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Archiv: Stadtforum Berlin

Was meinen Sie? Online-Debatte zum 4. Stadtforum



Alle wollen wohnen: Wie kann Berlin das schnell und gut schaffen?


Sehr geehrte Diskussionsteilnehmerinnen- und -teilnehmer,

im Rahmen des Online-Dialogs zu der Fragestellung "Alle wollen wohnen: Wie kann Berlin das schnell und gut schaffen?" haben Sie in den vergangenen Wochen zahlreiche Kommentare verfasst, für die wir uns bei Ihnen bedanken möchten.

Ihre Beiträge fanden in der Vorbereitung und Durchführung des Stadtforums Berücksichtigung. Der öffentliche Dialog wird im Rahmen des kommenden Stadtforums am 20. Juni 2016 in eine neue Runde gehen. Alle aktuellen Informationen werden Ihnen wie gewohnt zur Verfügung gestellt.

Projektteam Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt




Was meinen Sie?


Geschlossen - Es können keine neuen Beiträge erstellt werden.

Alle wissen´s, keiner sagt´s: Kleingärten, nicht Wohnsilos gehören an den Rand der Stadt

07.04.2016
Das Engagement von Senator Geisel & Team für Wohnungsbau ist begrüßenswert. Allerdings führt eine ungenaue Ursachenanalyse zu teilweise falschen Konzepten: Das 4-Mio-Berlin wird es so schnell nicht geben. Seit 1991 wuchs die Bevölkerung nur um 24.000 Menschen. Gleichzeitig altert sie. Aufgrund von 180.000 Neubauten stieg die Wohnfläche/EW um 18%. Wir haben also ein Luxusproblem: Mietsteigerungen/Verdrängung aus der Innenstadt erfolgen, weil der wachsende Mittelstand händeringend innenstädtisch große, komfortable Wohnungen nachfragt. Billig, klein, öffentlich und verdichtet am Rande der Stadt für die „Schwachen“ zu bauen, ist keine Antwort auf die Ursachen, sondern auf deren Folgen. Die richtige Antwort wäre innenstadtnahes, vielfältiges, i.d.R. hochwertiges Bauen in toll geplanten Quartieren durch private Bauträger, Baugruppen und Genossenschaften auf kleiner Parzelle.
Berlin besitzt riesige, innenstadtnahe Wohnbauflächen, die an Kleingärtner verpachtet sind. Das Recht auf Kündigung bei höhenwertiger Nutzung und finanzieller Abfindung ist explizit vereinbart. Ein „ewiges Bleiben“ war nicht geplant. Stadt ist Wandel. Erfahrungsgemäß akzeptieren das die meisten Kleingärtner als verantwortungsvolle Bürger, selbst wenn sie traurig sind. Berlin sollte KG-Flächen am Rande der Stadt (z.B. Elisabeth-Aue) anbieten, anstatt dort Wohnsilos zu planen. Denn innenstadtnahes Gärtnern und Grillen ist zwar beneidenswert, aber in Anbetracht der Verdrängung von Schwachen aus der Innenstadt und dem Wohlstandsgewinn, der entstehen würde, wenn man den „Stärkeren“ die Umsetzung Ihrer legitimen Wohnträume ermöglichte, äußerst fragwürdig. Nur Mut!

Ulf Maaßen, Stadtinitiative "BürgerBauenBerlin"


Antwort vom 07.04.2016
Frank Neubert

In den 90ern ist die Bevölkerungszahl wegen Stadtflucht geschrumpft. Das bedeutet aber nicht, dass sie gegenwärtig und in Zukunft nicht steigt.

An der Elisabethaue werden keine Wohnsilos geplant, sondern eine Gartenstadt. Diese ist zu begrüßen; macht aber nur Sinn, wenn auch ein attraktiver Ortskern Bestandteil der Planung wird. Außerdem sollte über die Perspektive der Verlängerung der U2 nach Rosenthal nachgedacht werden.

Nicht jeder innerstädtische Schrebergarten kann erhalten werden! Mir sind aber die stadtklimatischen und Faunabringenden Vorzüge gestreuter kleiner Gartenkolonnien lieber als unüberschaubare Mega-Anlagen in Außenbereichen. Es ist wünschenswert Grün in die Stadt zu bringen und Urbanität in die Außenbezirke.

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Realitäten anerkennen

06.04.2016
Berlin ist eine wachsende Stadt- das ist auch gut so ! Es zeigt, dass Berlin eine Zukunft hat und es auch wieder wirtschaftlich aufwärts geht. Bis auf die Jahrzehnte nach dem Krieg und der Teilung ist Berlin immer gewachsen, sonst wäre Berlin heute noch ein unbedeutendes Dorf. Man muss sich erst wieder an den Zustand des Wachsens gewöhnen. Im Vergleich zu anderen Metropolen in der Welt ist das Wachstum aber bescheiden, trotzdem erzeugt es Konflikte. Wir brauchen neue Wohnungen in der Innenstadt und am Stadtrand- es wird zwangsläufig enger werden ! Na und ? Halt echte Großstadt ! Die Infrastruktur muss mitwachsen. Man wird nicht jede Frei- und Grünfläche erhalten können. Ich bin kein Politiker, aber das Gemaule vieler Ansässiger kann ich nicht nachvollziehen. Es gab mal Zeiten in Ost und West, wo jeder Neubau bejubelt wurde. Leider entstehen zu viele Eigentumswohnungen- dies liegt aber daran, dass die meisten Grundstücke im Privatbesitz sind.

Marco

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Kleinvieh macht auch Mist

05.04.2016
Berlin hat nicht nur den Vorteil der polyzentrischen Stadt sondern auch den der Subkultur. Dafür lieben wir diese Stadt und darum leben viele von uns hier. Die Ideen liegen hier auf der Straße. Auch wenn die zahlreichen kleinen Eigeninitiativen und die Wohnungsbauakteure der letzten Jahre nicht die Zahlen liefern, die die Politik neuerdings fordert, ist Berlin ohne sie nicht Berlin. Es wird neue gute Ideen geben, wenn die üblichen Elefantenrunden der Podiumsteilnehmer und die Expertenrunden mit den kleineren Akteuren und den Genossenschaften ergänzt werden.

Christoph Roedig


Antwort vom 07.04.2016
Ulf Maaßen, Stadtinitiative "BürgerBauenBerlin"

Wir „kleineren Wohnungsbauakteure“ könnten für Berlin natürlich gerne deutlich höhere Wohnungszahlen - bei kreativen Konzepten - liefern, würde Berlin uns hierfür Bauland liefern.

Stattdessen wurde das effiziente und marktgerechte Höchstgebotsverfahren abgeschafft (Herrn Lippmann und seinem Team vom ehem. Liegenschaftsfonds rückwirkend vielen Dank für die tolle Arbeit - auch im Namen unserer sehr zufriedenen Baufamilien). Das neue - eigentlich nur bei wirklich gesamtstädtisch bedeutsamen Grundstücken akzeptable - Konzeptverfahren absorbiert von allen Beteiligten unverantwortlich viel Zeit, Kreativität und Ressourcen. Die Vergabeentscheidungen hierbei bleiben letztlich immer mißtrauensbehaftet. Selbst komplett aufgearbeitete, §34-Wohnbaugrundstücke im hintersten Weissensee wurden damals aus der Vermarktung genommen! Bedauerlich, dass zwischenzeitlich Berlin auch den Bund überzeugt hat, seine Berliner Grundstücke auch zurück zu halten (Beispiel Bernauer Straße), um sie dann ggf. mal in Anlehnung an das „erfolgreiche“ Berliner Konzeptverfahren zu veräußern. Seit ein paar Jahren gibt es also kaum noch öffentlichen Grundstücke auf dem Markt. Diese hatten bis dato etwa 40% der Angebote ausgemacht. Da freuen sich natürlich die verbleibenden privaten Grundstückseigentümer über den steigenden Wert ihres Baulands. Und der Berliner Wohnungssuchende hat das Nachsehen.
Hoffentlich schaffen es einige von Euch „kleineren Wohnungsbauakteuren“, Euch bei den Kommunalen - die den zukünftigen Neubau maßgeblich stemmen sollen - anzudocken und diese mit Euer kreativen Kraft von guten Wohnkonzepten zu überzeugen. 

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Existenzangst, soziale Ungleichheit und der Teufelskreis aus Landflucht und Verstädterung

05.04.2016
 Dieser Teufelskreis stellt sich auch dar, als Einheit aus der Verelendung der Kulturlandschaft (ländlicher Raum) und dem Boom der Zivilisationslandschaft (städtischer Raum) - als dissipativer Erkrankung des globalen Ökosystems, einschließlich der Gesellschaft. Mittlerweile hat diese Erkrankung (ein Syndrom verschiedener Krisen) selbst ein existenzbedrohendes Ausmaß erreicht (Krise des Gesamtsystems). Den Teufelskreis zu durchbrechen bedarf es der Gesundung der gesellschaftlichen Beziehungen, der Herstellung von sozialer Sicherheit (gerechte solidarische Kooperation, Genossenschaft) bei gleichzeitiger Hinwendung zur Herstellung der ökologischen nachhaltigen Zukunftsfähigkeit (soziale und ökologische Verantwortungsgemeinschaft) im globalen Maßstab. Das Erfordernis besteht in der Herstellung der Einheit von Nutzung und Schutz der Landschaft, als globalem Ökosystem. Dies bedeutet auch den Erhalt der Einheit von Stadt und Land, als lebenswertem Sozialraum (u. a. auch durch den Erhalt der Biologischen Vielfalt) und die Herstellung gesunder rural-urbaner Strukturen (dezentrale, vernetzte, genossenschaftliche Niedrigenergie-Kreislaufwirtschaft) und eines gesunde Städte Netzwerkes (zukunftsfähige Regionalentwicklung, Permakultur). Hierfür können und müssen Berlin und sein Umland ein Beispiel gebender Experimentierraum (Entwicklung- und Erprobungsvorhaben) sein. 

Andreas Ratsch

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schnelles Bauen ja, aber ...

