Planen  

 

Leitlinien für die City West

Stärken und Schwächen der Nutzung


Unter dem Aspekt der Nutzungen liegen die Stärken der City West in ihrer Bedeutung als wichtigster Einzelhandelsstandort Berlins, in ihrer guten Wohnqualität und dem hohen Wohnanteil, in einem umfangreichen Angebot von Hotels und Gastronomie und in den noch immer zahlreichen Kultur- und Freizeitangeboten.


Die City West ist ein attraktiver, etablierter innerstädtischer Standort. Dabei ist sie – bis auf wenige Ausnahmen – in fast allen Nutzungssegmenten sehr gut positioniert. Das gilt besonders für den Einzelhandel, aber auch für das Wohnen und die Verkehrsinfrastruktur.
Mit der Gedächtniskirche, dem Zoo, dem KaDeWe und künftig mit dem Aussichtsrad gibt es Einrichtungen, die einzigartig sind und einen hohen Imagewert besitzen. Diese Alleinstellungsmerkmale sollten deutlicher herausgestellt und durch weitere zentrenstützende Funktionen ergänzt werden.

Die ermittelten Schwächen bei den Nutzungssegmenten in der City West konzentrieren sich auf den Teilraum um den Breitscheidplatz. Dieser zentrale Bereich sollte rasch entwickelt werden. Seine Neubebauung und Modernisierung kann zur Initialzündung für den Imagewandel werden.

Wohnen

Die City West zählt zu den attraktivsten und beliebtesten Wohnlagen in Berlin und verzeichnet eine gute Nachfrage. Allerdings war die Bautätigkeit in den letzten Jahren gering. Sehr attraktive, zumeist sanierte Gebäude aus der Gründerzeit prägen die Bebauungsstruktur. Dazwischen findet sich jedoch teils unrenovierter und nicht mehr dem heutigen Standard entsprechender Wohnungsbestand aus den 1950er bis 1970er, teils auch aus den 1980er Jahren.

Handlungsempfehlungen:
Die Modernisierung und der Neubau von Wohnungen sollten forciert werden, um die Attraktivität des Wohnstandorts weiter zu stärken. Die verstreuten, nicht mehr nachfragegerechten und veralteten Wohnungen können im Einzelfall ersetzt werden. Vor allem sollte das Angebot an Drei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen ausgebaut werden, für die eine besonders starke Nachfrage besteht.

Büromarkt

Die City West ist ein gewachsener etablierter Bürostandort. Dennoch gibt es strukturell bedingte Schwächen. Sie liegen in der kleinteiligen Struktur und dem geringen Anteil neu gebauter Flächen. Dagegen steht in der historischen Mitte bei ebenfalls hoher Nachfrage ein großes, qualitativ gutes Flächenangebot zur Verfügung.

Handlungsempfehlungen:
Die Chancen der City West liegen in einer geringeren Miethöhe als der in der historischen Mitte. Eine zügige Projektentwicklung bedeutender Sanierungs- und Revitalisierungsobjekte hat große Bedeutung für die künftige Entwicklung. Gleiches gilt für potenzielle Neubauten mit Landmark-Charakter, die zu einem attraktiveren Angebot beitragen könnten. Parallel müssen Maßnahmen eingeleitet werden, die einen Imagewandel auslösen.

Einzelhandel

Die City West ist der bedeutendste Einzelhandelsstandort in Berlin und entsprechend sehr gut aufgestellt. Der Kurfürstendamm bietet als baumbestandener Boulevard mit hochwertigen exklusiven Läden und Boutiquen ein einzigartiges Flair und Ambiente. Dieses Flair verleiht der City West - zusammen mit Flagshipstores wie dem KaDeWe oder P & C am Tauentzien –ihren besonderen Charakter. Nur partiell , insbesondere rund um den Breitscheidplatz, zeigen sich Schwächen: durch langjährige Baustellen, ein unattraktives Erscheinungsbild und discountorientierte Anbieter.

Handlungsempfehlungen:
Chancen eröffnet die Umsetzung der Bauplanungen rund um den Breitscheidplatz. Damit kann das Einzelhandelsangebot auch qualitativ weiter ausgebaut werden – etwa durch die Ansiedlung weiterer Flagshipstores, aber auch durch bisher noch nicht in Berlin oder Deutschland vertretene, einzigartige Anbieter. Zudem könnte dies zu einer städtebaulichen Aufwertung beitragen und damit die Attraktivität der Einkaufslage insgesamt erhöhen. Auch die Vereinheitlichung der Ladenöffnungszeiten sollte forciert werden.

