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Leitlinien für die City West

Adressen und Entwicklungsräume


Es gibt einige Stadträume, die auf unterschiedlichste Manier das Gesicht der City West prägen und wichtige Impulse für die Zukunft liefern. Sie sind Ansatzpunkte für Entwicklungsmaßnahmen. Die Chancen und Potenziale, die sie bieten, markieren die programmatische Basis für die weitere Entwicklung der City West.

Adressenbildung für die City West Westbühne Davos Grand Canyon Generationenbrücke Straße des Besonderen Berlin² Flanieren auf dem Boulevard Urbanes Wohnen für Familien Global Total Global Total Designdorado Straße des Besonderen Kurs des Könnens Familiengerechtes Einkaufen Urbanes Wohnen für Familien
Für genauere Informationen zum jeweiligen Projektbereich und den erarbeiteten Entwicklungsansätzen klicken Sie bitte auf den gewünschten Bereich im Plan.
Eine allgemeine Beschreibung der einzelnen Adressen finden Sie weiter unten auf dieser Seite (siehe auch das Verzeichnis in der rechten Spalte).


Ansatzpunkte

Um konkrete Orte als Ansatzpunkte zu bestimmen, ermittelte die Analyse Entwicklungsräume. Sie bilden ein Netz, das sich über das ganze Untersuchungsgebiet zieht. Kriterien für diese Auswahl bildeten Qualitäten wie städtebauliche Besonderheiten und Unschärfen, eine besondere atmosphärische Prägnanz, programmatische Ansatzpunkte, vorhandene Impulsgeber aber auch Flächen-, Raum- und Vernetzungspotenziale.

Vertiefend untersuchte man innerhalb der Entwicklungsräume spezielle Möglichkeitsräume. Das sind Orte, an denen Maßnahmen für eine Veränderung ansetzen können: zum Beispiel untergenutzte Räume, Brachen oder leer stehende Flächen und Gebäude. In der überlagerung der Entwicklungs-, der Möglichkeitsräume und vorhandener Impulsgeber zeigte sich, wo Maßnahmen am nachhaltigsten ansetzen können.
Auffallend ist, dass der überwiegende Teil der in der Analyse bestimmten Entwicklungsräume eng mit einem der Primärräume verbunden ist. Maßnahmen und neue Nutzungen in den Entwicklungsräumen können also wesentlich dazu beitragen, die Primärräume attraktiver zu machen. Ein Beispiel dafür ist die Technische Universität, die sowohl die Hardenbergstraße als auch die Straße des 17.Juni und den Landwehrkanal auf weiten Strecken tangiert.

Vier Aufgabenfelder

Der Handlungsbedarf in den Entwicklungsräumen lässt sich vier grundlegenden Aufgaben zuordnen:
  • städtebauliche Probleme beseitigen
  • den öffentlichen Raum aufwerten
  • programmatische und nutzungsbezogene Steuerungsinstrumente etablieren
  • konkrete, ortsbezogene und modellhafte Projekte realisieren

Adressen

Die sektorale Analyse und die Bearbeitung thematischer Schwerpunkte ergaben, dass in der City West eine Reihe Adressen identifizierbar sind. Einige sind bereits fest etabliert, andere entwickeln sich noch und wieder andere sind erst im Entstehen. Diese Adressen sind programmatische Schwerpunkte für die weitere Bearbeitung, weil sie mit einem oder mehreren aufgeführten Aufgabenfeldern korrespondieren. Indem man ihre spezifischen stadträumlichen Qualitäten, ihre besonderen atmosphärischen Merkmale fördert oder ein Anreichern von Nutzungen an diesen Orten unterstützt, lassen sich diese Adressen weiter profilieren.

Berlin²

Im westlichen Kern des bipolaren Zentrums von Berlin treffen extreme Dynamik und beharrliche Stagnation, neue City West und alte West-City aufeinander: Berlin Hoch zwei. Schlüsselstandorte müssen umgestaltet und aktiviert werden, um diese Zentrumsfunktion zu stärken. Das ist umso wichtiger, als der modernisierte Kernbereich in besonderem Maße imagebildend sein wird, eine starke Bühnenfunktion und eine große Ausstrahlungskraft haben wird. Um alle Potenziale auszuschöpfen braucht es den gezielten Einsatz von Steuerungsinstrumenten auf unterschiedlichen Ebenen.

Davos

Die östliche Budapester Straße mit dem Hotel InterContinental ist als hochrangiger Rückzugsort mitten in der Stadt etabliert. Hier werden internationale Besucher auf höchster Sicherheitsstufe untergebracht. Botschaften, Luxuswohnungen, weitere Hotels, Geschäftshäuser, die Stadtvillen der IBA und die Lage am Tiergarten verstärken diesen Charakter. Eine Aufwertung des Stadtraums und neue Verbindungen in die belebte Stadt könnten dieser Adresse mehr Glanz verleihen.