05.04.2016
 Hohe Geschwindigkeit führt zum Verlust des Überblicks. Wir stehen aber vor der Aufgabe gleichzeitig mit dem Wohnungsproblem, in historisch gesehen kurzer Zeit, alle bestehenden Menschheitsprobleme, auf einander abgestimmt, auf einmal zu lösen und müssen dazu das Ganze in den Blick nehmen und im Blick behalten. Das braucht seine Zeit und "gut Ding will Weile haben". Daher bietet sich eine Doppelstrategie an, bei der zum Einen, zunächst und im Sinne der Zukunftsfähigkeit, so gut wie möglich schnell gebaut wird. Zum Anderen muss kurzfristig geklärt werden, welche Ressourcen in welchem Maße regenerativ zur Verfügung stehen, welche Stoffwechselrate mit der Natur wir uns langfristig leisten können und wie eine globale sozial und generationengerechte Lebensweise aussieht. Gerade unsere Beziehung zu unseren natürlichen Lebensgrundlagen gerät mit der Urbanisierung physisch und psychisch immer mehr in ein Defizit, dass der Handlungskompetenz und dem verantwortlichen Handeln für ihre Regeneration zuwider läuft. Der Wohnungsleerstand im ländlichen Raum ist ein Hinweis, wie der Überurbanisierung Berlins begegnet werden kann. In der gesamten Region sollte ein Netzwerk rural-urbaner Reproduktionseinheiten entwickelt und gefördert werden.

Andreas Ratsch

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Jk

04.04.2016
 Zugr

P Pi@golen.de

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Nachverdichtung für Wohnraumangebot

04.04.2016
Wie in jeder anderen europäischen Metropole sollten in Berlin die - letztlich aus den Bombardierungen des zweiten Weltkrieges resultierenden - Baulücken geschlossen und nach dem Krieg errichtete Gebäude im Stadtgebiet mindestens auf Traufhöhe aufgeschlossen werden. Es gibt zum Beispiel zahllose "fehlende Ecken" bei der Bauweise der 50er und 60er Jahre. Dort sind mitten in der Stadt häßliche Lücken, wo eigentlich geschlossene Blockbauweise angezeigt wäre. Die können ohne Probleme als Platz gewonnen werden.

Der Anteil frei stehender Wohnungen ist derzeit zu niedrig, so dass die Preise viele Bürgerinnen und Bürger aus der Stadt drängen. Es muss zusätzlich also neu gebaut werden.

Bei all den Baumaßnahmen sollte nicht vergessen werden, auch Plätze mit Aufenthaltsqualität zu schaffen, an der lokaler Handel und Gastronomie neue Kieze schafft.





David

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Bewahrung alter Strukturen statt qualifizierte Nachverdichtung

04.04.2016
Die in den Märztagen 2016 in der KMA durchgeführte Bürgerinformation des CDU Stadtbezirksrates mit ca. 450 EW lässt sich am besten aus fachlicher Sicht so charakterisieren:

- dogmatische Vorgaben für Nachverdichtung, Beschränkung auf fünfgeschossige Zeilen als „Stempel der neuen Zeitschicht“
– kein Eingehen auf konkrete räumliche Situationen, willkürliche Beschränkung der Geschossigkeit, dadurch Verzicht auf Verdichtungspotenzial ohne damit einhergehende qualitative Verbesserung der städtebaulich-räumlichen Situation.
- Einschränkung der Gestaltungsmöglichkeiten der Gebäude durch Vorgabe der bestehenden Plattenbauten als Maßstab,
- unzulässige Reglementierung von Architekturdetails, dadurch Beschränkung der Architektur- und Nutzungsqualität, z.B. durch Beschränkung der Gestaltung von Freisitzen.
Die wichtige und richtige Zielstellung des Senates "mehr Wohnungen" auf erschlossenen Flächen der Innenstadt zu bauen wird sich nur erreichen lassen, wenn die kleinkarierrte und eitle Positionswahrung einzelner Stadtbezirke durch und mit gezielt gesuchten Architekten als Meinungsmachern so beendet wird, das der Senat derartige Aufgaben an sich zieht. Auf diesem Wege könne Spielräume bestimmt werden in denen gebaut werden kann z.B. nach § 34 BG in dem die Art und das Maß der Nachbarschaftsbebauung zu kreativ ergänzenden Baukörpern führen. Es ist doch lächerlich im Berlin Mitte eines der modernsten Kraftwerke für Fernwärme zu haben und es nur zu geschätzt 60 bis 70 % auszunutzen oder mit weniger als 300 EW/m² in die Zukunft zu wollen obwohl die Infrastruzktur vorhanden ist. 



André Janka aj@janka-architekten.de

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Wie finanziert Berlin die Infrastruktur der "Neuen Gründerzeit"?

04.04.2016
Überall wird gebaut, auch auf den Strassen. Hauptsächlich an Kreuzungen werden Strassen aufgerissen und es wird für einige Zeit dort gearbeitet. Ich nehme an die Leitungskapazitäten werden dort für die zusätzlich dort in der Nähe erwarteten Wohnungen geschaffen. In den Haushaltsplänen konnte ich dazu nichts finden. Daher meine oben gestellte Frage Wie finanziert Berlin die Infrastruktur der "Neuen Gründerzeit"? und weiter: Bezahlt dies der Berliner Steuerzahler oder  Steuerzahlerin oder zahlt das der jeweilige Investor?

Danke für eine erhellende auskömmliche Antwort



Heinrich vom Feld

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Frau

04.04.2016

Ich sehe hauptsächlich Eigentumswohnungen. Jetzt, wo die Flächen rar geworden sind, soll eingesehn werden, daß man noch die vielen preisgünstigen Wohnungen braucht. Wo sollen die hin?
Anstelle des lebens-und liebenswichtigen schönen Grüns Berlins?
Fragen Sie mal nach, wieviele Bäume z.B. dieses Jahr schon für vor allem Eigentumswohnungen gefällt würden? Ich habe schon viel trauriges gesehn. Zum Beispiel in Tiergarten/Cuxhavener Straße: Eine ganze Reihe schon größerer Platanen (ca 20), die am Rand eines Baufelds standen, wurden für einen großen Eigentumskomplex gefällt. Warum können diese gierigen, unersättlichen Investoren nicht etwas kleiner und baumfreundlicher bauen??????? Berlin wird jeden Tag ärmer.



Gabriele Alscher gabriele.alscher@gmx.de


Antwort vom 04.04.2016
Harry

 Sie haben Recht.Ich komme viel in der Stadt rum. Die Politik erzählt uns jeden Tag, es muss bezahlbarer Wohnraum gebaut werden, der soziale Wohnungsbau erweitert werden. Das Gegenteil passiert. Bezahlbarer Wohnraum? Der Begriff ist dehnbar. Bezahlbar für wen? Ich sehe in den Neubaugebieten immer nur Anschläge: Hier entstehen xxx Eigentumswohnungen. Was ist mit den Menschen, die sich insbesondere im Alter das nicht mehr finanzieren können? Dies Eigentumswohnungen werden dann u.U. von Menschen aufgekauft, die ihr Geld anderweitig bunkern und vermieten dann zu Höchstpreisen.
Wo sollen jetzt und in Zukunft Menschen mit geringem Einkommen oder kleiner Rente bleiben? Ziehen diese Menschen dann in freiwerdende Container? Was ist das nur für eine Politik.

Antwort vom 06.04.2016
Frank Neubert

Wenn es um den Erhalt vorhandener prächtig gewachsener Vegetation geht müssen Architekten und Stadtplaner künftig zur Umsicht ermahnt werden und sich eine kreative Kultur der Rücksicht durchsetzen. Das ist keine Petitesse.

Vorhandene Qualitäten, und damit meine ich neben vegetabilischen Aspekten auch vorhandene architektonische und topographische Anknüpfungspunkte, werden in der Regel gänzlich missachtet und einer bezugslosen "Vision" geopfert.

Ein Beispiel ist die Umbauung des Humboldthafens. Diese schadet der vorhandenen historischen Bebauung im Umfeld ebenso, wie dem Bestand erhabener Bäume, die nun auch bereits gefällt sind. Hier hätte ein Garten am Wasser entstehen können, anstatt der Ungerschen und Stimmanschen Laune eines im übrigen auch baufeldökonomisch sehr zweifelhaften Laufställchens mit abgeschotteten Flanken nachzugehen.

Antwort vom 06.04.2016
Marco

 Es ist richtig, dass viele Eigentumswohnungen entstehen. Aber warum ? Weil die allermeisten freien Grundstücke im Privatbesitz sind. Sie können einen privaten Grundstücksbesitzer nicht vorschreiben, zu welchen Konditionen er baut. D.h. auf 90 % der freien Baugrundstücke in der Innenstadt hat man keinerlei Einwirkungsmöglichkeiten. Die Anzahl der städtischen Grundstücke sind gering. Dort wo der Staat/die Stadt die meisten eigenen Flächen zur Verfügung hat, hat die Stadtgesellschaft mehrheitlich eine Bebauung abgelehnt- nämlich auf dem Templhofer Feld.

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Ist die Verlängerung der Autobahn A100 sinnvoll und zeitgemäß?

04.04.2016
Im Referentenentwurf des Bundesverkehrswegeplans wurde der bisher nicht planfestgestellte 17. Bauabschnitt (Treptower Park bis Storkower Straße) mit dem sich im Bau befindlichen 16. Bauabschnitt (Neukölln bis Treptower Park) als eine Einheit dargestellt und somit auch der 17. Abschnitt als "fest disponiert und im Bau" eingestuft. Für den 17.BA bis zur Storkower gibt es jedoch kein Baurecht, trotzdem wird keine Prüfung vorgenommen.

Für die betroffenden Anwohner_innen stellt der Bau der Autobahn eine enorme Verschlechterung der Lebensqualität in ihrem Wohnumfeld dar. Der Bau einer Autobahn durch Wohngebiete entspricht nicht einer modernen, menschenfreundlichen, klimaneutralen Stadtplanung. Berlin sollte vielmehr die Fahrradinfrastruktur ausbauen, mehr Leute in die Öffentlichen Verkehrsmittel bringen und den Stadtraum lebenswert gestalten.


B.B.

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Wird Berlins nachhaltige Entwicklung durch seine Schulden gehemmt?

03.04.2016
 Wenn ja, könnte es eine finanzielle Entlastung sein, wenn der Bund die Schulden kurzfristig begleichen würde und Berlin seine Schuld beim Bund dann über einen längeren Zeitraum zinslos oder -arm begleichen könnte? (Zinsenschnitt, vgl. Schuldenschnitt und Griechenland)

Andreas Ratsch

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zukunftsfähige elektrische Art und Weise des Verkehrswesens

03.04.2016
 Die zukunftsfähigste, da sparsamste Fortbewegungsweise ist der zugleich gesund erhaltende Fußgang, auf der Grundlage der ökologisch nachhaltig zukunftsfähigen Ernährung, als bioelektrische Mobilitätsform. Dafür wird eine polyzentrale Stadt der kurzen Wege, einschließlich eines flächendeckenden Netzwerkes an ökologisch hochwertigen Grünflächen benötigt (vgl. Ökodörfer). Berlin ist dafür schon jetzt zu groß. Die Stadt sollte sich auch daher intensiv zukunftsfähig mit dem ländlichen Raum verflechten. Für die etwas weiteren Ziele bietet sich als Geh- und Rennhilfe das Tretmobil an. Das Tretmobil mit elektrischem Hilfsmotor ist die sparsamste Form der künstlichen Elektromobilität. Es wird gefolgt vom elektrischen (öffentlichen) Personen- und Fracht-Nahverkehr. Dabei sollte der Elektro-(P)KW auf Grund seines großen Gewichtes und des daraus folgenden großen Energieverbrauches die Ausnahme für besondere Fälle sein. Um Platz und andere Ressourcen zu sparen, bietet sich hier das carsharing an. Das Energie fressende Flugzeug sollte weitestgehend durch das Internet ersetzt werden. Man kann und muss nicht überall hin. Um Energie zu sparen, sollten sich die Regionen (Einheit von Stadt und Land) mit den wichtigsten Lebensmitteln selbst versorgen.

