Städtebau  

 

Alexanderplatz

Anlass und Ziel


Auszug zu Anlass und Ziel aus der Wettbewerbsauslobung von 1993

„Anlass des Wettbewerbs sind die umfangreichen Entwicklungs- und Flächenpotentiale am und im Umfeld des Alexanderplatzes. Der Alexanderplatz soll – neben den Bereichen Breitscheidplatz, Dorotheen- und Friedrichstadt – als bestehender Zentrumskern mit Gebäuden des Einzelhandels und des Wohnens verdichtet und städtebaulich gefaßt werden.

Im Schnittpunkt wichtiger Verkehrsadern und als kommerzieller Brennpunkt von vier Stadtteilen, und zwar dem alten Berlin mit seinem ehemaligen Marienviertel, der Spandauer Vorstadt des Bezirkes Prenzlauer Berg und der ehemaligen Stralauer Vorstadt, soll der Alexanderplatz weiterentwickelt bzw. neugestaltet werden.

Darüberhinaus muß sich die künftige Platzgestaltung mit dem Spannungsfeld, das sich aus den großförmigen Siedlungsstrukturen der Karl-Marx-Allee einerseits und dem kleinteilig bebauten Scheunenviertel andererseits ergibt, auseinandersetzen.

Die Entwicklungspotentiale liegen überwiegend in den untergenutzten Flächen rund um den Alexanderplatz selbst, in dem überdimensionierten Straßenraum der Memhardstraße, der Karl-Liebknecht-Straße, der Mollstraße, der Hans-Beimler-Straße, der Karl-Marx-Allee, der Grunerstraße, deren Knotenpunkten und der städtebaulichen Brache an der Alexanderstraße zwischen Alexanderplatz und Jannowitzbrücke.

In einem engeren Wettbewerbsgebiet, welches v.a. den Platzbereich selbst betrifft, wird einschließlich der erforderlichen Neugestaltung des Alexanderplatzes eine städtebauliche Neuordnung angestrebt, die in ihrer Nutzungsmischung die ganze metropolitane Dimension einer lebendigen City verdeutlichen soll.

Mit den öffentlichen und privaten Investitionsabsichten im Wettbewerbsgebiet eröffnen sich für diesen wichtigen Stadtraum Chancen, wieder an seine frühere Bedeutung als Wirtschafts- und Kulturstandort anzuknüpfen.  ...

Der hier ausgelobte zweistufige städtebauliche Ideenwettbewerb hat das Ziel, ein abgestimmtes städtebauliches Gesamtkonzept für das Umfeld des Alexanderplatzes sowie ein detailliertes Gestaltungskonzept für den neuen Platz selbst zu erhalten, das als Grundlage für die weitere verbindliche Bauleitplanung und die städtebauliche Beurteilung von anstehenden Bauvorhaben dienen soll.

Angesichts der das Wettbewerbsgebiet prägenden Rahmenbedingungen gewinnt dabei die folgende Frage besondere Bedeutung: Welche Stadtidee ist unter Berücksichtigung der vorhandenen Struktur, der gesamtstädtischen Bedeutung des Ortes, der privaten Investitionsabsichten, der Funktion des Ortes als Verkehrsknotenpunkt sowie angesichts der denkmalwerten Anlagen und der freiraumplanerischen Anforderungen tragfähig.  ...”