Planen  

 

Leitlinien für die City West

Masterplan Universitäts-Campus City West (UCCW)


Am 25. August 2009 hat der Berliner Senat den Masterplan für den Campus der beiden Hochschulen in der City West als „sonstige städtebauliche Planung” gemäß Baugesetzbuch beschlossen. Damit existiert neben den Leitlinien eine weitere verbindliche und abgestimmte Grundlage für die künftige Entwicklung dieses Bereichs.

Straße des 17. Juni mit Gebäuden der TU Berlin
Straße des 17. Juni mit Gebäuden der TU Berlin
© Pressestelle der TU Berlin / Ulrich Dahl


Als städtebaulicher Rahmenplan hält der Masterplan zentrale Handlungsoptionen und Aufgaben für das Land Berlin, die beteiligten Bezirke, die Universitäten und die Akteure der Wirtschaft, fest. Das betrifft:
  • Investitionsprojekte auf und um den Campus und auf öffentlichen Flächen des Landes
  • weitere Planungsschritte und städtebauliche Verfahren
  • Standortplanungen und Neuordnungen
  • Projekt- und Objektplanungen des Neubaus und der Sanierung
  • ein koordiniertes Entwicklungsmanagement

Charakter


Der Masterplan ist kein einzelner Plan. Er besteht aus einem ganzen Kompendium von Plänen zu Konzeptschichten, die sich aufeinander beziehen, und Vertiefungen für einzelne Teilräume. So stellt beispielsweise der Strukturplan die wesentlichen Ziel- und Handlungskomponenten dar, während der Plan zum städtebaulichen Konzept eine städtebaulich-freiraumplanerische Darstellung wiedergibt, die ins Planwerk Innenstadt übertragen wird, um auch dort die Leitideen zu dokumentieren. Ein ergänzendes Maßnahmen- und Handlungskonzept dient der Umsetzung.


Masterplan Campus der Universitäten in der City West: Lageplan (links) und Strukturplan (rechts)
Masterplan Campus der Universitäten in der City West:
Lageplan (links) und Strukturplan (rechts)


Je nach Ort und Thematik trifft der Masterplan Aussagen zur kurz-, mittel-, und langfristigen Entwicklung des Gebiets. Er bildet damit bereits die Grundlage für den anstehenden Neubau der Technischen Universität, das Forschungszentrum für Maschinenbau und Informatik. Ähnliches gilt für das Umfeld des Aussichtsrades an der Hertzallee, wo ein Bebauungsplan aufgestellt wurde. Hierfür bildet er die Grundlage der notwendigen städtebaulichen Vertiefungsstudie.
Darüber hinaus ist der Masterplan konzeptionelle Grundlage des Verfahrens NAVI BC.
Da der Masterplan vor allem die grundsätzlichen Ziele aufzeigt, muss er in Teilen kontinuierlich vertieft, aktualisiert und fortgeschrieben werden.

Städtebauliche Leitideen


Campusentwicklung

Auf dem Campusgelände sind nicht nur die beiden Universitäten zu Hause: Es ist ein wichtiger öffentlicher Bezugsraum der ganzen Stadtgesellschaft.

Erweiterungspotenziale

Bereiche, die bisher eher zu den Rückseiten und Hinterhöfen der Stadt gehörten, bieten beiden Universitäten Raum für Erweiterungen – und Unternehmen der Technik- und Kreativwirtschaft die Chance, sich in unmittelbarer Nachbarschaft der Hochschulen anzusiedeln.

Leitorte

Den Campus prägen mehrere Leitorte. Neben traditionellen Bereichen wie denen an der Straße des 17. Juni gilt es, die Fasanenstraße und die Schleuseninsel als zusätzliche Schwerpunkte zu aktivieren.

Verzahnung

Westlich des Bahnhofs Zoo verzahnen sich Stadt und Campus. Die Straßenräume bilden das verbindende Element und Rückgrat dieses städtebaulichen Übergangs.

Hertzallee

Die Hertzallee wird zwischen Hardenberg- und Ernst-Reuter-Platz wieder auf ganzer Länge als öffentliche Stadtachse ausgebildet.

Nord-Süd Beziehung

Vom Steinplatz über die Straße des 17. Juni bis zum Landwehrkanal und weiter zur Spree soll ein öffentlicher Weg über den Campus führen.