Hotelmarkt

In den letzten Jahren hat sich der Hotelmarkt in Berlin positiv entwickelt. Davon hat die City West profitiert. Wie an anderen langjährig etablierten Standorten kommt es nun zu strukturellen Anpassungen: Kleinere, nicht mehr nachfragegerechte Hotels geben auf, moderne, größere Hotels in unterschiedlichsten Kategorien kommen hinzu.

Handlungsempfehlungen:
Der Hotelmarkt stellt sich insgesamt positiv dar. Insbesondere der Geschäftstourismus und damit die Nutzungssegmente Büromarkt, Messe- und Kongresswesen, aber auch Wissenschaft und Forschung und deren Stärkung sind von hoher Bedeutung. Die Rahmenbedingungen für strukturelle Anpassungen sind gegeben. Im Fünf-Sterne-Superior-Bereich, aber auch im Zwei-Sterne Segment könnte das Angebot noch ausgebaut werden.

Seitenanfang

Kultur und Freizeit

Die City West wartet mit einem breiten und vielfältigen Kultur- und Freizeitangebot auf. In den letzten Jahren hat bei Bühnen, Kinos und Clubs ein Abschmelzungsprozess stattgefunden.

Handlungsempfehlungen:
Der Trend zur Verkleinerung des Angebots sollte gestoppt und umgekehrt werden. Es gilt, das vorhandene Angebot an Kinos und Bühnen zu halten und weiterzuentwickeln. Mit dem Zoo, bald auch mit dem Aussichtsrad sind in der City West einzigartige Freizeiteinrichtungen vorhanden. Sie sollten stärker herausgestellt und um weitere Angebote ergänzt werden.

Gastronomie

Das gastronomische Angebot in der City West ist breit und vielfältig. Es konzentriert sich in den Lagen um Savignyplatz und Kantstraße, Ludwigkirchplatz, Schlüterstraße und Kurfürstendamm. Die Restaurants und Cafés haben eine hohe Bedeutung für die Menschen, die hier wohnen. Sie ziehen aber auch zahlreiche Touristen an. Allerdings zählt die City West nicht zu den ausgesprochenen Szenevierteln für ein junges Publikum. Sie ist eher für Ältere interessant. Auch im Gastronomiebereich sind zudem hohe Synergien gegeben –und damit Abhängigkeiten von den anderen zentrentragenden Nutzungen.

Handlungsempfehlungen:
Öffentliche Räume von höherer Aufenthaltsqualität und eine attraktive und einheitliche Gestaltung der Sitzplätze im Außenbereich, wie sie das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf bereits umsetzt, könnten die Gastronomie weiter stärken.

Wissenschaft und Forschung

Knapp ein Viertel aller in Berlin Studierenden konzentrieren sich auf die City West. Dank der zwei Hochschulen und den vielen angelagerten Forschungseinrichtungen ist sie ein bedeutender Wissenschaftsstandort.

Handlungsempfehlungen:
Die Wahrnehmung der Technischen Universität nach außen, aber auch ihre städtebauliche, räumliche und funktionale Einbindung und Vernetzung – etwa durch neue Wegeverbindungen – könnten verbessert werden. Ähnliches gilt für die Universität der Künste. Dabei helfen bereits Aktionen der beiden Hochschulen im öffentlichen Raum.

Verkehr

Die City West ist sehr gut ans Netz der öffentlichen Verkehrsmittel angebunden und auch mit dem Auto gut zu erreichen. Das Stellplatzangebot verteilt sich günstig und ist – verglichen mit anderen großen Städten – großzügig und vergleichsweise preisgünstig zu nutzen. Allerdings sind einzelne Parkhäuser nicht mehr zeitgemäß und weisen Mängel in Sachen Sauberkeit und Sicherheit auf.

Handlungsempfehlungen:
Ein statisches Parkleitsystem könnte Autofahrer schneller zu den Parkmöglichkeiten führen und so den Suchverkehr verringern. Abhängig von Ort und Bedarf sollten – etwa am Hardenbergplatz – neue Stellplätze geschaffen und die Modernisierung veralteter Parkhäuser forciert werden.