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Stadtentwicklungsplan (StEP) Wohnen 2030

Vertiefung: Siedlungen weiterbauen


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Infografik

Ein wichtiges Thema in der Debatte um die wachsende Stadt ist die Weiterentwicklung bereits bestehender Siedlungen. Das Weiterbauen von Siedlungen aus den 1950er- bis 1980er-Jahren ist deshalb auch ein zentraler Baustein im Stadtentwicklungsplan Wohnen 2030. Diese Wohnquartiere sind häufig nur locker bebaut, sehr gut verkehrlich angebunden und haben einen hohen Anteil an landeseigenen und genossenschaftlichen Wohnungen.

In Berlin wurden zwischen 1949 und 1992 etwa 350 dieser Siedlungen errichtet, die sich zu etwa 85% im Besitz des Landes Berlin oder von Genossenschaften befinden. Vor dem Hintergrund eines angespannten Wohnungsmarktes stellt ein ergänzender Neubau in diesen Quartieren eine wichtige Möglichkeit dar, bezahlbaren Wohnraum für alle Berlinerinnen und Berliner zu schaffen. Die vergleichsweise geringe Baudichte in diesen Siedlungen ermöglicht Ergänzungsbauten und Aufstockungen. Im StEP Wohnen sind 30 Siedlungen benannt, die besonders gut geeignet sind für eine städtebauliche Weiterentwicklung in Zusammenarbeit mit den Bezirken, den landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften und anderen Akteuren.

Wohnungsneubau in bestehenden Nachbarschaften bringt oftmals Herausforderungen mit sich, die von den Bewohnerinnen und Bewohnern verständlicherweise kritisch betrachtet werden. Deshalb ist es wichtig, nicht nur neue Wohnungen zu bauen, sondern die Siedlung als Ganzes positiv zu entwickeln und einen Mehrwert für die Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort zu schaffen. Dafür sind ergänzend zum Neubau auch Investitionen in das Umfeld und die Infrastruktur erforderlich. Es soll also ein umfassender Prozess angestoßen werden, im Zuge dessen neben dem Wohnungsneubau auch Einrichtungen der Daseinsvorsorge wie Schulen und Kitas neu geschaffen, das ÖPNV-Angebot ausgebaut und bestehende Grünflächen aufgewertet werden.

Mit dem Neubau können in diesem umfassenden Prozess bisher fehlende Wohnungsangebote geschaffen werden, energetisch effiziente Gebäude mit bedarfsgerechten Grundrissen und barrierefreien Wohnungen entstehen und bestehende Häuser instandgesetzt und an die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner angepasst werden.

Die Broschüre "Quartiere für alle weiterbauen" beschreibt die Potenziale des gemeinwohlorientierten Neubaus in Berliner Siedlungen der Nachkriegszeit. Der Mehrwert für die Wohnsiedlungen wird anhand von 16 realisierten Bauprojekten in Berlin dargestellt. Zudem wird erläutert, wie der Planungsprozess in Berlin abläuft, welche Akteure beteiligt sind, wie Beteiligungsprozesse gestaltet werden und welche Fördermöglichkeiten bestehen.

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PDF Siedlungen Weiterbauen Titelbild / Dirk Laubner
Broschüre "Quartiere für alle weiterbauen"