Uferpark

Die Freiräume auf der Schleuseninsel und die Uferzonen des Landwehrkanals verbinden den Großen Tiergarten mit dem Campus und verlängern den Park in die Stadt.

Stadthafen

Das Charlottenburger Tor und der Landwehrkanal, der sich zwischen Tor und Schleuseninsel gleich einem Stadthafen aufweitet, markieren eine Schnittstelle von Campus, Stadt und Landschaft. In ihr findet auch die zur Promenade ausgebaute Fasanenstraße ihren nördlichen Abschluss.

Partizipatives Verfahren

Der Masterplan ist das Resultat eines mehrphasigen kooperativen Arbeits-, Diskussions- und Abstimmungsprozesses zur Ziel- und Konzeptfindung. Dieses komplexe städtebauliche Verfahren hat die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung initiiert und betreut. Beauftragt wurde der Masterplan gemeinsam mit der Technischen Universität und der Universität der Künste. Seine Erstellung geht zurück auf den Leitlinien-Auftrag vom Mai 2007. Der Senat hat dort bereits die Weiterentwicklung des Campus zum Wissenschaftsstandort Charlottenburg als Ziel vorgegeben.

Phase1: Ziele definieren

Erste inhaltliche Impulse gab im März 2008 ein Stadtforum unter dem Titel „Mittendrin und doch am Rand? Hochschulstandorte in Berlin”. Den Auftakt des eigentlichen Verfahrens markierte ein Runder Tisch der Akteure im Juli 2008. Bei diesem Treffen wurden Rahmenbedingungen und Aufgaben des Masterplans abgestimmt. Ziel war es, Konzepte und Lösungen zu entwickeln:
  • um die Präsenz der Universitäten im Stadtraum zu verbessern,
  • die in der Stadt verstreuten Satellitenstandorte der Universitäten zusammen zu führen,
  • geeignete Baupotenziale für die Universitäten, aber auch für Kooperationen mit der Wirtschaft, in und am Campus zu positionieren,
  • das Universitätsareal in die Stadt und die Landschaft der Stadt zu integrieren,
  • und Schwächen und Konfliktbereiche aufzuwerten.

Mehrere Workshops und Abstimmungsgespräche mit allen Beteiligten setzten den diskursiven Planungsprozess fort. Ein Expertenteam der Auftraggeber begleitete das Verfahren. Dadurch konnten Feedbacks zu den Arbeitsständen und fachliche Anregungen direkt in die konzeptionelle Arbeit einfließen.
Im ersten Analyseschritt wurden die Zielprofile für die Entwicklung des Campus entwickelt. Sie gliedern sich in fünf Themenfelder:
  • Grundstruktur und Stadtraumpräsenz
  • Beziehungen der Universitäten mit der Stadt, Wirtschaft und Kultur
  • Außenverflechtungen und Umfeld
  • Innere und äußere Erschließung, Vernetzung und Freiraum
  • Gebäude, baulicher Entwicklungsbedarf

Auf dieser Grundlage entstand der Masterplan.

Phase 2: Ziele diskutieren

In einer zweiten Phase wurden die städtebaulichen Ziele ausführlich diskutiert, die Konzepte teils grundlegend überarbeitet und auf struktureller Ebene präzisiert. Der daraus resultierende städtebauliche Entwurf wurde der Lenkungsgruppe, relevanten Akteuren und Anrainern und dem Stadtplanungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf vorgestellt. Alle Anregungen, die daraus resultierten, flossen in die Weiterentwicklung des Entwurfs ein.

Phase 3: Ziele abstimmen

Der Schwerpunkt der dritten Phase des Verfahrens lag auf den Wechselbeziehungen der baulichen und landschaftsplanerischen Weiterentwicklung des Campus mit den Zielen und Anforderungen des Denkmalschutzes. Auf einer öffentlichen Podiumsveranstaltung im Amerika Haus wurde schließlich Ende Februar 2009 das Ergebnis vorgestellt: der abgestimmte Masterplan UCCW.
Karte der Planwerke mit Fokus auf die City West

Downloads

Masterplan UCCW
Lageplan zum städtebaulichen Konzept


Masterplan UCCW
Strukturplan mit städtebaulicher Leitbildorientierung


Masterplan UCCW
Plan Veränderungs-
bereiche


Masterplan UCCW
Stadtraumpräsenz: Standorte und Adressen


Links