Andreas Ratsch

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"Grenzen des Wachstums" (Club of Rome)

03.04.2016
 Sind die Grenzen des Wachstums (Ressourcenverfügbarkeit) erreicht, steht das Erfordernis der Höherentwicklung - der Übergang in das Reich der nachhaltigen Zukunftsfähigkeit an. 10 Milliarden Menschen müssen dann auf der Grundlage ihrer Fäkalien, als Dünger nachhaltig satt werden. Nebenbei müssen diese Menschen aus der Biosphäre die benötigten weiteren Rohstoffe und Energien entziehen, ohne sie als unsere natürliche Lebensgrundlage und unseren Schutzschild zu zerstören. Diese unsere Umwelt ist nur stabil auf der Grundlage der Biologischen Vielfalt, d. h. auch auf der Grundlage ihrer Entwicklungsfähigkeit durch genetische Vielfalt in den dafür erforderlichen Populationsgrößen. Wir haben allen Grund mit unserer natürlichen Umwelt achtsam umzugehen. Dafür ist es gerade auch in der Stadt erforderlich, die Biologische Vielfalt zu schützen, zu mehren, erfahr- und erlebbar zu machen sowie eine Bildung für nachhaltige Entwicklung zu betreiben. Deshalb sollte in Berlin auch mit allen Ressourcen (einschließlich Platz) äußerst sparsam umgegangen werden, damit alle "Grünen Wiesen" erhalten bleiben und sie vernetzt werden können. Die Entwicklung Berlins schließt die gemeinsame nachhaltig zukunftsfähige Entwicklung mit dem ländlichen Raum ein (siehe auch unten).

Andreas Ratsch

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Neue Gründerzeit - Zynismus pur

02.04.2016

„Stadtentwicklungsplan Wohnen 2025“ des Senats: „Verdichtung wirkt dort kontraproduktiv, wo sie die Wohnqualität beeinträchtigt.“ (S. 66)

Davon aber völlig unbeeindruckt, werden „Wohnbaupotenziale“ in dicht bebauten Innenstadt (Arbeiter)-Vierteln gesucht, deren Mangelausstattung mit wohnnahem Erholungsgrün „amtlich festgestellt wurde“ - z.B. im Bezirksregionenprofil Moabit-West: Parteigenossen des Senators wollen eine “Gemeinbedarfsfläche mit hohem Grünanteil, Zweckbestimmung Schule“ den Kindern wegnehmen – und gleich auch eine angrenzende kleine Grünfläche - und darauf Wohnungen errichten lassen. „Wo sollen wir denn sonst bauen?“ ist ihre zynische Frage.

Wenn Betroffene (die nicht immer auch Anwohner sein müssen) dafür eintreten, dass vorhandene, grünbestimmte Wohnqualität in der Innenstadt erhalten bleibt und nicht dem Verwertungsinteresse von Bauinvestoren geopfert werden darf, dann werden diese Betroffenen gern als „Egoisten“, Nimbys oder St-Florians abqualifiziert.
Demgegenüber nimmt der Senat das „Gemeinwohl“ für seine Verdichtungsabsichten in Anspruch. In d i e s e m „Gemeinwohl“ hat „vorhandene Wohnqualität sichern“ und „Freiraumqualität für Kinder“ keinen Platz (für Kinder sind KITAs da) – wohl aber: Einwohnerzuwachs, Einkommensteueranteil, föderaler Finanzausgleich und Grundsteuereinnahmen. Wir können doch nicht Zuzügler nach Brandenburg verlieren! - Flüchtlinge nach Selchow schon.

Statt am Stadtforum teilzunehmen werde ich am 4. April meinen Deutschunterricht für Syrer fortsetzen.



B. Nake-Mann

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Berlins neue Gründerzeit

02.04.2016
Berlins neue Gründerzeit -
sind Senator und seine Berater offen zynisch oder merken sie ihren Zynismus nicht?

In der Gründerzeit des 19. Jahrhunderts konnten die „Terraingesellschaften“ und Spekulanten ihre sicheren Gewinne durch hochverdichteten Wohnungsbau für die landflüchtenden Arbeitssuchenden machen. Auch damals „wollten alle nach Berlin“! Ergebnis: das „Steinerne Berlin“ mit krankmachenden Wohnbedingungen in engen Hinterhöfen. Eine Gegenbewegung mit dem Ziel „bezahlbarer Wohnraum“ (würde man heute sagen) und stabile Wohngemeinschaften waren die Genossenschaften!

Heute wird Berliner Investoren und internationalen Kapital, das nach lukrativen Anlagen sucht, jeder Weg erleichtert. Planungs- und Bauvorschriften werden serienweise zwecks hoher Bodenprofite gekippt.

„Wir müssen mit den Bürgern über Verdichtung reden!“ forderte der Senator vorigen Herbst seine GenossInnen auf. Ja, allerdings: über Grenzen der Verdichtung muss geredet werden.
Es steht sogar im „Stadtentwicklungsplan Wohnen 2025“ des Senats: „Verdichtung wirkt dort kontraproduktiv, wo sie die Wohnqualität beeinträchtigt.“ (S. 66)




B. Nake-Mann


Antwort vom 06.04.2016
Marco

 Es lebe der Klassenkampf ! Das so viele Eigentumswohnungen entstehen liegt daran, dass die meisten freien Baugrundstücke in der Innenstadt im Privatbesitz sind ! Somit hat man darauf keine Einflussmöglichkeit. Was haben Sie gegen die Gründerzeit ? Die beliebtesten Stadtquartiere heute sind z.B. Prenzlauer Berg, Friedrichshain, Kreuzberg, Charlottenburg- alles Gründerzeitquartiere ! Oder finden Sie die Plattenbauten in Mahrzahn, Hellersdorf und Großsiedlungen wie Gropiusstadt und MV attraktiver und lebenswerter ?

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Internationale Zusammenarbeit bei zukunftsfähiger Regionalentwicklung

02.04.2016
 Überurbanisierung geht einher mit Überproduktion, Verschwendung, Luxus einerseits, Elend andererseits, mangelndem stadt-ländlichem Stoffkreislauf, Zivilisationskrankheit und fehlender Zukunftsfähgigkeit. Dabei ist das Wichtigste die nachhaltige und gerechte Sicherung der Versorgung mit den grundlegenden Lebensmitteln und der Hygiene, d. h. der Vorbeugung von allem krank Machenden. In dem zu Ende gehenden fossilen Zeitalter dürfte die Bedeutung des ländlichen Raumes und der Dezentralität für die Wirtschaft erheblich steigen. Es sollten auf Regionen bezogene nachhaltig zukunftsfähig wirtschaftende Netzwerke (Gesellschaften) von ländlichen, städtischen und stadt-ländlichen Reproduktionsgenossenschaften entwickelt werden. Dabei dürfte die effektive Verteilung der städtischen Bevölkerung im ländlichen Raum für den stadt-ländlichen Produktkreislauf grundlegend wichtig sein. Darüber hinaus können die Städte über die stadt-ländliche Reproduktion hinaus spezielle Produkte für Regionen unterschiedlicher räumlicher Dimension anbieten. Dabei spielt der Informationsaustausch über das Internet eine große Rolle (Beispiele Wikipedia, 3D-Drucker). Das heißt Berlin sollte entflochten und nicht verdichtet werden.

Andreas Ratsch

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Dienst am Menschen auch durch Stadtplanung für Tiere, Pilze und Pflanzen

02.04.2016
Für eine gesunde Entwicklung darf in der Stadt kein Missverhältnis zwischen gebauter und technischer Infrastruktur einerseits und hochwertigen Ökosystemen andererseits entstehen. Nicht zuletzt im Klimawandel sind große und über den Biotopverbund zusammenhängende Landschaftsökosysteme mit einer hochwertigen Biotopausstattung für den Erhalt, das Erfahren und Erleben der Biologischen Vielfalt notwendig. Erlebbare Weidetiere vermitteln zwischen dem Betrachter und den jeweiligen durch sie gepflegten Biotopen. Für die Kinder wird pro Quadratkilometer Stadt ein Naturerlebnisraum benötigt. Das Verkehrsnetz und seine Art und Weise der Nutzung sollten auch für den Biotopverbund geeignet sein. Eine vernetzte Infrastruktur für die Umweltbildung sollte es in jedem Kietz geben. Weniger an der Technik kleben. Draußen ist das wahre Leben. Solch eine Stadt ist auch ein Standortvorteil. Deshalb sollte die Stadt nicht zu groß werden, sondern es sollte in einer Einheit mit dem ländlichen Raum ein regionales Netzwerk gesunder Städte entwickelt werden.

Andreas Ratsch

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Berlin braucht einen schönen, urbanen Städtebau, der zu Erhöhung der Lebensqualität und des Wohlstandes vieler Berliner Bürger und der Kommune beiträgt. Dafür gibt es ausreichend Zeit, privates Kapital und Flächenpotenziale.

31.03.2016
Berlins ist seit 1991 nur um etwa 24.000 Menschen (0,7%) auf ca. 3,47 Mio. gewachsen. Da etwa 180.000 Wohneinheiten gebaut wurden, hat sich die Wohnfläche je Berliner von 34 auf 41 m² erhöht. Die aktuelle „4-Mio.-Einwohner-Diskussion“ ist somit unrealistisch. In Berln gibt es dennoch eine neue Bürgerschicht, die insb. familiengerechte Altbauwohnungen in den lebendigen Innenstadtquartieren dringend nachfragt, aber auch Neubauwohnungen in innenstadtnahen, kleinstrukturierten Quartieren. Hier sind Neuvermietungspreise über 10 € bzw. Verkaufspreise über 3.500 € normal. Wenn diesen Bürgern keine angemessenen Alternativangebote gemacht werden, führt dies zu Verdrängung. Gleichzeitig ermöglichen aber erst die höheren Miet- und Verkaufspreise den privaten Wohnungsbau der letzten Jahre. Da in nachgefragten Lagen heute jedoch kaum neues Bauland bereitgestellt wird, wird sich dieser freie Wohnungsbau wieder abschwächen. Die großstrukturierten Wohnquartiere der Nachkriegszeit hingegen bleiben von der o.g. anspruchsvollen Nachfrage unberührt. Viele sind Problemquartiere. Will Berlin jetzt erneut solche öffentlich subventionierten und unurbanen Quartiere schaffen? Banlieues mit Aussiedler-Billigbauten als Ortskernen? Dafür besteht keine Notwendigkeit! Berlin sollte seine innenstadtnahes Baulandreserven auch gegen Vorort-Widerstände zu lebendigen und bürgerlichen Neubauquartieren entwickeln und kleinteilig im Höchstgebotsverfahren an Bauträger, Baugemeinschaften und Genossenschaften veräußern. In solchen lebenswerten Quartieren dezentral verteilter Wohnraum für Flüchtlinge wäre eine Bereicherung für alle und Baustein einer gelungenen Integration.



