Thematische Planung - Entwicklung der Berliner Wasserlagen
Der Berliner Wasserlagenentwicklungsplan
Wohnbebauung am Landwehrkanal, Kreuzberg
Durch die Beteiligung Berlins am EU-Programm Interreg II C - Baltic Sea Region - Waterfront Urban Development eröffnete sich die Möglichkeit einen gesamtstädtischen Wasserlagenentwicklungsplan (WEP) zu entwerfen. Berlin hat diese Chance ergriffen und das Vorhaben umgesetzt. Der WEP ist dem Leitbild "Innenentwicklung vor Außenentwicklung" und den Handlungsempfehlungen der Lokalen Agenda 21 verpflichtet. Die Präsentation des WEP durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung erfolgt in einer Zeit kritischer Auseinandersetzung mit den überzogenen Wachstumserwartungen der 90er Jahre. Eine realistische Einschätzung von demografischen, sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zeigt, dass die Stadt an besonders attraktiven Stellen nachhaltig weiterwachsen kann und muss. Nicht die Planung komplett neuer Wasserstädte, sondern stufenweise kleinräumige Umsetzungskonzepte sind die Antwort auf gewandelte Bedürfnisse und auf knappe öffentliche Mittel.
Monbijoubrücke und Kupfergraben, Museumsinsel in Mitte
Blick von der Heerstraße auf den Stößensee in Spandau
Die Stadt sieht sich nicht mehr als Bauherr, sondern als Moderator für Investoren und Nutzer. Sie gibt den Blauen Faden der Entwicklung vor, initiiert und steuert die Verfahren gemeinsam mit den privaten Akteuren und beseitigt bürokratische Hindernisse.
Die realistische Einschätzung der Nachfrage und das überreiche Angebot an Bauflächen in der Region erfordern klare Prioritäten. Die Entwicklungsmaßnahmen "Wasserstadt Berlin-Oberhavel", "Parlaments- und Regierungsviertel" und "Rummelsburger Bucht" werden an die Nachfrage angepasst; die laufenden Public-Private-Partnership-Verfahren "Westhafen" und "Spreestadt Charlottenburg" weitergeführt.
Wesentliches Ergebnis des WEP ist darüber hinaus, dass vier Bereiche mit besonderer entwicklungspolitischer Bedeutung kurz- bis mittelfristig auf den Weg gebracht werden sollen. Entlang einer insgesamt 18 km langen Waterfront können in den nächsten Dekaden bis zu 35.000 Wohnungen und bis zu 145.000 Büroarbeitsplätze entstehen.
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