Städtebau  

 

Alexanderplatz

Platzgestaltung


Der Alexanderplatz lädt - nach einer Zeit der vielen Baustellen auf und um den Platz herum - heute wieder zum Flanieren ein. Neue Einkaufsmöglichkeiten, die touristischen Sehenswürdigkeiten sowie seine zentrale Lage und Funktion als Verkehrsknotenpunkt machen den Alexanderplatz zu einem der belebtesten Plätze von Berlin.

Alexanderplatz, September 2013
Alexanderplatz, September 2013

Neugestaltung des Alexanderplatzes

Im Jahr 2003 wurde vom Land Berlin der begrenzt offene freiraumplanerische Ideen- und Realisierungswettbewerb Alexanderplatz ausgelobt. Der Wettbewerb hatte zum Ziel, auf Grundlage des städtebaulichen Ideenwettbewerbs (1993) und des B-Planes I-B4a (2000) weitere Ideen zur Platzgestaltung zu entwickeln und die alte Platzgestaltung aus den 1970er Jahren zu ersetzen.

Nach dem Abschluss der Sanierung der Tunneldecken des U-Bahnhofs Alexanderplatz konnte im Februar 2006 mit der Neugestaltung der Platzoberfläche nach den Plänen des Architekturbüros Gerkan, Marg und Partner in Zusammenarbeit mit der Hamburger Firma WES-Landschaftsarchitekten begonnen werden. Bei der Materialwahl für die Platzoberfläche entschied man sich für 75 x75 cm große gelbgraue Granitplatten. Die Gebäude erhielten einheitlich ein Bankett aus grauem Mosaikpflaster. Um den Brunnen der Völkerfreundschaft entstanden Sitztreppen und um die U-Bahn-Eingänge gibt es zusätzliche Bänke.

Entwurf Platzgestaltung:
Architekturbüro Gerkan, Marg und Partner (gmp) in Zusammenarbeit mit WES-Landschaftsarchitekten, Hamburg
Baukosten:
ca. 8,5 Mio. EUR
Bauzeit
2006 - 2007
Zunächst hatte beim Neubau der Platzoberfläche der nordwestliche Teil für das im Mai 2006 eröffnete Galeria Kaufhof Vorrang. Bis Mitte 2007 folgte die Fertigstellung der restlichen Platzfläche.

Alexanderplatz, September 2013
Alexanderplatz, September 2013

Weitere Veränderungen am Alexanderplatz

Das Alexanderhaus und das Hotel park inn wurden bereits vor der Neugestaltung des Platzes saniert. Mit dem Abschluss des Umbaus des Galeria Kaufhof und des Berolinahauses im Jahre 2006 hat der Alexanderplatz auch seine endgültige Platzkante im Südwesten erhalten. Außerdem wird der Alexanderplatz seit Mai 2007 durch eine zweite Straßenbahntrasse, die aus der Prenzlauer Allee kommende Tram Alex II, noch besser in das öffentliche Berliner Verkehrsnetz eingebunden. Wie früher fährt die Tram wieder über den Alex.

Mit der Fertigstellung des Sockelbaus vom Baublock D4 als Geschäftshaus "die mitte - Shopping am Alexanderplatz" im Herbst 2009 wurde der erste völlige Neubau unmittelbar am Alexanderplatz realisiert. Weitere Informationen u.a. zu den geplanten Turmhochhäusern und der Neubebauung der Baublöcke D1-D3 am Alexanderplatz gibt es im Kapitel Projekte.

Weltzeituhr und der Brunnen der Völkerfreundschaft

Die Weltzeituhr und der Brunnen der Völkerfreundschaft wurden 1969 im Rahmen der Neugestaltung des Alexanderplatzes errichtet und sollten auch nach der Platzumgestaltung bestehen bleiben.

Weltzeituhr

Der Entwurf für die Weltzeituhr stammt von Erich John. Am 2. Oktober 1969 wurde die Weltzeituhr eingeweiht.
Die Idee zur offiziell „Urania-Weltzeituhr” genannten Uhr kam 1966 bei Abrissarbeiten für den Alexanderplatz, als eine alte Urania-Säule (Wettersäule einschließlich Uhr aus den 1920er Jahren) an der alten Straßenbahn-Haltestelle Memhardstraße bei Bauarbeiten gefunden wurde. Im allgemeinen Sprachgebrauch verkürzte man die Bezeichnung auf den Begriff „Weltzeituhr”.

Die Weltzeituhr ist eine beeindruckende Konstruktion: Über einem Steinmosaik in Form einer Windrose ist auf einer 2,70 Meter hohen Säule mit 1,50 Meter Durchmesser ein flacher Zylinder angebracht, dessen Grundfläche ein Vierundzwanzigeck ist. Jede der 24 Seiten entspricht einer der 24 Zeitzonen der Erde. In das Aluminium sind die Namen wichtiger Städte der jeweiligen Zeitzone eingefräst. In dem Zylinder dreht sich ein weiterer Zylinder, an dem man für jede der Zeitzonen die aktuelle Uhrzeit ablesen kann.
Über der Weltzeituhr rotieren die Planeten in einer vereinfachten Darstellung des Sonnensystems und ihren Bahnen einmal pro Minute um die Sonne. Insgesamt ist die Uhr zehn Meter hoch.

1997 wurde die Weltzeituhr umfassend saniert, einige falsch positionierte Städte in die richtigen Zeitzonen gesetzt und 20 weitere Städte hinzugefügt.


Der Brunnen der Völkerfreundschaft

Der Brunnen der Völkerfreundschaft wurde im Rahmen der Neugestaltung des Alexanderplatzes am 7. Oktober 1970 eingeweiht.
Er wurde von einer Künstlergruppe rund um Walter Womacka geschaffen. Der kreisrunde Brunnen hat einen Durchmesser von 23 Metern, ist mit seinen Aufbauten 6,20 Meter hoch und besteht aus den Materialien Kupfer, Glas, Keramik und Emaille.

Das Wasser läuft von der höchsten Stelle aus spiralförmig hinunter über 17 Schalen mit Durchmessern zwischen einem und vier Metern.
Der Brunnen steht unter Denkmalschutz und wurde im Jahr 2002 saniert. Im Zuge der aktuellen Platzumgestaltungsarbeiten wurde außerdem die Beleuchtung der Wasserspiele erneuert.