden.

Auch im Bereich des öffentlichen Gehweges entlang der Bernauer Straße sollen Bodenmarkierungen auf Spuren oder Ereignisse hinweisen (z.B. Todeszeichen), die mit der Teilung Berlins verbunden sind. Weiterhin werden die Eingangsbereiche der ehemaligen Grenzbebauung durch Hausschwellen im Gehwegbereich markiert, um so die ehemalige Bebauung zu verdeutlichen und historische Mauerereignisse kenntlich zu machen.