Planen  

 

Archiv: Stadtentwicklungsplan Ver- und Entsorgung 1999

Erläuterungen zu den Karten


 

Allgemeines

Die Karten geben einen Überblick über die städtischen Hauptnetze der einzelnen Ver- und Entsorgungsarten, die Vernetzung der Werke, Anlagen und Stationen sowie die Einbindung Berlins in überregionale Verbundsysteme. Für die Karten wurden in Abstimmung mit den Versorgungsunternehmen die für die Stadtplanung relevanten Standorte, Hauptnetze, Versorgungs- und Einzugsbereiche etc. definiert. Die Karten selbst sind hier im Maßstab M 1: 50.000 dargestellt.

Die Standorte und Bereiche sind block- bzw. gebietsgrenzenscharf erfasst. Dem Zweck der Stadtentwicklungsplanung entsprechend, sind die Leitungen den Straßen, Blöcken und Standorten bzw. Bereichen so genau wie möglich zugeordnet, aber nicht so erfasst, dass sich ihre genaue Lage im Straßenquerschnitt aus diesen Karten herleiten lässt.

Die Übersichtskarten / Teilpläne zum STEP Ver- und Entsorgung enthalten keine Informationen über Leitungsquerschnitte und Anschlussmöglichkeiten von Grundstücken, Flächen und Teilräumen an die Netze und Anlagen der technischen Infrastruktur. Für alle Planungen und Maßnahmen, die inhaltliche Belange der Ver- und Entsorgung betreffen, ist das jeweilige Versorgungsunternehmen zuständig und zu konsultieren.

Für das Brandenburger Umland ist die Darstellung der Topographie beschränkt auf die Gewässer, Bahnlinien, Hauptstraßen und Autobahnen; bebaute Gemeindeflächen sowie die Kreis- und Gemeindegrenzen sind zur Orientierung und Einordnung der technischen Infrastrukturanlagen generalisiert dargestellt.

Die Fülle optischer Informationen führt - im Gegensatz zu den gedruckten Exemplaren - bei den für das Internet aufbereiteten Karten zu teilweisen Einschränkungen der raschen intuitiven Erfassbarkeit. Um dieser Tendenz entgegenzuwirken, sind hier - je nach Versorgungsart - geeignete Darstellungsbereiche definiert worden. Außerhalb der Grenzen der Darstellungsbereiche sind die Karten mit transparenten Masken abgedunkelt.

Darstellungsbereiche können z.B. Stadtbezirke (Bezirke), Gewerbezentren, Wohngebiete o.ä. sein. Um welche Art es sich jeweils handelt, ist am unteren Rand der Karten angegeben.

Karte Abwasserversorgung

Netze der Misch- und Trennkanalisation: Im Innenstadtbereich von Berlin wurde von 1873 an ein Mischkanalisationssystem angelegt, in dem Schmutzwasser von Haushalten, Gewerbe und Industrie und Regenwasser von Straßen und Grundstücken in einem gemeinsamen Kanalsystem gesammelt wird und als Mischwasser im freien Gefälle zu den Pumpwerken strömt. Der Bereich der Mischkanalisation, etwa 100 km² der bebauten Stadtfläche mit 1.900 km Mischwasserkanälen, ist in der Karte gelb hervorgehoben.

Das gesamte übrige Stadtgebiet, die Außenbezirke und der „Innenstadtrand" mit über 300 km² Siedlungsfläche, wird über Trennkanalisationssysteme entwässert. Das Abwasser fließt durch 4.000 km Schmutzwasserkanäle den Pumpwerken zu (Pfeile geben die Fließrichtung an), während das Niederschlagswasser über gesonderte Regenkanäle (3.100 km) auf kürzestem Weg in die Vorfluter abgeleitet wird. Die Schmutzwasserkanäle (braun mit schwarzem Pfeil) haben Querschnitte von 200 bis 1.500 mm.

Die Mischwasserkanäle (mit schwarzem und weißem Pfeil) haben wesentlich größere Abmessungen (von 300 bis 2.000 mm), weil sie bei starken Regenfällen weit größere Wassermenge aufnehmen müssen. In der Karte sind der Übersichtlichkeit halber prinzipiell nur die größeren Kanäle (mit Nennweiten ab 500 mm) dargestellt, aber in Stadtrandgebieten auch die für Teilräume bedeutenden mit geringerer Nennweite (ab 200 mm).