Kurs des Könnens

Technische Universität und Universität der Künste bilden einen gemeinsamen Campus. Der Kurs des Könnens steht für die Synergie von Wissenschaft und Kultur, die im Umfeld dieses Campus möglich ist. Beide Hochschulen können so zu treibenden Kräften der Entwicklung werden. Als Arbeitgeber, als belebender Faktor im Quartier, als Inkubatoren für Innovation liefern sie der City West Impulse. Synergien der unterschiedlichen Kompetenzen könnten diese Potenziale vervielfachen. Vom Konzertsaal der Universität der Künste bis zur Deutschen Oper existiert zugleich eine Achse der Kulturorte, die sich auf viele Arten für die City West entwickeln lässt.

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Designdorado

Das Stilwerk hat die östliche Kantstraße für Liebhaber guten Designs interessant gemacht. Die inhabergeführten Design- und Modegeschäfte in den Seitenstraßen des Kurfürstendamms und des Savignyplatzes liegen aber noch im Schatten: ein Kompetenzcluster, dass durch Vernetzung mit der Universität der Künste gewinnen kann.

Flanieren auf dem Boulevard

Tauentzienstraße und Kurfürstendamm sind Berlins vielleicht bekannteste Flaniermeile. Das Image wechselt vom Mainstream über die Bühnen- und Flanierstrecke schließlich zur Luxusmeile. So treffen auf dem Boulevard Luxussegment und Nahversorgung, junge Kundschaft und die Generation 30+ aufeinander. Diese Mischung macht das besondere Flair des Ortes aus und muss unbedingt erhalten bleiben. Prunkvolle Fassaden, besonders attraktive öffentliche Räume und vielfältige Nutzungsstrukturen bei Tag und Nacht und für alle Zielgruppen – alles was die vorhandenen Qualitäten stärkt, soll erhalten und wo nötig gefördert und gestärkt werden.

Straße des Besonderen

Unter diesem Motto engagieren sich Akteure an der Fasanenstraße für eine Profilierung der Nord-Süd-Verbindung. Impulsgeber wie die Unversitätsbibliothek im Norden, die IHK, das Literaturhaus und das Haus der Berliner Festspiele im Süden zeigen die Entwicklungsrichtung. Die Straße weist dabei auf ihrer gesamten Länge vielfältige Strukturen und Teilabschnitte auf, deren Potenziale vernetzt und besser genutzt werden können.

Familiengerechtes Einkaufen

Die Wilmersdorfer Straße profiliert sich als familiengerechte Einkaufsstraße. Dafür sorgen ein entsprechendes Warenangebot und die Fußgängerzone. Die Abschnitte südlich der Bahn und nördlich der Bismarckstraße sollten dabei besser mit dem Kernbereich verknüpft werden.

Urbanes Wohnen für Familien

Einige Wohnquartiere bieten sich dank ihrer Infrastruktur (Verkehrsberuhigung, Kitas und Schulen, Grünflächen und Spielplätze) für Familien geradezu an. Die Kieze um Lietzensee, Charlottenburger Schloss und Klausener Platz eignen sich, um das Angebot stärker zu differenzieren und beispielsweise das Familienwohnen mit dem Arbeiten zu verknüpfen. überdurchschnittlich steigende Geburtenraten verleihen diesem Ziel besonderen Nachdruck.

Generationenbrücke

Im Südosten des Projektgebiets wohnen besonders viele Seniorinnen und Senioren. Zugleich ziehen hier immer mehr Familien mit Kleinkindern fort. Generationenübergreifendes Wohnen und Maßnahmen zu einem besseren Miteinander aller Lebensalter könnten diesen Quartieren zu neuer Qualität verhelfen.

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Global total

Internationale Läden aller Art bestimmen das Bild der westlichen und der Neuen Kantstraße zwischen Witzleben- und Leibnizstraße. Zu viel Lärm, ein unattraktives Straßenprofil, ein changierendes Image und hohe Fluktuation hemmen dieses Potenzial zur Zeit. Vielfalt und Qualität des Angebots werden nur eingeschränkt wahrgenommen. Verkehrsberuhigung und ein Geschäftsstraßenmanagement könnten das ändern. Dabei ist Internationalität der thematische Ansatzpunkt und die Aufwertung des Umfelds eine der ersten Aufgaben.

Westbühne

Der Lehniner Platz mit der Schaubühne ist westlicher Ankerpunkt der „Bühne Ku’damm“. Die außergewöhnliche Architektur macht dieses Tor zur City besonders attraktiv. Mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum könnte aber mehr Besucher in diesen ruhigen Teil des Kurfürstendamms bringen und sein Image verbessern.

Grand Canyon

Bereits das Planwerk Innenstadt machte den Straßenzug Lietzenburger Straße/An der Urania zum Schwerpunkt. Die damals aufgeworfenen städtebaulichen Fragen sind unvermindert aktuell und harren der Beantwortung. Dabei gilt es, die Alternativen, die das Planwerk Innenstadt formuliert hatte, zu überprüfen. Temporäre öffentliche Nutzungen und gestalterische Maßnahmen könnten ein erster Schritt hin zur Qualifizierung des Grüns, zu baulicher Verdichtung und neuer städtebaulicher Prägnanz sein.