Dipl.-Ing. Ulf Maaßen (Stadtplaner, AREA-Baugemeinschaften) maassen@area-berlin.de


Antwort vom 31.03.2016
Andreas Ratsch

 Lügt der Senat, was das Stadtwachstum und die Wohnungsknappheit betrifft?
Wie hoch ist der ökologische Fußabdruck dieser "Bürgerlichen"?
Geht die große Wohnfläche pro Person nicht zu Lasten des Grüns und zu Lasten der Möglichkeiten der sozialen Integration?
Ist hier "Wohlstand" nicht Luxus?
Ist hier nicht der kurzfristige Maximalprofit der "Privaten" das Ziel und nicht die nachhaltig zukunftsfähige, d. h. auch auf Solidarität den Schwächeren gegenüber beruhende Entwicklung?
Es muss auch im langfristigen öffentlichen Interesse gehandelt werden. Soziale und Generationengerechtigkeit stehen überlebensnotwendig auf der Agenda (siehe Rio 1992). Auch nicht zuletzt danach bemessen sich "Schönheit" und "Urbanität". 
Der Senat sollte der Bodenspekulation einen Riegel vorschieben.

 

Antwort vom 01.04.2016
Christof Schaffelder

Sie träumen

Es gibt in Berlin fürwahr ein Besitzbürgbertum, dass sich Abenteuer wie Bauherrrengemeinschaften leisten kann. Aber das kommt sehr überwiegend aus dem Westen. Dort macht man entsprechende Erbschaften, im Osten in der Regel nicht.

Das Nicht-Besitzbürgertum, egal ob aus Ost oder West, kuckt dagegen in die Scheiße, wenn es eine Wohnung sucht. Wenn die Not drängt, also z.B. Kinder kommen und man Platz braucht, dann fehlt das Eigenkapital. Dann braucht man (ohne Eltern die Kohle reinstecken) schlichtweg bezahlbare Mieten, die der Markt derzeit nicht liefert.

Klar kann man Rechnungen aufmachen wie: Früher hat  man auch enger gewohnt! Aber heute ist wahr: Die einen wohnen alleine auf 200 Quadratmetern, die anderen teilen sich zu fünft eine 70-qm-Wohnung. Und beide Realitäten werden tagtäglich immer realer. Das ist das Problem, das Sie nicht wahrhaben wollen!

Viele Grüße aus dem Grenzbereich zwischen Mitte (alt) und Wedding.


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GEWOBAG plant Wasserstadt Spandau ohne Wettbewerbe und Planer: will man da wohnen?

31.03.2016
Die GEWOBAG, die ja auch im Stadtforum vertreten ist, plant aktuell eine massive Erweiterung der Wasserstadt Spandau (2.140 Wohnungen auf 18 Grundstücken) in zwei riesen Ausschreibungen: Zuerst soll EIN Projektwickler/Architekt A) eine Gesamtkonzeption des Quartiers in Form einer Machbarkeitsstudie, B) die Stadtplanung, C) die Generalplanung aller Gebäude, Freiflächen, Infrastrukturen usw. bis zur Baugehmigung, D) das Projektmanagement und E) das Marketing durchführen. Dann sollen Generalübernehmer die Detailplanung ausführen und schlüsselfertig bauen. Soll das ein Beispiel für zukünftige Stadtweiterungen sein: Ohne Bürgerbeteiligung? Ohne Wettbewerbe als Wettstreit der Konzepte? Ohne den Mittelstand? Als reproduzierbare Siedlungen ohne Vielfalt der Planungen und Architekturen? Haben wir nicht von anderen Großprojekten gelernt, dass Projekte von mehreren 100 Mio. EUR eine sorgfältige Vorbereitung benötigen? Wer will bzw. soll da wohnen? Ich hoffe, das Stadtforum hat dazu Antworten!


E. Richter


Antwort vom 31.03.2016
Frank Neubert

Berlin braucht SCHNELL Wohnungen. Daher ist das Projekt Wasserstadt und eine rasche Abwicklung der Planung prinzipiell zu begrüßen.

Natürlich ist der Grundkonflikt zwischen Schnelligkeit und Qualität auch in diesem Fall ein Problem, das gelöst werden muss. Vielleicht ließen sich die Prozesse an anderer Stelle beschleunigen, und man kann dafür auf einer zeitlich kleinen Evaluationsebene Partizipationsprozesse zulassen.

Mahnendes Beispiel ist der Plan zur "Inselstadt Gartenfeld". - Ein grundsätzlich zu begrüßendes Projekt, allerdings mit einer öden und einfallslosen städteplanerischen Konzeption.



Antwort vom 02.04.2016
A. Bauers

Wie wollen wir in Zukunft wohnen? Bestimmt nicht in einer Groß-Siedlung, die von einem Unternehmen schnell, gleichförmig und billig (nicht preiswert) aus dem Boden gestampft wird, so wie chinesische Städte entstehen. Nicht nur geht da jedwede Baukultur verloren, ein solches Vorgehen birgt auch gewaltige finanzielle Risiken. Wer will eine solche Vorgehensweise, die Sub-sub-sub Unternehmen produziert, noch überblicken? BER lässt grüßen.
Man sieht doch überall, dass solche scheinbar billigen Lösungen am Ende von der Gesellschaft teuer bezahlt werden, weil sie soziale Probleme ohne Ende produzieren. Banlieues in Paris und Brüssel allein sollten Warnung genug sein.
Aber offenbar will der Senat im allgemeinen und die SPD im speziellen die Fehler der 00er Jahre (Verkauf von Wohnungen und Grundstücken, das viel zu späte Reagieren auf den Wohnungsmagel) durch neue Fehler kompensieren, in dem nur noch auf Geschwindigkeit gesetzt wird.
Halbwegs akzeptabler Wohnungsbau braucht nun mal etwas Zeit und Vielfalt. Und solide Finanzplanung auch. Solange müssen wir eben etwas zusammen rücken.


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Neues Bauland - aber wo?

31.03.2016
Angesichts der rasanten Steigerung der Bodenrichtwerte forderte Engelbert Lütke Daldrup unlängst "Berlin muss schnell mehr Bauland ausweisen".

Wie will der Senat sicherstellen, dass die erheblichen Wertsteigerungen dieser Flächen abgeschöpft werden?
Wäre es nicht sinnvoll, bereits jetzt strategisch entsprechende Flächen aufzukaufen?
Gibt es in diesem Zusammenhang Konflikte mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft, etwa um die Zukunft so mancher Gewerbegebiete?


Christof Schaffelder

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Lasst die Richtigen ran!

30.03.2016
In den letzten 10 Jahren haben Baugruppen, Wohnprojekte und neugegründete Genossenschaft den Wohnungsneubau in Berlin dominiert und geprägt. Wichtige Impulse, auch für die freie Immobilienwirtschaft, ging von dieser Szene aus. Ohne diese Initiativen hätte es in den vergangenen Jahren fast keinen Neubau in Berlin gegeben. Heute wird dieses große Potential an Projektentwicklern, Architekt*innen und anderen Fachleuten von Seiten des Senats großzügig "vergessen". Man sollte auf diese Szene, erfahren in kreativer Projektentwicklung bauen und kleinteiliger Denken, als das bisher der Fall ist. Nicht die großen "Tanker" machen das Berlin von Heute aus, sondern die vielen kleinen Initiativen und Startups. So funktioniert das auch beim Bauen, viele gute Ideen machen das Ganze.


Christian Hamm christian.hamm@email.de


Antwort vom 31.03.2016
Christof Schaffelder

Sie haben weitgehend Recht (allerdings wurden von Investoren auch etliche luxuriöse Eigentumswohnungsanlagen errichtet). Für die "Alternativen" aber verschlechtern sich gegenwärtig die Rahmenbedingungen erheblich - wenn die Bodenpreise sich binnen zweier Jahre verdoppeln!

Die Fragen fürs Stadtforum wäre also folgende:
Was unternimmt der Senat um  "Kreativen Kleinen" weiterhin Chancen zu eröffnen? Wie kann man sie in die "kooperative Baulandentwicklung"  einbeziehen?

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Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum

30.03.2016
Die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum, vor allem in schnell wachsende Quartieren, ist von zentraler Bedeutung für das Leben in Großstädten.
Veranstaltungen zum Thema der Nutzung des öffentlichen Raumes gibt es zunehmend in vielen Großstädten. Für mich ist dies ein Zeichen wiedererwachenden Interesses an der Demokratie der Städte. Allerdings wundert mich, daß die Diskussionen häufig viele Bereiche des öffentlichen Raumes behandeln, so gut wie nie jedoch die zentrale Behinderung, die eine Verbesserung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum an vielen Orte de facto nicht zuläßt: Der Autoverkehr. Er nimmt stetig zu, wird aggressiver weil dichter, nimmt immer mehr Raum ein (vorallem durch den ruhenden Verkehr) und hat die Atemluft dramatisch gesundheitsschädlich werden lassen.
Hier liegt allem voran politischer Handlungsbedarf vor: Die Verkehrspolitik Berlin muß sich dramatisch ändern zu Gunsten einem emissionsfreien Verkehr und der Rückgewinnung des Straßenraumes für den nicht motorisierten Verkehr.



D. Henke

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Möglichkeiten für Wohnungstausch schaffen

30.03.2016
Viele ältere Menschen würden sich gern Wohnungsmäßig verkleinern, wenn z.B. die Kinder ausgezogen sind oder sie alleinstehend leben um eben auch an der Miete zu sparen. Es ist für Sie kaum möglich kleineren bezahlbaren Wohnraum in ihrem Umfeld zu finden. Sie bleiben also in Ihren großen Wohnungen (die Mietverträge sind meistens alt und die Miete liegt unter dem Durchschnitt. Viele junge Familien suchen eine größere Wohnung die bezahlbar ist. Wohnungstausch ist eine Idee, die von der Politik unterstützt werden müsste. Vielleicht durch einen finanziellen Anreiz/ Förderung der Eigentümer, damit sich die Mietpreise in der jeweiligen Wohnungen beim Tausch nicht wesentlich erhöhen.

