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Leitlinien für die City West

Stärken und Schwächen im Städtebau


Großflächig erhaltene, relativ homogene Bebauung aus der Gründerzeit und den Jahrzehnten danach sind eine klare Stärke der City West. Großzügige, grüne Straßenräume prägen das Quartier, das zwar vorrangig ein Wohnquartier ist, zugleich aber City-Funktionen wahrnimmt.


Diese City-Funktionen sind nur teilweise räumlich konzentriert und deshalb an vielen Stellen in der City West präsent. Der Kurfürstendamm und der Breitscheidplatz sind vor allen anderen die prägenden Orte der City West, die ihre Identität bestimmen und selbst das Bild ganz Berlins formen.
Schwächen zeigen sich an Hauptachsen, die der KfZ-Verkehr stark belastet, und dort wo die Stadt nach Kriegszerstörungen vor allem in den 1960er Jahren wieder aufgebaut wurde. Durch die Verzögerung geplanter Entwicklungen hat sich am Bahnhof Zoo eine besonders desolate Situation ergeben. Zudem müssen einzelne Straßenräume neu geordnet und aufgewertet werden.

Handlungsempfehlungen und Strategien

Bei der Überlegung, welche Maßnahmen sinnvoll sind, gilt es, zwei Problembereiche zu unterscheiden:
  • Straßenabschnitte, in denen der Straßenraum neu geordnet oder zumindest die Möblierung angepasst werden muss,
  • und Straßenabschnitte, in denen die angrenzende Bebauung oder die Nutzung der Gebäude neu geordnet werden sollte. Diese Situation fällt regelmäßig mit Defiziten im Straßenraum zusammen.
Vor diesem Hintergrund scheint es nicht sinnvoll, Schlüsselprojekte und Prioritäten für die ganze City West zu definieren, sondern zweigleisig vorzugehen. Dies hat den Vorteil, dass einzelne Maßnahmen zeitnah angegangen werden können.

Zwei Beispiele illustrieren die beiden Problemlagen:

Kurfürstendamm

Kurzfristig können die Blumenkübel demontiert und einzelne Möblierungselemente (wie die Abfallbehälter) in einem höheren Standard ersetzt werden. Mittelfristig muss geklärt und abgeglichen werden, welchen Standard man anstrebt und welcher Standard zu finanzieren ist. Das betrifft zum Beispiel die Frage der Pflasterung aber auch den Umgang mit den historischen Vitrinen. Ziel sollte eine deutliche Aufwertung des Straßenraumes sein. Um Brüche zu anderen Straßen, besonders zur Tauentzienstraße zu vermeiden, sollten einzelne Elemente der Möblierung auch dort eingesetzt werden.

Bahnhof Zoo/Budapester Straße

Hier liegt das Kernproblem in der Art der Bebauung und der dadurch bestimmten Nutzung. Dieses Problem kann im wesentlichen nur der jeweilige Eigentümer lösen – durch Umnutzung, Um- oder Neubau. Unabhängig davon können einzelne Probleme aber auch zeitnah angegangen werden: etwa die Demontage von Absperrgittern oder der Ersatz verschlissener Straßenmöbel durch solche, die mit den baulichen Ensembles korrespondieren.
Karte der Planwerke mit Fokus auf die City West