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Stadtentwicklungsplan (StEP) Zentren

Leitlinien

Die Leitlinien stellen heraus, dass die Ausstrahlung Berlins als Einkaufsstandort weiter zu profilieren ist. Dabei ist der Tourismus ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, der für die Entwicklung der Berliner Zentren genutzt werden soll. In diesem Zusammenhang gilt es besonders, die Multifunktionalität in den Zentren zu erhalten und zu stärken. Hier sind die Synergien zwischen Einzelhandel, Dienstleistungen, Kultur-, Freizeit- und Verwaltungseinrichtungen zu ermöglichen.


1. Metropole Berlin profilieren
Berlin ist die deutsche Metropole. In den städtischen Zentren konzentrieren sich der Einzelhandel als funktionstragende Säule und daneben Dienstleistungen, Verwaltung, Gastronomie und Kultur. Diese Urbanität der Zentren ist zu erhalten. Die Ausstrahlung Berlins als Einkaufsstandort ist weiter zu profilieren.
2. Polyzentralität sichern und qualifizieren
Wesentlich für eine konkurrenzfähige und attraktive gesamtstädtische Zentrenstruktur sowie Einzelhandelssituation ist die Sicherung und Stärkung einer ausgewogenen, hierarchisch gegliederten, polyzentralen Versorgungsstruktur. Die Versorgungsfunktion und Eigenart der einzelnen städtischen Zentren sowie ergänzender Standorte sind zu fördern.
3. Tourismus als Faktor der Zentrenentwicklung berücksichtigen
Der Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Berlin. Synergien zwischen Tourismus, Einzelhandel, städtebaulichen Potenzialen und zentrentragenden Nutzungen wie Gastronomie, Dienstleistungen und Kultur sind zu sichern und im Rahmen künftiger Entwicklungen zu stärken.
4. Großflächigen Einzelhandel in die Zentren lenken
Ein besonderes Steuerungserfordernis besteht für den großflächigen Einzelhandel. Ansiedlungen mit zentrenrelevanten Kernsortimenten – dazu gehören auch Betriebstypen wie Einkaufszentren oder Factory Outlet Center (FOC) – sind zur Stabilisierung und Aufwertung der städtischen Zentren zu nutzen. Einzelhandelsvorhaben mit nicht-zentrenrelevanten Kernsortimenten sind ebenfalls vorrangig in die Zentren oder auf die dafür dargestellten Fachmarktagglomerationen zu lenken.
5. Nahversorgung sichern
Eine möglichst engmaschige Nahversorgung soll innerhalb eines hierarchisch gegliederten Zentrensystems in allen Bezirken gesichert und gestärkt werden. Die Erreichbarkeit zu Fuß, mit dem Fahrrad und mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist im Einklang mit den Strategien des Stadtentwicklungsplans Verkehr zu gewährleisten.
6. Städtebauliche und architektonische Qualitäten von Zentren und Einzelhandelsstandorten sichern
In Zukunft soll bei Einzelhandelsansiedlungen die Beurteilung der städtebaulichen und architektonischen Qualität im Mittelpunkt stehen. Vorhandene städtebauliche Qualitäten und Einzelhandelsangebote sind zu sichern und, soweit erforderlich, zu verbessern. Dazu werden städtebauliche Standards definiert, die bei städtebaulichen Planungen und Maßnahmen anzuwenden sind.
7. Grundsätze zur Einzelhandelssteuerung definieren
Eine langfristig angelegte Sicherung der Zentrenentwicklung bedarf einer zielgerichteten Einzelhandelssteuerung. Dazu werden Grundsätze zur Steuerung des nahversorgungs-, zentren- und nicht-zentrenrelevanten Einzelhandels definiert, nach denen städtebauliche Planungen und Maßnahmen auszurichten sind.
8. Das bauplanungsrechtliche Instrumentarium konsequent anwenden
Die Ziele und Leitlinien dieses Stadtentwicklungsplans sind durch eine konsequente Anwendung des bauplanungsrechtlichen Instrumentariums der verbindlichen Bauleitplanung in den Bezirken umzusetzen.
9. Investitions- und Planungssicherheit gewährleisten
Dieser Stadtentwicklungsplan ist die allgemeine Orientierungs- und Beurteilungsgrundlage für die Zentren- und Einzelhandelsentwicklung in Berlin. Durch die konsequente Umsetzung seiner Ziele und Leitlinien bei der Beurteilung von Vorhaben wird Planungs- und Investitionssicherheit für diejenigen, die investieren oder Einzelhandel als Projekt entwickeln und betreiben wollen, gewährleistet.
10. Kommunikation und Kooperation der Berliner Bezirke intensivieren
Die Umsetzung der stadtentwicklungsplanerischen Ziele ist durch eine koordinierte Zusammenarbeit der Berliner Bezirke zu gewährleisten. Bei Einzelhandelsvorhaben mit einer über den Bezirk hinausgehenden städtebaulichen Bedeutung soll eine frühzeitige informelle Abstimmung herbeigeführt werden.