A. Gonschorek

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Wir brauchen gute und neue Wohn- und Quartierskonzepte - doch eine IBA?!!!

30.03.2016
Es muss alles ganz schnell gehen mit dem Wohnungsbau...ist das denn der richtige Weg ?- Diese kurzsichtigen Entscheidungen stehen 50-100 Jahre und bergen mit ihrer Tristess das Potenzial zu sozialen Brennpunkten zu werden.
Diese Quartiere, haben meist einen kleinen Platz mit einem Nahversorgungskern mit einem Supermarkt, einem Discoutner und einer Drogerie - diese identitäslose Randquartiere werden bereits im großen Stil geplant und umgesetzt, dass sich darüber unmut bei den Bürgern breitmacht ist nicht ganz unverständlich. Jedes Quartier braucht eine belebte Erdgeschosszone um lebendig zu sein. Dazu gehört identitätsstiftender eigentümergeführter Einzelhandel und produzierendes Gewerbe! Das kann man schaffen!!!
Wir brauchen neue Wohn- und Quartierskonzepte, die kompatible mit den zukünftigen Lebens- und Arbeitsweisen sind. Dafür ist eine IBA sehr gut geeignet. Berlin muss sich architektonisch und planerisch wieder etwas wagen und ihrem internationalen Ruf als kreative und innovative Stadt auch in planerischer, baulich-ästhetischer Hinsicht gerecht zu werden.
Wenn es finanziell mit der IBA nicht klappt, dann doch bitte mehr innovative Wettbewerbe wie sie mit "Urban Living" begonnen wurden.

Katharina Schroth


Antwort vom 02.04.2016
A. Bauers

Ja, eine IBA wäre eine gute Möglichkeit gewesen, Qualität und Kostengünstigkeit zu verbinden. Und die interessierte Bevölkerung einzubinden in eine Diskussion darüber.
Aber auch ohne IBA muss ein Minimum an Qualität, sowohl was den Prozess betrifft wie auch das Ergebnis, gewährleistet werden.
Angesichts der Dauer, in der Häuser stehen, nämlich 50 - 100 Jahre, kann eine halbes Jahr mehr Zeit für Qualität nicht zu lang sein.
Wir sollten doch wirklich aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Wer zu schnell zu viel will, hat möglicherweise am Ende gar nichts. Aber leider wird aus der Pleite Tempelhofer Feld nichts gelernt. Wenn man sich da die Zeit genommen hätte, eine wirkliche Diskussion über die Baupläne zu führen, wäre der Volksentscheid wahrscheinlich anders ausgegangen. Viele haben doch nicht dagegen gestimmt, weil sie wirklich alles frei halten wollten. Vielmehr haben sie befürchtet, dass die Chance vertan wird, an einem besonderen Ort eine angemessenen Lösung zu finden und haben die Notbremse gezogen. Das kann auch ananderen Stellen wieder passieren.

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An die Zukunft denken - heißt an die Kinder denken!

30.03.2016
Wohnen ist total wichtig, aber Freiräume zum freien Spielen ohne Zäune drum herum (siehe Kitafläche, Schulfläche, Kinderzimmer, Spielplatz) für Kinder auch. Leider stehen Kinder nicht unter Artenschutz, denn dann könnten wir alle Flächen sichern auf denen Kinder sich bewegen bzw. aufhalten. Vielleicht muss es erst so weit kommen, denn eine Stadt ohne Grünanlagen, die zum freien Spielen einladen (z.B. Leisepark -ehemaliger Friedhof) sind für ein gesundes Aufwachsen der jungen Menschen unabdingbar. Also Bauen ja, auf Flächen, die sich eignen - nicht ehemalige Friedhöfe, die sollten zum naturnahen Spielen in der Stadt erhalten bleiben, damit die KInder gerecht diese auch erreichen können unabhängig des Einkommens und Bildungsstandes der Eltern (UN Kinderrechtskonvention Art. 3 (1) "The best interesst for the child" ist durch stattliche und nicht staatliche Beschlüsse ...Gesetze vorab zu prüfen !!) Aber wer prüft in Berlin, wo es doch auch keinen Kinderbeauftragten gibt und diese Zielgruppe von diesen Befragungen NICHTS mitbekommt!!! Ein Umdenken ist gefragt - also ran und getan!

Johanna Koslowski

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Berlin braucht keinen Neubau

30.03.2016
Wenn wir unser Wohnungen und Häuser anders und besser nutzen, brauchen wir auch in Berlin keinen Neubau. Es lebten bereits vor gut zwanzig Jahren knapp dreieinhalb Millionen Menschen in Berlin, aber seitdem haben wir über 200.000 Wohnungen neu gebaut - und rufen trotzdem wieder nach mehr Neubau. Anstatt immer weiter neu zu bauen und immer wieder erneut zu sagen, es reiche nicht, sollten wir umdenken und alle Werkzeuge anwenden, unsere Häuser besser zu nutzen und damit Neubau überflüssig zu machen. Zu den über fünfzig Werkzeugen gehören zum Beispiel: 1. Einliegerwohnungen fördern in den vielen Einfamilienhäusern, in denen nur noch ein oder zwei Personen allein wohnen. 2. "Wohnen für Hilfe" fördern, bei dem junge Menschen zu Älteren ziehen und ihnen im täglichen Leben helfen. 3. Umzüge in kleiner Wohnungen fördern, nicht durch Zwang, sondern durch beraten, helfen, unterstützen. 4. Neue Wohnformen fördern mit mehr Nähe und weniger Quadratmetern, wie es zum Beispiel die WiLma 19 in Lichtenberg vormacht. 5. Leerstand entschlossen bekämpfen und leere Büros in Wohnungen umnutzen. ... Und so geht es weiter mit fünfzig Werkzeugen, die ich hier nicht alle aufführen möchte sondern mir erlaube, auf meine anderweitigen Ausführungen zum Thema aufmerksam zu machen.

Daniel Fuhrhop post@daniel-fuhrhop.de

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Haptischere Architektur

30.03.2016
Mehr Häuser mit ausgeprägt haptischen, taktilen Qualitäten bauen, statt alpenweißer Thermoskannen-Sterilität.


Manfred Feldstein


Antwort vom 30.03.2016
Johanna Koslowski

Teilwiese auch Schachteln mit anthrazitfarbenem Corpus der sich in die Gründerzeitbebauung überhaupt nicht einfügt. Leipzig hat das Gründerzeitgebiet geschützt für solche Scheußlichkeiten.

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Klein aber fein

29.03.2016
Mehr kleine Wohnungen für Berlin. Wohnungen, die mit ganzem Können von Architekten und Bauherren hohe Wohn- und Lebensqualität bieten innerhalb von städtebaulich kleinteiligen, dichten und vielfältigen Strukturen. Mehr aus weniger machen.


Max Maier


Antwort vom 29.03.2016
Max Maier

...also keine Liegebatterien! Wo ließe sich Platz sparen? Braucht jede Wohnung eine eigene Waschmaschine, oder reicht auch ein Apparat pro Etage, geht auch eine Gemeinschaftsterrasse/grünes Zimmer je Stockwerk statt Einzelbalkons? Muss sich der ganze Stauraum innerhalb der eigenen Wohnung befinden oder kann man das bündeln in einer Etagen-"Rumpelkammer"...

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Gründerzeit für Permakultur

29.03.2016
 Ein im globalen Maßstab ökologisch nachhaltig zukunftsfähig strukturiertes und sozial gerecht verteiltes gesellschaftliches Gesamtprodukt würde mehr Zeit des Einzelnen für die Mitmenschen und die lebende Natur einschließen und eine bessere räumliche Verteilung und gesündere Lebensweise der Lebewesen in den Regionen bedeuten.

Andreas Ratsch

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Gärtnern in der Stadt bedeutet Lebensqualität und Gesundheit

25.03.2016
Die Nachfrage an Kleingärten ist ungebrochen. Neue Gartenformen, wie z. B. Interkulturelle Gärten fördern zudem das Zusammenleben. "Gärten der Hoffnung" (Berliner Zeitung vom 24./25.März 2016: 16) geben traumatisierten joblosen Flüchtlingen etwas physische und psychische Gesundheit zurück. Wird dagegen mehr Fläche versiegelt, müssen Gärten in Kübeln, auf Plätzen, anstelle von Rasenflächen und auf Dächern errichtet werden.

Andreas Ratsch

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Stärkung des ländlichen Raumes und der Stadt-Land-Beziehungen

25.03.2016
Das Wachstum der Städte fußt auf der Landflucht. Die Landflucht fußt auf einem Mangel an Arbeitsplätzen und sozialen Freizeit-Gestaltungsmöglichkeiten vor allem für die Jugend. Im Zusammenhang mit der Dämpfung des Klimawandels kommt dem ländlichen Raum aber eine zunehmende Bedeutung in der Energie- und Rohstoffproduktion sowie für die Naherholung insbesondere auch der Städter zu. In der Stadt werden immer mehr Lebensmittel aus ökologischer Produktion nachgefragt. Auch steigt die Lust am Gärtnern und gesunden Kochen. Schulgärten, Kochkurse und praktische Naturkunde, food assambleys, solidarische genossenschaftsbäuerliche Landwirtschaft, ökologische und gesundheitliche Kennzeichnung der Lebensmittel und faire Preise können die Beziehungen zu unseren Lebensgrundlagen und zum ländlichen Raum stärken und das Leben auf dem Lande erleichtern. Die Nährstoffe in unseren Fäkalien werden zunehmend auf dem Acker gebraucht. Ländliche Produktvielfalt, regionale Veredlung, Hofläden, Erhalt und Förderung der Attraktivität der Natur und des verkehrlichen Umweltverbundes (einschließlich Internet) sowie Urlaub auf dem Lande können Arbeitsplätze und kulturelle Angebote fördern, die Landflucht dämpfen und Wohnungen im ländlichen Raum erhalten. So bleiben auch die Städte lebenswert.

