Städtebau  

 

Alexanderplatz

Zeitlicher Ablauf des Verfahrens


Die Vorbereitungen für den städtebaulichen Wettbewerb begannen im Sommer 1992.
Der Senat von Berlin beschloss, ausgehend von den städtebaulichen Zielen gemeinsam mit einer Reihe privater Investoren mit konkreten Planungsabsichten im engeren und weiteren Wettbewerbsgebiet, einen städtebaulichen Ideenwettbewerb für den Alexanderplatz und sein Umfeld auszuloben.

Als Ergebnis mehrerer Abstimmungsrunden mit dem Bezirk Mitte, den Investorenvertretern und den zuständigen Senatsverwaltungen wurde ein beschränktes, zweistufiges Wettbewerbsverfahren entwickelt. In der ersten Stufe wurde den teilnehmenden Architekten ein relativ großer Spielraum zur Entwicklung unterschiedlicher Lösungsansätze gelassen.

Die Ausgabe der Wettbewerbsunterlagen erfolgte am 15. Januar 1993 im Rahmen eines Kolloquiums.

Die Abgabe der Wettbewerbsarbeiten erfolgte bis zum 31. März 1993. Von den 16 eingeladenen Teilnehmern gaben 14 ihre Arbeiten termingerecht ab. Zwei Büros verzichteten auf die Teilnahme an dem Wettbewerbsverfahren.

Das Preisgericht der ersten Stufe tagte unter Vorsitz des Berliner Architekten Jürgen Sawade am 19. und 20. April 1993 im Haus des Berliner Zeitung Verlages am Alexanderplatz. Es wurden fünf Entwürfe zur weiteren Bearbeitung in der zweiten Wettbewerbsstufe ausgewählt:
  • Flöting und Kaufmann
  • Ingenhoven, Overdiek, Petzinka und Partner
  • Kny und Weber
  • Hans Kollhoff, Helga Timmermann
  • Daniel Libeskind mit Bernd Faskel
Zwischen der ersten und zweiten Bearbeitungsstufe des städtebaulichen Ideenwettbewerbs Alexanderplatz wurde eine Öffentlichkeitsphase mit einer Reihe von Veranstaltungen für die interessierte Öffentlichkeit durchgeführt. Unter anderem wurden die Ergebnisse der ersten Wettbewerbsstufe vom 26. April bis zum 15. Mai in der Kongresshalle am Alexanderplatz ausgestellt. Die Ausstellungsbesucher hatten die Möglichkeit, anhand eines Fragebogens Kritik und Anregungen zu den Arbeiten zu äußern. Die Auswertung der mehr als 1.000 eingereichten Fragebögen ergab, dass die in den Entwürfen der ersten Wettbewerbsstufe vorgeschlagene Höhe und Dichte der künftigen Bebauung von einer relativ großen Zahl der befragten Ausstellungsbesucher kritisiert wurde. Ebenso forderte die Mehrzahl einen höheren Anteil an Wohnen und Grün sowie weniger Individualverkehr und mehr öffentlichen Personennahverkehr. Insgesamt wurde eine behutsamere Entwicklung des Alexanderplatzes gewünscht.
Die Auswertung wurde den in der zweiten Stufe verbliebenen Verfahrensbeteiligten ausgehändigt.

Im Rahmen einer weiteren öffentlichen Veranstaltung am 10. Mai 1993 in der Kongresshalle am Alexanderplatz mit ca. 1.000 Bürgern wurden die fünf ausgewählten Arbeiten durch die Verfasser vorgestellt. An der Podiumsdiskussion nahmen Herr Senator für Stadtentwicklung Dr. Hassemer, Frau Bezirks-Stadtbaurätin Dubrau und der Vorsitzende des Preisgerichtes, Herr Prof. Sawade teil. Die Moderation übernahm der Abteilungsleiter für Stadtentwicklung Herr Wuthe. Die Diskussion umfasste u.a. folgende Aspekte:

  • die Sinnhaftigkeit von Bürgerbeteiligung am Planungsprozess
  • die aus Bürgersicht wünschenswerte und wirtschaftlich tragfähige Nutzungsstruktur (weniger Büro-, mehr Wohnflächen und Kultureinrichtungen)
  • die Wirtschaftlichkeit des geforderten erhöhten Wohnanteils
  • die Kriterien für die Auswahl der Jurybeteiligten unter dem Aspekt "Einfluss der Investoren"
Die 29. Sitzung des Stadtforums mit dem Thema „Berlin Mitte – gebaute und gelebte Stadt” am 14./15. Mai 1993 diente der Information der Fachöffentlichkeit. Die Referenten waren Herr Schneider und Herr Wuthe aus der Lenkungsgruppe Stadtforum, der Vorsitzende des Preisgerichtes Herr Sawade und Herr Böhme vom Verlag Gruner und Jahr.
Es wurden folgende Themen diskutiert:

  • Die Rolle des Alexanderplatzes im Vergleich Berliner Zentren
  • Aufgabenstellung und Ergebnisse des Wettbewerbs Alexanderplatz
  • Erläuterungen der Grundideen der fünf ausgewählten Arbeiten durch die Verfasser
  • Kriterien für die zweite Stufe des Wettbewerbs Alexanderplatz
  • Gedanken zur zukünftigen Gestalt und Funktion des Alexanderplatzes
Im Anschluss an die Sitzung des Stadtforums fand ein erstes Ausgabekolloquium für die zweite Wettbewerbsstufe statt. Während die quantitativen Vorgaben zur Nutzungsart und Nutzungsdichte in der ersten Wettbewerbsstufe weitgehend offengehalten wurden, erfolgte für die zweite Stufe eine Konkretisierung und Präzisierung von Flächengrößen und Nutzungsvorstellungen. Dies kam insbesondere durch die Begrenzung der vorgesehenen Flächen für Bürodienstleistungen und die Erhöhung des zu planenden Wohnflächenanteils zum Ausdruck.

Am 7. Juni 1993 fand ein Preisrichter- und Teilnehmerkolloquium statt.
Vom 11. bis 26. Juni 1993 stand der „Alex-Info-Bus” am Alexanderplatz. Mit ihm sollte nochmals die den Alexanderplatz frequentierende Bevölkerung in einer weiteren intensiven Diskussion in die künftige Gestalt und Nutzung des Alexanderplatzes einbezogen werden.

Am 28. Juni 1993 wurde ein Rückfragenkolloquium durchgeführt. Die Abgabe der Wettbewerbsarbeiten erfolgte am 28. August 1993.

Das Preisgericht der 2. Stufe tagte am 14./15. September 1993 unter dem Vorsitz von Herrn Prof. Sawade und empfahl, den mit dem ersten Preis ausgezeichneten Entwurf von Herrn Kollhoff und Frau Timmermann nach einer Überarbeitung als Grundlage für die Bauleitplanung weiter zu verfolgen.