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Stadtentwicklungsplan (StEP) Industrie und Gewerbe

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Oberschöneweide – Standort für Wirtschaft, Lehre und Forschung; Foto:  Dirk Laubner
Oberschöneweide – Standort für Wirtschaft, Lehre und Forschung, Treptow-Köpenick; Foto: Dirk Laubner

Mit dem Stadtentwicklungsplan Industrie und Gewerbe werden die stadtentwicklungsplanerischen Grundlagen zur Flächensicherung und -vorsorge für die Berliner Wirtschaft geschaffen. Er ist Grundlage für alle weiteren Planungen in der Stadt.

Berlins Industrie und Gewerbe entwickelt sich nach dem dramatischen Transformationsprozess infolge der Wiedervereinigung seit einigen Jahren mit neuer Dynamik. Das Wachstum wird von einer Vielzahl kleiner und mittlerer innovativer Unternehmen getragen. Auch international tätige Konzerne bauen ihre Berliner Standorte aus und siedeln neue Funktionen in der Stadt an. Die Nachfrage ist auf unterschiedliche Flächenqualitäten und Teilräume gerichtet.

Für die wirtschaftliche Entwicklung Berlins ist es unerlässlich, eine umfassende Flächenvorsorge zu betreiben. Dies betrifft sowohl die Neuansiedlung als auch die Bestandssicherung und -entwicklung bereits ansässiger Unternehmen. Die Flächenvorsorge hat dabei neben räumlichen, quantitativen und qualitativen Aspekten auch unterschiedliche zeitliche Dimensionen zu berücksichtigen.

Einer qualitativ und räumlich detaillierten Analyse zu Gewerbeflächenbestand und -potenzialen wird eine differenzierte Projektion der Nachfrage gegenübergestellt. Das Flächenpotenzial (neue Flächen) umfasst etwa 790 ha (einschließlich der Sonderentwicklungen, wie z. B. Tegel, sogar rund 1.170 ha). Davon sind 420 ha kurzfristig verfügbar.

Insgesamt verfügt Berlin über rund 4.450 ha gewerbliche Bauflächen (Bestand und Potenzial). Davon werden rund 3.000 ha in 40 Gebieten zum Entwicklungskonzept für den produktionsgeprägten Bereich (EpB) gerechnet.

Insgesamt ist das Angebot an gewerblichen Bauflächen in Berlin ausreichend und angemessen. In einigen Teilräumen, u. a. im Nordwesten der Stadt, zeichnet sich jedoch kurzfristig Handlungsbedarf ab. Dies unterstützt u. a. auch die Entscheidung, auf dem Flughafengelände Tegel einen Forschungs- und Industriepark Zukunftstechnologien zu entwickeln.

Der neue Stadtentwicklungsplan Industrie und Gewerbe besteht aus drei Elementen:
  • Das räumliche Modell zeigt die künftigen Schwerpunkte der gewerblichen Entwicklung in Berlin.
  • Der Konzeptplan beschreibt Qualitäten und Potenziale der Industrie- und Gewerbeflächen, formuliert Maßnahmen zur Standortentwicklung und benennt Prioritäten der Inanspruchnahme neuer Standorte sowie infrastruktureller Vorleistungen.
  • Das Entwicklungskonzept für den produktionsgeprägten Bereich definiert diejenigen Standorte, die aufgrund ihrer Bedeutung für die gewerblich-industrielle Entwicklung in Berlin gesichert werden sollen.

Das Entwicklungskonzept für den produktionsgeprägten Bereich enthält alle größeren zusammenhängenden Gewerbestandorte, denen innerhalb der gewerblichen Flächenkulisse eine herausgehobene Bedeutung für die gewerblich-industrielle Entwicklung Berlins zukommt. Damit bildet das Konzept einen zentralen Bestandteil des Stadtentwicklungsplans Industrie und Gewerbe.

Zentrales Ziel ist die Sicherung dieser Industrie- und Gewerbestandorte für produktionsgeprägte Nutzungen, und zwar zu angemessenen Preisen. Deshalb sollen in den Gebieten des Entwicklungskonzepts Betriebe des großflächigen Einzelhandels, selbstständig genutzte Geschäfts-, Büro- und Verwaltungsgebäude, Sportstätten, Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke sowie Vergnügungsstätten grundsätzlich nicht angesiedelt werden.

Der Stadtentwicklungsplan Industrie und Gewerbe setzt die wirtschaftspolitische Programmatik des Masterplans Industriestadt Berlin in die räumliche Planung um.