Andreas Ratsch

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Wasser zu Oasen

25.03.2016
Gewässer und Moore sind das Spiegelbild der ökosystemischen Verhältnisse in ihren jeweiligen Einzugsgebieten und der Zukunftsfähigkeit unserer Lebensweise. Sind sie sauber, vielfältig strukturiert und artenreich, sind sie auch für uns Menschen besonders angenehm. Gerne schaut auch der Spatz vorbei. Gewässer-Einzugsgebiete decken die gesamte Fläche Berlins ab. Als naturnahe Landschaftselemente sind die Gewässer Organe der Landschaft mit vielfältigen Wechselwirkungen mit ihrem Umfeld. Sie strecken, z. B. über Amphibien, quasi ihre Fühler in die Umgebung aus. Eine Konfrontation mit Autos, schädlichen Stoff- und Energiebelastungen und viel Stein mögen sie nicht. Artenreiche Gewässer unserer Region brauchen ausreichende, weiche, grüne Übergänge. Sie brauchen Wasser wie wir die Luft zum atmen, und sie sind individuell. Jedes Gewässer ist ein Unikat. Die ökologische Gewässergüte zu erhalten, zu verbessern und sie den Menschen nachhaltig nutzbar zu machen ist ein wichtiger Maßstab der zukunftsfähigen Stadtentwicklung.

Andreas Ratsch

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Bleibt Berlin eine Hauptstadt des Haussperlings?

24.03.2016
Was braucht der "Spatz"? Er braucht die Achtsamkeit durch den Menschen, durch die Bereitstellung von Niststätten (insbesondere Höhlen, z. B. an Gebäuden), wenig versiegelten Boden mit Vogelknöterich-Trittrasen, Stellen zum Sandbaden, artenreiche Wiesen mit vielen Samen und Insekten, als Nahrung bzw. Futter, dichte Sträucher und andere Gehölze, als schützenden Aufenthaltsraum, Wasserstellen zum Trinken und Baden, dunkle Bereiche in der Nacht und ansonsten Fütterungen in der Not - alles genug für zahlreiche Artgenossen. Ein solcher Park gefällt auch anderen Arten und kommt nicht zuletzt auch uns zugute. - Tschilp

Andreas Ratsch


Antwort vom 24.03.2016
Falko Uhlmann

Die Spitzenplatzierungen in internationalen Spatzenrankings sollte die Hauptstadt unbedingt verteidigen: Stärken stärken. In der Tat pfeifen es die Spatzen inzwischen (nicht mehr) von den Dächern, dass innerstädtische Brachflächen zur Neige gehen und darum städtischer Boden um so besser genutzt werden sollten, besonders auch vom Wirtschaftssektor und im Verkehrsbereich. Man sollte nun nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen und ausgedehte Parkanlagen fordern, wo Habitatverbesserungen sich auch gut in den öffentlichen Straßenraum einpassen lassen. Weniger Parkplätze bedeuten mehr Bäume und Sträucher, erweiterte Flächen für Fußgänger bieten dem trittresistenten Vogelknöterich optimale Bedingungen. Außerdem soll Passer domesticus als treuer Kulturfolger des Stadtaffen Berichten zufolge seinen Nahrungserwerb an Currywurst, Boulettenbrötchen, Muffin & Co. erfolgreich angepasst haben.
Allerdings würde ich die in den letzten fünfzehn Jahren leider zum Erliegen gekommenen Fassadenbegrünungen gerne wieder wachsen sehen (besonders über die fantastischen grau-schwarz-weißen Gebäudeaußenflächen nach derzeitiger Mode).

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Was soll hier "GUT" bedeuten?

23.03.2016
"Gut Bauen" erfordert zunächst, diesen Begriffs zu füllen. Man sollte erkennen, dass es um Qualitäten der "Baukultur" im weiteren Sinne geht, die auch die Prozesse der Planung und des Bauens, die Beziehungen zwischen Staat und Gesellschaft (mit ihrer Fachöffentlichkeit), die technischen Qualitäten und die der Nutzbarkeit / Veränderungsfähigkeit der Gebäude umfasst. Nicht zuletzt geht es um Architekturen und Städtebau.
Der Umgang und Ergebnisse dieser Qualitäts-Anforderungen werden uns in den Bauten unserer Zeit überdauern. Sie werden Zeugnis geben von der Gesamtheit heutiger gesellschaftlich-politischer Verhältnisse, von unserm Umgang mit Problemen der Zuwanderung und des Wohnraummangels. Diese Ursachen werden irgendwann vergessen. Es bleiben die Lebenswelten die wir künftigen Generationen hinterlassen. Daher ist ihnen höhere Wertigkeit gegenüber kurzfristigen politischen Opportunitäten des "schnell und viel Bauens" zuzumessen.


Dr. Ing. Peter Lüttmann p_luettmann@t-online.de

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Was soll hier "GUT" bedeuten?

23.03.2016
"Gut Bauen" erfordert zunächst, diesen Begriffs zu füllen. Man sollte erkennen, dass es um Qualitäten der "Baukultur" im weiteren Sinne geht, die auch die Prozesse der Planung und des Bauens, die Beziehungen zwischen Staat und Gesellschaft (mit ihrer Fachöffentlichkeit), die technischen Qualitäten und die der Nutzbarkeit / Veränderungsfähigkeit der Gebäude umfasst. Nicht zuletzt geht es um Architekturen und Städtebau.
Der Umgang und Ergebnisse dieser Qualitäts-Anforderungen werden uns in den Bauten unserer Zeit überdauern. Sie werden Zeugnis geben von der Gesamtheit heutiger gesellschaftlich-politischer Verhältnisse, von unserm Umgang mit Problemen der Zuwanderung und des Wohnraummangels. Diese Ursachen werden irgendwann vergessen. Es bleiben die Lebenswelten die wir künftigen Generationen hinterlassen. Daher ist ihnen höhere Wertigkeit gegenüber kurzfristigen politischen Opportunitäten des "schnell und viel Bauens" zuzumessen.


Dr. Ing. Peter Lüttmann p_luettmann@t-online.de

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Eine Bank vor jede Haustür

19.03.2016
Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum erhöhen bei gleichzeitiger weiterer baulicher Verdichtung. Bauliche Verdichtung muss gleichzeitig qualitative Verdichtung bedeuten. "Es muss mehr und besser zusammenpassen" als derzeit (H. Knoflacher).


Alex Rabe


Antwort vom 05.04.2016
Alex Rabe

Gegen erhöhten Stadtstress durch mehr Dichte neben sozialen Interaktionsmöglichkeiten auch genügend Rückzugsmöglichkeiten (mit atmosphärischen Qualitäten) schaffen (Thema Gesunde Stadt).

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Harmonie in der Polykunktionalität und Zukunftsfähigkeit

14.03.2016
Berlin hat nicht unendlich Platz und zu Wohnungen gehören auch Arbeitsplätze, die soziale Infrastruktur (Schulen, Kitas, Jugendeinrichtungen, Sporteinrichtungen, Bibliotheken, ...) sowie Parks, Gärten und auch der Erhalt der Biologischen Vielfalt. Letztlich muss die Stadt bis zur Mitte des Jahrhunderts nachhaltig zukunftsfähig werden. Deshalb sollte der Urbanisierung entgegen gewirkt werden. Kriege und Elend in der Welt und somit Fluchtursachen müssen beseitigt werden. Die Arbeitslosigkeit in der EU muss gesenkt werden. Aber auch der ländliche Raum in Deutschland sollte sozial, ökologisch und ökonomisch zukunftsfähig gemacht werden. Im Land Brandenburg soll es viel Wohnungslehrstand geben. Im Rahmen weiterer notwendiger Bebauungserfordernisse müssen das Bundenaturschutzgesetz und die Wasserrahmenrichtlinie weiter gelten. Prioritär sollten geeignete Reserven (überdimensioniertes Verkehrsland, Dächer, ehemals bebaute Gebiete) unter Erhaltung einer ausreichenden Menge der oben aufgeführten Funktionale genutzt werden. Die Stadt muss auch im Klimawandel lebenswert bleiben. Die Prinzipien der Polyzentralität und der Stadt der kurzen Wege sollten weiter gelten. Neubauten sollten Platz sparend (höher, ohne überdimensionierte Wohnungen) und ökologisch zukunftsfähig sein sowie zahlreiche auch für ärmere Menschen bezahlbare Wohnungen aufweisen. Insgesamt muss der ökologische Fußabdruck der Gesellschaft und eines jeden Menchen schleunigst auf ein nachhaltig zukunftsfähiges Maß gebracht werden. Ich habe den Eindruck, dass der Kapitalismus dem nicht gerecht wird. Wir brauchen soziale und Generationengerechtigkeit und dafür eine handlungskompetente Verantwortungsgemeinschaft.


Andreas Ratsch

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"Wohnraum statt Hubraum"

12.03.2016
In München wird grad über die Bebauung von Parkplätzen diskutiert. Warum nicht auch in Berlin?


Alex Rabe


Antwort vom 19.03.2016
Alex Rabe

Wenn die Grundstückspreise in Berlin steigen, sollten auch die Gebühren für im öffentlichen Raum abgestellte Kfz entsprechend nach oben angepasst werden, vor allem auch, wenn immer wieder die Fahrpreise für den ÖPNV erhöht werden.

Antwort vom 23.03.2016
Hans Hagedorn

Angesichts der kommenden Flächenkonflikte (Wohnen vs. Parkplätze / KfZ-Flächen vs. Fahrrad-Flächen / etc.) fände ich es interessant einmal belastbare Studien zu den Mobilitätspräferenzen der heutigen Berlin-Bewohner als Planungsgrundlage zu haben. Damit könnte man "intuitive Wahrheiten" in den Köpfen mal hinterfragen:

- Welche Präferenzen haben Berliner, wenn sie zwischen KfZ-Mobilität und Lärmschutz im eigenen Wohnumfeld entscheiden?

- Wie fließen heutzutage Mobilitätspräferenzen in die Wohnortentscheidung ein?

- Wie hoch ist das latente Potenzial für Fahrrad und ÖPNV-Nutzung, wenn die Radverkehrsstrategie umgesetzt oder sogar übertroffen wird?

- ...


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Wie kostengünstig und vielfältig bauen?

11.03.2016
Der Zielkonflikt muss mit strukturellen Konzepten gelöst werden: Einerseits in großer Zahl, schnell und kostengünstig zu bauen - andererseits der lebendigen Vielfalt an Lebensmodellen und Herkünften, ökologischen Ansprüchen und Sicherung öffentlicher Qualitäten (öffentliche Grün- und Freiräume, Nutzungsvielfalt, Aneignungsvielfalt, Freiräume für Experimente) zu entsprechen. Erst mit einer strukturellen Lösung dieses Zielkonflikts kann eine zukunftsfeste Qualität der Stadtstruktur weiterentwickelt werden. Ein allein kostenoptimiertes Standardangebot, eine nivellierte Standardisierung im Wohnungsbau und Quartiersentwicklung droht zu mittel- und langfristigen Mismatch-Prozessen, sozialen Brennpunkten und dysfunktionalen Stadtquartieren zu führen, die immer schlechter mit der Lebenswirklichkeit und -praxis in Deckung zu bringen sind. Daher wären interdisziplinäre Ansätze aus Architektur, Städtebau und Sozialforschung zu konzipieren, die ein diesbezügliches mögliches Optimum und beispielhafte Vorgehensweisen, die an vielen Orten in Berlin reproduziert werden können, zu entwickeln.


