Planen  

 

Leitlinien für die City West

Breitscheidplatz


Der Breitscheidplatz wurde 2005 bis 2006 neu gestaltet, der Tunnel an seiner Nordseite geschlossen. Das Vorhaben stellt nicht nur inhaltlich eine grundlegende Vorarbeit zum Projekt „Leitlinien” dar. Es zeigte auch neue Wege auf für das Miteinander von Verwaltung, Anliegern und Investoren. Was bisher fehlte, war die Realisierung bzw. Sanierung der den Platz fassenden Gebäude. Mit dem Zoofenster ist nun die promineste Baulücke im Begriff, sich mit dem Hotel Waldorf-Astoria zu schließen. Auch der Zoobogen steht kurz davor, attraktiv neu gestaltet zu werden.

Tauentzienstraße in Richtung Breitscheidplatz
Breitscheidplatz mit dem Weltkugelbrunnen vor dem Europa-Center
Foto: Philipp Eder, 2009


Der Breitscheidplatz ist einer der bekanntesten und meistfrequentierten Plätze Berlins. Von März 2005 bis Sommer 2006 wurde er – nach Plänen der Landschaftsarchitekten Heike Langenbach und Roman Ivancsics – neu gestaltet und funktional aufgewertet. Dabei wurde auch der Autotunnel in der Budapester Straße geschlossen (siehe Tunnelrückbau). Schon zu Beginn der 1980er Jahre war der Tunnel mit dem Wegfall der „Schnalle” genannten Straßenverbindung zwischen Kurfürstendamm und Budapester Straße für den Verkehr überflüssig geworden.

Platzgestaltung


Neue Sitzgelegenheiten, eine verbesserte Beleuchtung und neu gepflanzte Bäume erhöhen die Aufenthaltsqualität auf dem Platz. Schadstellen in der Platzoberfläche wurden repariert. Über dem aufgefüllten Tunnel ist die Budapester Straße nun als normale Stadtstraße gestaltet. Anders als früher wirkt sie so nicht mehr als Barriere zum Platz. Auch das Hochbeet entlang der Straße ist verschwunden – und mit ihm eine weitere Zäsur, die den Nordteil des Platzes zerschnitt und unwirtlich machte. So lädt heute der ganze Platz zum Flanieren ein – nicht mehr nur wie früher die Gegend um den Brunnen. Zugänglichkeit, Sicht- und Wegebeziehungen haben sich dadurch deutlich verbessert. Außerdem wurden technische Vorkehrungen geschaffen, die Veranstaltungen und Feste auf dem Platz möglich machen.

Public Private Partnership zur Finanzierung

Die Aufwertung des Breitscheidplatzes war eine öffentliche Maßnahme, die das Land Berlin finanzierte. Die ersten Arbeiten führte das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf schon 2004 aus.
Anders beim Umbau der Budapester Straße und beim Rückbau des Tunnels: Hier hatten sich Berlin und die privaten Anrainer verständigt, den Umbau privat zu finanzieren und zu realisieren, während sich das Land durch einen Zuschuss beteiligte.

Mit der gemeinsamen Finanzierung und Realisierung durch private Unternehmen und öffentliche Hand startete im Februar 2005 eine öffentlich-private Partnerschaft neuer Art. Als Partner der privaten Unternehmen fungierten die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf.
Die Kappes und Scholtz Ingenieur- und Planungsgesellschaft mbH repräsentierte die Anlieger. Sie ließ die Baumaßnahmen zur Umgestaltung der Budapester Straße auf eigene Kosten und eigenes Risiko ausführen. Berlin gewährte einen Zuschuss in Höhe von 500 000 Euro – ein knappes Drittel der Gesamtkosten, die bei rund 1,6 Millionen Euro lagen. Die Kosten für die Umgestaltung des Breitscheidplatzes betrug noch einmal rund 1,6 Millionen Euro. So flossen insgesamt mehr als drei Millionen Euro (und davon mehr als eine Million privater Mittel) als Investition in eine attraktivere Gestaltung des Breitscheidplatzes.

Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer:
„Ich bin überzeugt, dass Berlin mit diesem modellhaften Kooperationsverfahren zwischen dem Land und den engagierten privaten Eigentümern einen innovativen Weg beschreitet. So können auch in Zeiten knapper öffentlicher Mittel wichtige Bauvorhaben im öffentlichen Raum ermöglicht werden. Berlin gewinnt in dieser Partnerschaft an Erfahrungen für zukünftige öffentlich-private Partnerschaften, der zentrale öffentliche Raum der City West wird deutlich aufgewertet. Das Ergebnis der Umgestaltung des Breitscheidplatzes wird allen Berlinerinnen und Berlinern sowie den Gästen der Stadt zu Gute kommen.”

Pressemeldung vom 29. Mai 2006:
Karte der Planwerke mit Fokus auf die City West

Glossar

Public Private Partnership (PPP):
Partnerschaft zwischen privaten und öffentlichen Trägern in Form von Koope-
rationen zwischen dem Staat – meist Kommunen, Landkreise oder Gemeinden – und privaten Investoren.