Abwasserpumpwerke und -druckleitungen: Die Berliner Wasserbetriebe betreiben über 146 Abwasserpumpwerke. Von 13 Hauptpumpwerken und über 50 Anschlußpumpwerken werden Schmutz- bzw. Mischwasser durch Abwasserdruckleitungen (über 1.100 km Länge) zu den Klärwerken gefördert. Überpumpwerke transportieren das Abwasser aus tiefliegenden Stadtteilen in den Einzugsbereich des nächstgelegenen Haupt- oder Anschlußpumpwerkes. Sonderpumpwerke dienen der Förderung von gereinigtem Abwasser in die Vorfluter. Von den Hauptpumpwerken aus werden die anderen Pumpwerke des jeweiligen Entwässerungsgebietes technisch überwacht und ferngesteuert. Abwasserdruckleitungen sind in der Karte violett dargestellt.

Klärwerke: Von den Berliner Wasserbetrieben werden z.Zt. sieben große Klärwerke mit einer Gesamtkapazität von 576.400 m³/Tag betrieben. Im Stadtgebiet liegt das Klärwerk Ruhleben die größte und modernste Anlage mit einer Reinigungsleistung von 210.000 m³/Tag. Fünf Klärwerke - mit einer Gesamtkapazität von über 366.000 m³/Tag - liegen im Berliner Umland: Schönerlinde im Norden, Münchehofe im Osten, Waßmannsdorf und Stahnsdorf im Süden von Berlin. In Wansdorf (nördlich Falkensee) ist ein weiteres Klärwerk - als Gemeinschaftsprojekt mit Gemeinden des nordwestlichen Umlandes - neu errichtet (Kapazität 40.000 m³/Tag). Die Berliner Kläranlagen verfügen alle über mechanische und biologische Klärstufen. 6 % des gereinigten Abwassers kam dem Umland.

In den Klärwerken wird auch der Klärschlamm behandelt bzw. thermisch verwertet. Das gereinigte Abwasser wird über die Klärwerksableiter (Gräben, Kanäle oder spezielle Druckleitungen) den Berliner Fließgewässern als Vorflutern zugeführt. Die Klärwerke Waßmannsdorf und Stahnsdorf - sowie Ruhleben im Sommerhalbjahr - leiten ihr gereinigtes Abwasser in den Teltowkanal ein, der zwischen 30 und 60 % der Berliner Klärwerksabläufe aufnimmt. Im Winterhalbjahr leitet das Klärwerk Ruhleben direkt in die Spree ein; der Abfluß von Münchehofe geht über die Wuhle und Erpe in die Spree. Das Klärwerk Schönerlinde entwässert über den Nordgraben in den Tegeler See, teilweise auch über die Panke in die Spree.

Aufbereitung von Oberflächenwasser: Die Berliner Wasserbetriebe bereiten in zwei Anlagen Oberflächenwasser durch Phosphatelimination auf - am Tegeler See und für die Grunewald-Seenkette. In der großen Aufbereitungsanlage in Tegel (Kapazität:100 Mio. m³) wird vor allem Wasser aus dem Nordgraben (mit Ablauf des Klärwerkes Schönerlinde) behandelt, um die Wasserqualität des Tegeler Sees zu verbessern. In einer kleinen Aufbereitungsanlage im Wasserwerk Beelitzhof (Zehlendorf) werden jährlich 3-4 Mio. m³ Wasser aus der Havel von Phosphat gereinigt; mit dem Wasser wird die Grunewald-Seenkette gespeist, um Wasserverluste an das Grundwasser auszugleichen.

Nichtkanalisierte Siedlungsgebiete: Fast das ganze bebaute Stadtgebiet - mit 97 % der Einwohner (Stand 2000) - ist an öffentliche Abwasserkanalisation angeschlossen. Etwa 6 % der Siedlungsfläche - zumeist Kleinsiedlungsgebiete am Stadtrand, überwiegend im Ostteil der Stadt - haben noch keine Schmutzwasserkanalisation (Darstellung als hellbraune Fläche). Nach Planungen des Senats und der Berliner Wasser-Betriebe sollen weitere Siedlungsgebiete vorrangig in Wasserschutzgebieten und im Urstromtal in den nächsten Jahren gemäß Abwasserbeseitigungsplan Berlin an die Schmutzwasserkanalisation angeschlossen werden.