Kaufmann, G.

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Kompaktheit, Dichte, Mischung, Schönheit, Grün

10.03.2016
"Alle wollen wohnen: Wie kann Berlin das schnell und gut schaffen?" zunächst - es ist wohl wenig hilfreich sich der Kompexität der Herausforderungen nicht zu stellen.... Meiner Auffassung nach ist das Thema Stadtreparatur in der Berliner Kernstadt weiterhin aktuell und sehr wichtig. Berlin kann durch eine Rehabiltierung von kleinteiliger Bebauung und Nutzungsmischung - plus Rückbau von Autoschneisen und maßstabsprengenden Bürobauten der 60er u. 70er Jahre - Lebens- und Aufenthaltsqualität im Stadtzentrum deutlich verbessern. Aufgabe - die sicher nicht einfach ist... - der Berliner Politik ist es einen Rahmen - durch - zu setzen, der einen möglichst hohen Anteil an neuen bezahlbaren Wohnungen sicherstellt.  


Markus Delattre kdelattre@gmx.de

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Wohnen auf dem Kulturforum

09.03.2016
 Wie muß es sich früher am Matthäikirchplatz schön gewohnt haben. Warum nicht wieder? Ein weiteres Museum kann die dort noch immer herrschende Monotonie nur vergrößern.
Klassische Berliner Blockrandbebauung mit sozialgemischter Bewohnerschaft würde endlich Leben in das städtebaulich öde Kulturforum bringen. 

Jürgen Schreiber schreiber-wilmersdorf@t-online.de


Antwort vom 19.03.2016
Alex Rabe

Es wäre schön, wenn beim Wettbewerb für das Museum der Moderne der gesamte öffentliche Raum der Potsdamer Straße im Bereich des Kulturforums Bestandteil der Wettbewerbsaufgabe würde!

Antwort vom 30.03.2016
Jürgen Schreiber schreiber-wilmetsdorf@t-online.de

 Ein städtebaulicher Wettbewerb mit dem Ziel "noch ein Museum!" war doch d i e Fehlentscheidung. Wohnungen müssen dahin! Dieses -zumindest in der Nacht und am Museumsschließtag- schwarze Loch zwischen Potsdamer Brücke und Philharmonie schreit nach dort ansässiger Bevölkerung!
Jürgen Schreiber

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Wohnen in Berlin

09.03.2016
 Wenn der Rueckbau von grossen Bereichen von Berlin-Mitte (u.a. Marienviertel zw. Schloss u. TV-Turm, Spittelmarkt, Petriplatzquartier, Molkenmarkt u. Klosterviertel, nicht immer wieder hinausgezoegert wuerde, koennten viele Menschen auch wieder in der Innenstadt wohnen, wie es vor 1945 selbstverstaendlich war. 

R.Wulf, Berlin info@reimer-wulf.de


Antwort vom 25.03.2016
Andreas Ratsch

Berlin ist nicht mehr die Kleinstadt von früher, mit einem erreichbaren grünen Umfeld, sondern Berlin tendiert zu steinernden Molloch zu werden. Vor 1945 war die Innenstadt voller Hinterhöfe mit wenig Grün. Letzteres wird im Klimawandel in der Stadt aber noch dringender gebraucht.

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...und Arbeiten?

09.03.2016
Wir erleben derzeit eine beispiellose Verdrängung von innerstädtischen Gewerbeflächen durch Wohnungsbau. Auch dies ein merkmal, dass es in anderen europäischen metropolen nicht gibt. Die 45000 Menschen (ohne Flüchtlinge), die jährlich nach Berlin kommen, sind zu ca. 35% erwerbstätig. Allein dadurch werden jährlich Gewerbeflächen in der halben Größe des Technologieparkes Adlershof (ca. 750.000 Quadratmeter) benötigt. Vor dem Hintergrund des Schutzanspruches des Wohnens müssen ausreichende Pufferzonen zwischen Wohn- und Gewerbenutzungen geschaffen werden, bzw. erhalten bleiben. Die Kreuzberger Mischung ist unrealistisch und unter Architektenromantik im Angesicht des Emissionsschutzes zu verbuchn. Gleichzeitig erfolgt eine gefährliche Fokussierung auf die inneren Stadtbezirke, die für die meisten Berliner sowie inzwischen uninteressant geworden sind. Vielmehr sollten Außenbezirke aufgewertet und attraktiver gemacht werden, auch durch öffentliche Investitionen und nicht nur als unlebenswerte "Stadtränder" abqualifiziert werden. Berlins Zukunft liegt sicher eher am Rand als in der Mitte wo sich höchstens noch symbolhaft etwas gestalten lässt. Wenn wir uns ausschließlich auf verdichtung und Wohnungsbau konzentrieren wird sich Berlin noch weiter verlangweiligen und sein Magnetbonus von dem insbesondere die wirtschaftliche Entwicklung Berlins profitiert verlieren.

T. Niemeyer

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Alle sind zu berücksichtigen

07.03.2016
In der Regel reden wir Erwachsene über die Verdichtung der Stadt auch der Innenstadt, da Wohnraum benötigt wird. Gleichzeitig stellen Studien fest, dass Kinder den wohnortnahmen Grünbereich benötigen, um sich in der Natur frei entfalten zu können. Dies bedeutet mehr Bewegung und weniger Adipositas. JETZT sollten die Friedhofsflächen, die nicht mehr benötigt werden in der Innenstadt für "Naturerfahrungsräume für Kinder" sicher gestellt werden und NICHT bebaut werden für Eigentum und Co! Diese Flächen erfüllen viele Belange: 1. Treff für alle Generationen 2. Für Bewegung aller Menschen im Quartier 3. Frischluft 4. Naturerfahrung in der Stadt für Kinder ohne Eltern, die die Mittel und das Wissen für Natur haben. 5. als Bildungsmöglichkeit zur Natur 6. als Ruhepol in der Hektik der Stadt. Flächen, die wir heute ZUBAUEN sind für immer verloren und dann brauchen wir nicht mehr über die Beteiligung von Kindern bei der Planung zu sprechen - von welcher denn dann auch noch ?! Denkt an die Zukunft dieser Stadt auch in Richtung "Kinderfreundlichkeit" (Verweis auf die Agenda von 1999 Kinderfreundliches Berlin), denn Kinder haben fast keine Lobby und vor allem werden sie nicht selbst laut aufschreien, im Gegensatz zur Wohnungsindustrie. Denkt jetzt mit!

Johanna Koslowski


Antwort vom 09.03.2016
Tobi

Mehr Spielstraßen!

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Integrierte und nachhaltige Planung der WBM für Friedrichshain-West

07.03.2016
Die WBM sollte für Friedrichshain-West endlich einen städtebaulichen Wettbewerb durchführen. Bisher scheint das Vorgehen ziemlich technokratisch. Panisch wird das geforderte Plansoll an Wohnungen zu Türmen aufgestapelt und irgendwo auf dem Stadtplan, wo eben gerade Platz ist, abgeworfen. Dabei werden Chancen vertan und Potentiale nicht genutzt.
Beispiele für Besseres lieferten die Ergebnisse des Workshops "ars berlin 2015" der Beuth-Hochschule für modulare Gebäudeaufstockungen auf den WBM-eigenen Q3A-Zeilen an der Stralauer Allee, ebenso der studentische Wettbewerb der HOWOGE für Neu-Hohenschönhausen. Blockrandbebauungen könnten bspw. den Bau von höheren Wohnungsstückzahlen bei gleichzeitigem Erhalt der bestehenden Grünflächen ermöglichen.


Uwe Zimmermann

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Stadt gemeinsam gestalten

06.03.2016
Möglicherweise könnte man die geplanten Standorte der Flüchtlingsunterkünfte durch kleine Stadtplätze zum öffentlichen Raum hin öffnen. Dabei könnten die Flüchlinge in die Planung und Ausführung/Pflege miteinbezogen werden. Durch die Hinzuziehung von Ethnologen läge eine Chance darin, Praktiken der Heimatkulturen der Menschen für Berlin fruchtbar zu machen. Pilotprojekte ließen sich mit der IGA 2017/Gärten der Welt verknüpfen. Diese Stadtplätze könnten so zum kulturellen Dialog beitragen. Denkbar wäre ählich dem "Lesezeichen Salbke-Freiluftbibliothek" in Magdeburg eine integrierte Bücherausleihe, so dass der Freiraum gleichzeitig zum Bildungsort wird. Eine interkulturelle Zusammenarbeit mit Anwohnern durch gemeinsame Workshops, Bürgerinitiativen oder Foren wäre eine Option.


Tobias Schmidt

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Flächengerechtigkeit und Verkehr

05.03.2016
<a data-flickr-embed="true" href="https://www.flickr.com/photos/66729176@N02/23003427510/" title="Urban October Design Competition"><img src="https://farm6.staticflickr.com/5676/23003427510_ccda58991b_n.jpg" width="320" height="208" alt="Urban October Design Competition"></a><script async src="//embedr.flickr.com/assets/client-code.js" charset="utf-8"></script>

Wohnungsneubau muss einhergehen mit sparsamen Umgang mit der Ressource Boden und der Frage nach der gerechten Aufteilung des Stadtraums. Darum sollte die Mobiltätsfrage nicht ausgeklammert werden. Neue Wohnungen sollten nicht zu mehr PKW-Verkehr und erhöhter Abgas- und Lärmbelastung der Quartiere führen, sondern im Gegenteil zu verstärkten Klimaschutzanstrengungen. Berlin als deutsche Hauptstadt darf sich dabei gerne in der Vorbildrolle fühlen, vor allem auch wenn man die wirtschaftliche Zukunft in "smart city", "green techs" usw sieht. Um den Klimawandel in einigermaßen verträglichen Ausmaßen zu halten, wird eine dramatische Steigerung der Anstrengung der Politik notwendig sein. Die Auswirkungen eines ungebremsten Klimawandels würden für unsere Stadt in der Tat dramatisch werden.

(Ich hoffe, die Einbettung des Gewinnerbildes der Urban October Design Competition von UN Habitat hat geklappt. Das Bild Justicia Urbana ist von von Fabian Todorovic.)


Max


Antwort vom 07.03.2016
Projektteam Stadtforum Berlin

Leider ist die direkte Einbettung nicht möglich.Hier nochmal die separate Verlinkung auf das "Gewinnerbild der Urban October Design Competition von UN Habitat"

www.flickr.com/photos/66729176@N02/23003427510


Mit freundlichen Grüßen
Ihr Projektteam Stadtforum Berlin

Antwort vom 05.04.2016
Max

Danke für Ihre Antwort und die Verlinkung!

