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Stadtentwicklungsplan (StEP) Wohnen 2030

Einführung


Luftbild Neukölln-Nord; Foto: Dirk Laubner
Luftbild Neukölln-Nord
Foto: Dirk Laubner

Im Jahr 2000 wurde der erste "Stadtentwicklungsplan (StEP) Wohnen" in Berlin beschlossen. Damals bestimmte eine zu Ende gegangene Phase hoher öffentlich geförderter Wohnungsbautätigkeit (die in der Folge der Maueröffnung von 1989 eingeleitet worden war) bei gleichzeitig relativ geringem Bevölkerungswachstum die Situation. Die Kernaussagen des damaligen Stadtentwicklungsplans Wohnen waren eine Abkehr von Großprojekten und eine Hinwendung zu kleinteiligem Wohnungsbau und verstärkten Maßnahmen im Wohnungsbestand.

Das folgende Jahrzehnt von 2000 bis 2010 war gekennzeichnet von einer weitgehend stagnierenden Bevölkerungszahl und einem zunehmenden Wohnungsleerstand, der in der Spitze weit über 100.000 Wohnungen erreichte.

Seit etwa 2010 zeichnete sich eine Trendwende ab. Die Einwohnerzahl in Berlin begann wieder nennenswert zu steigen: Im Jahr 2010 um rund 20.000 Personen, 2011 bereits um ca. 40.000 Personen, und 2012 erneut in der gleichen Größenordnung. Diese neue Entwicklung führte ab dem Jahr 2012 zur Erarbeitung eines zweiten Stadtentwicklungsplans Wohnen, des "StEP Wohnen 2025", der am 08. Juli 2014 vom Berliner Senat beschlossen wurde. Wesentliche Kernelemente dieses Stadtentwicklungsplans waren ein Plan mit Schwerpunkträumen für den Wohnungsneubau (Plan "Große Wohnungsneubaustandorte") und ein bis 2025 errechneter Wohnungsneubaubedarf von rund 10.000 Wohnungen im Jahr. Darüber hinaus wurden zahlreiche Maßnahmen zur Wohnungsmarktentwicklung benannt.

Seither hat sich die Entwicklung mit über 40.000 Personen Zuwachs pro Jahr verfestigt. Darüber hinaus sind im Jahr 2015 zusätzlich zehntausende Geflüchtete in die Stadt gekommen. Der Wohnungsleerstand ist im Jahr 2016 deutlich unter die für einen funktionierenden Wohnungsmarkt erforderliche Größenordnung von 3% gesunken, und liegt z.B. bei den im Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen BBU organisierten Wohnungsunternehmen nur noch bei 1,7%. Zwar hat der Wohnungsneubau in den letzten Jahren wieder zugenommen, aber die Fertigstellungen reichen noch nicht aus. Die deshalb immer größer werdende Diskrepanz zwischen Wohnungsnachfrage und Wohnungsangebot hat zu einem Ansteigen der Immobilien- und Mietpreise geführt.

Hierauf muss mit weiteren Flächenangeboten und verstärkt mit Maßnahmen im Bestand reagiert werden. Dabei ist auf Nachhaltigkeit, d.h. auf eine ausgewogene Balance zwischen Bezahlbarkeit, ökologischen Standards und ökonomischer Angemessenheit der Baumaßnahmen zu achten.

Diese neue Situation erfordert eine Aktualisierung des "StEP Wohnen 2025". Deshalb hat der Senat begonnen, den "StEP Wohnen 2030" zu erarbeiten, dessen Beschuss 2018 vorgesehen ist.