Eine weitere Anregung möchte ich geben zur Unterstützung des Fußverkehrs. Die spanische Stadt Pontevedra hat für ihr Stadtzentrum eine Karte mit den Entfernungszeiten für Fußgänger hergestellt. In Form von Gebietskarten für geeignete Stadtbereiche könnte ich mir so etwas auch gut als Kampagne für Berlin vorstellen. Kombinationen mit modernen "Meilensteinen" (gleichzeitig Sitzgelegenheiten) im Straßenraum wären möglich, als auch "Wegenetz-Intarsien" im Belag an passenden Straßenkreuzungen oder Bahnhöfen.

Der link zur Karte:
http://www.pontevedra.eu/movete/fotos/Metrominuto%20traz.jpg

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Was macht eigentlich...die BerlinStrategie?

04.03.2016
Wird das Stadtentwicklungskonzept Berlin 2030 von der Politik aktuell noch weiterverfolgt, macht man das später irgendwann oder ist das Papier inzwischen bereits überholt?


Harry Koch


Antwort vom 04.03.2016
Projektteam "Stadtforum Berlin"

Sehr geehrter Herr Koch,

die BerlinStrategie |Stadtentwicklungskonzept Berlin 2030 wird derzeit von der Politik, der Verwaltung und der Fachöffentlichkeit als gemeinsam erarbeitete Vision für die Zukunft unserer Stadt angesehen und kann nicht als überholt gelten. Die jüngsten Entwicklungsdynamiken, geprägt vom raschen Wachstum, stellen Berlin vor weitere Herausforderungen (etwa Wohnungsneubau) und bieten gleichermaßen Chancen für eine positive gesamtstädtische Entwicklung. Die BerlinStrategie benennt in ihren acht Strategien zahlreiche Handlungsfelder, wie Berlin sozial wachsen kann. Inwieweit eine Ergänzung der BerlinStrategie notwendig ist, wird derzeit geprüft und diskutiert. Teil dieser Diskussion ist das Stadtforum Berlin am 04. April und die hier geführte Onlinedebatte.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Projektteam Stadtforum Berlin

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Raum für Kultur mitbauen

04.03.2016
Bei neuen Quartieren Raumangebote für Kunstproduktion schaffen, notfalls erstmal als Rohbau oder "Möglichkeitsraum". Vielsseitig nutzbar für Musik, Tanz, Theater, Ausstellung, Ateliers oder für Sport und Bildungsangebote. Bietet Urbanisierungspotentiale. Ebenso bei Flüchtlingsunterkünften Möglichkeiten für Kultur mitbauen, auch offene Kiezwerkstätten für handwerkliche Arbeiten.



Dankwart Leipziger

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Gezielte Förderung von Genossenschaften

04.03.2016
Es braucht für ein langfristig gesichertes Angebot im Segment günstiger Wohnungen eine bewusste Entscheidung, den genossenschaftlichen Wohnungsbau zu fördern. Der private Wohnungsbau hat zu wenig Angebote, die zur Nachfrage von Menschen mit niedrigem eigenen Einkommen passt. Der soziale Wohnungsbau ist vom Zeitgeist abhängig und dadurch nicht vor Verkauf geschützt.


A. Schnell


Antwort vom 04.03.2016
H.J.Schmitt h.jschmitt@gmx.de

Das ist ein sehr sympathischer Ansatz, zumal solange sozialer Wohnungsbau nur mit zeitlich befristeten Bindungen einhergeht und selbst von den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften jeweils nur ein Teil des Wohnungsneubaus mit abgestufter sozialer Bindung erfolgt. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass viele alte Genossenschaften zwar auf lange Sicht günstige Wohnkosten und -bedingungen für ihre angestammten Mitglieder bieten, aber recht wenig offen für Veränderungen sind und es vielfach nicht für ihre Aufgabe halten, etwa Wohnraum für Zuwandernde oder Geflüchtete und überhaupt für Zuzügler aus anderen Milieus zu schaffen oder im Bestand anzubieten. Zur Rechtsform der Genossenschaft müssten also noch weitergehende Anforderungen hinsichtlich der Gemeinwohlorientierung und Integrationsbereitschaft hinzukommen, um wirklich den Wohnungsneubau zu bekommen, der vorrangig benötigt wird - und für diejenigen Menschen, die ihn vorrangig brauchen, weil sie ihn am "freien" privaten Wohnungsanbietermarkt nicht bezahlen könnten.

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Alle müssen wohnen

01.03.2016
Für welche Bevölkerungsgruppen wird gebaut? Nur für die, die Wohnen wollen. Das klingt nach Luxusbauten für Menschen mit Geld. Und die, die weniger haben, oder keine eigenen Ressourcen? Wo sind die Wohnungen für Alleinstehende, wo wird barrierefrei gebaut? Welche Verantwortung übernehmen die städtischen Wohnungsgesellschaften und die Wohnungsgenossenschaften? Gemeinschaftliches Wohnen nur für Selbstbaugruppen? Neue Wohnkonzepte wie Clusterwohnungen nur für Reiche? Und wo werden Bürger in die Planung vom städtischen Wohnungsbau einbezogen? In Berlin sollten mehr gemeinschaftliche Wohnformen zur Miete gefördert werden, diese entwickeln auch das Potential integrativ und inklusiv zu wirken. Oder wie ist Berlin auf die demografische Entwicklung vorbereitet? 2031,so lange hin ist das nicht mehr!

Heike Braun

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Wachstum für Klimaschutz und städebauliche Verbesserungen nutzen

01.03.2016
Bitte keine New Towns! Aufstockungs- und Verdichtungspotentiale (noch) mehr nutzen, vor allem im Nachkriegssiedlungsbau und Einfamilienhausgebieten. Mehr experimentieren. Außreichend kleine Gründstücke für Selbstbauer, Baugruppen, Genossenschaften u.a. anbieten. Typologische Vielfalt stadtweit erhöhen. Selbstbaumöglichkeiten und Angebote für Subsistenzwirtschaft für Flüchtlinge. Trotz Baudruck städtebauliche Qualität nicht aus Augen verlieren.  Weitere zwischenzeitliche Erhöhung der Planungskapazitäten in der Verwaltung, frühzeitig Bürgerdialoge starten. Neue Quartiere mit Straßenbahn anbinden. Weiterbauen statt abreißen.



Max Maier

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Die Anzahl der fehlenden Wohnungen in Berlin ist groß und wird weiter steigen. Deshalb hat Politik und öffentliche Verwaltung darauf zu achten, dass das für Wohnraumneubau und den Ankauf vorhandenen Wohnraums zur Verfügung stehende Geld - aus Landesmitt

29.02.2016
Schade, dass an dieser Stelle kein Text hinein kopiert werden kann!


Winfried Lätsch winfried.laetsch@skyrumble.de


Antwort vom 04.03.2016
Projektteam "Stadtforum Berlin" stadtforum@imorde.de

Sehr geehrter Herr Lätsch,
Sie können mit der Tastenkombination STRG und V einen beliebigen Text in das Textfeld kopieren.

Für Rückfragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne unter stadtforum@imorde.de zur Verfügung.

Ihr
Projektteam

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Wohnraum gebraucht

29.02.2016
Die riesigen Plattenbauquartiere östlich des Zentrums (Lichtenberg, Marzahn, Hellersdorf u.s.w.) abreißen und
vernünftig und menschenwürdig wieder aufbauen.
Da ist Platz für eine Million Menschen.



R. Wulf, Berlin info@reimer-wulf.de


Antwort vom 05.04.2016
Cindy

wohnen da nicht bereits eine Million Berliner?

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Funktionale und soziale Mischung!

29.02.2016
Margret und Alexander Mitscherlich beklagten 1965 „Die Unwirtlichkeit unserer Städte”. Während Städte früher integrierte Lebens- und Arbeitsräume geboten hatten, waren sie inzwischen „funktionell entmischt”: Nicht erst seit dem Bau von Trabantenstädten seien Wohnen und Arbeiten auf verschiedene Stadtteile aufgeteilt. Wer es sich leisten könne, kaufe ein Stück Natur und ziehe aufs Land. Heute zeugen Penthouses mit PKW-Aufzug von der wirtschaftlichen Überlegenheit ihrer Bewohner. - Die Entmischung ist quasi als Kollateralschaden des massenhaften Wohnungsbaus „passiert”. Die Mitscherlichs hatten die europäische Stadt der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vor Augen: Boulevards gesäumt von fünf- bis sechsgeschossigen Häusern, in denen auf Straßenniveau Läden sind, Kanzleien und Praxen im ersten Geschoss, hinter der Tordurchfahrt Handwerker und Händler, darüber die Seitenflügel der großen Wohnungen und schließlich in Gartenhäusern kleinere bis kleinste Wohnungen, auch für Lehrlinge und Studenten, für Flüchtlinge und Touristen. - Wenn nun wieder mit Massenwohnungsbau gedroht wird, heißt das, dass nichts aus Fehlern gelernt wurde. Für Wohnungswirtschaft und Wohnungspolitik steht die Erhaltung sogenannt bewährter Handlungsmuster im Vordergrund. - Da sich in der Wohnungswirtschaft auch heute mittelfristig Renditen zwischen drei und vier Prozent erwirtschaften lassen, müssten solche Modelle sowohl für private Bauherren, die sich ein „Rentenhaus” bauen wollen, als auch für Lebensversicherer interessant sein. Was fehlt, sind einerseits private und kommunale Wohnungsunternehmen sowie Genossenschaften, die sich auf gemischte Projekte einlassen und eine Bauleitplanung der Städte andererseits, welche die gemischten Formen zwingend fordert.


Rainer Milzkott milzkott@gmail.com

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Transparenz und (Ergebnis)offene Beteiligung

29.02.2016
Wir brauchen möglichst breit akzeptierte und nachvollziehbare Entscheidungen. Dazu ist es wichtig, frühzeitig Transparenz für Planungen und (Wohnungs)Bauvorhaben zu schaffen und nicht erst dann mit Ergebnissen an die Öffentlichkeit zu gehen, wenn die wesentlichen Entscheidungen bereits getroffen sind oder schierer Zeitdruck das Festhalten an Basta-Entscheidungen seitens Politik und Verwaltung rechtfertigt: Vielmehr müssten echte Handlungs-, Standort- und Entwicklungs-Alternativen öffentlich zur Diskussion gestellt und eine auch grundlegende Einflussnahme darauf im Zuge von Beteiligungsverfahren ermöglicht werden.


H.J.Schmitt h.jschmitt@gmx.de

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