Städtebau  

 

Archiv: Spreestadt Charlottenburg

Workshop


"Gehen in der City-West bald die Lichter aus?"


Mit dieser Ausgangsthese hatte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz im April 1995 unter Senator Hassemer einen Workshop initiiert, der die Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen aufzeigen sollte.

Im Workshop-Verfahren wurde das Gebiet der Spreestadt Charlottenburg als ideales Entlastungsareal für die City-Funktionen um den Breitscheidplatz formuliert. Es wurde ein Brückenschlag als fußläufige Verbindung vom Hardenbergplatz nach Norden über den Tiergarten zur Spreestadt vorgeschlagen.

Außerdem sollten verschiedene Verfahren zur Konkretisierung der jeweiligen Handlungsfelder durchgeführt werden.


 

Konzept zur städtebaulichen Aufwertung der City - West


Ergebnis des Workshop City - West

Kritische Stimmen zum "up und down" der westlichen City, Vorwürfe der Konzeptlosigkeit, die sich auch an Einzelprojekten (Zoofenster, Victoria) entzündeten, ließen die Notwendigkeit, sich mit diesem Raum intensiver zu beschäftigen, erkennen. Die städtebauliche Aufwertung der City Bereiche am Zoo ist dabei nicht losgelöst von der Entwicklung insbesondere der City in Berlin-Mitte zu betrachten.

Auf Antrag der FDP Fraktion wurde der Senat aufgefordert, ein Konzept für die städtebauliche Aufwertung der City Bereiche am Zoo auch unter Einbeziehung der Budapester Straße vorzulegen.

Dies hat unsere Verwaltung veranlasst, ein Workshop zur City-West, mit einer ersten Klausurtagung am 28.02.95. mit Referaten zu Themen aus stadträumlicher, ökonomischer, kultureller Sicht und einer anschließenden Aufgabenstellung an fünf Experten durchzuführen.

Den Abschluss des Workshops bildete die Präsentation der Ergebnisse im Beirat für Stadtgestaltung und in einer zweiten Klausurtagung am 06.04.1995 vor den Geladenen der Auftaktveranstaltung.

Details zum Workshopverfahren - Beteiligte an der Rahmenplanung

Veranstalter:
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz

Koordinierung:
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz, Abt. II
Werner Arndt, Werner Bialluch, Christoph Müller-Stüler

in Zusammenarbeit mit:
AchatziArchitekten BDA
Hans Peter Achatzi; Christian Huntgeburth; mit Peter Strzelcyk und Ralf Wollheim

Betreuende Arbeitsgruppe:
Claus Dyckhoff (Baustadtrat Charlottenburg); Edvard Jahn (Arbeitsgruppe für Stadtplanung)

Teilnehmer:
Freie Planungsgruppe Berlin; Krüger, Schuberth, Vandreike; Léon und Wohlhage; Spath & Nagel; Tophof und Hemprich

Workshop - Termine:
1. Klausurtagung: 28. Februar 1995
Ausgabecolloquium: 2. März 1995
Präsentation Beirat; 1. April 1995
2. Klausurtagung: 6. April 1995

Beschluss der Ergebnisse im Senat:
Senatsbeschluss Nr. 6334/95 vom 12. September 1995 Der Senat hat den Schlussbericht über"Konzept für die städtebauliche Aufwertung der City-Bereiche am Zoo unter Einbeziehung der Budapester Straße" beschlossen.
Das Abgeordnetenhaus hat den Schlussbericht (Drucksache 12/6066) vom 29. September 1995 zur Kenntnis genommen.


Erkenntnisse

Gehen in der City-West bald die Lichter aus? Diese Ausgangsthese wurde - falls entsprechende Maßnahmen ergriffen würden - entschärft. Der City-West wird eine gewachsene, tragfähige Struktur attestiert. Die Kleinteiligkeit und Vielfalt der Gesamtstruktur bietet (im Gegensatz zur City in Berlin Mitte) ein hohes Maß an Flexibilität und Entwicklungsfähigkeiten. Deshalb kann die City-West "ups" und "downs" verkraften.

Die polyzentrale Stadtstruktur Berlins findet auch ihren Niederschlag in einer bipolaren Zentrenstruktur. Das erst im Aufbau befindliche Zentrum in Mitte wird die Existenzgrundlage der City-West auch in Zukunft nicht in Frage stellen. Berlin hat Kraft für zwei Zentren. Jedes hat eigene Qualitäten und muss entsprechend entwickelt werden.

Die städtebauliche Topographie der City-West ist Produkt dreier Entwicklungsschübe und damit verbundener Maßstabssprünge:

Villen- und Blockbebauung der Zeit vor 1945, "Offene Stadt" der 50er und 60er Jahre und aktuelle Projekte der 90er Jahre (Jahn, Rogers).
 
Die Gedächtniskirche fokussiert die Kraftlinien. Die Kaiser-Wilhelm- Gedächtniskirche ist der zentrale Bezugsort der City-West. Hier treffen sich die zwei "Spannungsbögen" Hardenbergstraße/Budapester Straße und Kurfürstendamm/Tauentzien. Dieser Ort verträgt eine behutsame Arrondierung, jedoch keine Baumaßnahmen, die in Konkurrenz treten.

Ausgangspunkt der städtebaulichen Aufgabenstellung sollte der öffentliche Raum sein, auf den die öffentliche Hand direktere Zugriffsmöglichkeiten hat.

 
Die Attraktivität der City - West liegt wesentlich in der Qualität ihrer öffentlichen Räume begründet: dem baumbestandenen Boulevard mit seinen kleinen Nebenstraßen ("bummeln statt drängeln"). Es gilt hier zu qualifizieren und Defizite abzubauen (z.B. im Bereich Joachimstaler Straße).

Das breite Spektrum des Handelsangebots am Ku´damm mit der enormen Quantität am Tauentzien bietet Gewähr für eine bleibende Spitzenlage. Dieses qualitative und quantitative Niveau der City-West muss die City in Berlin-Mitte erst erreichen.

 
Die südlichen Tauentzien-Blöcke an der Augsburger Straße befinden sich nutzungsstrukturell in einem defizitären Zustand. Trotz oder wegen des Highlights KaDeWe lädt dieser Bereich weder zum Kaufen noch zum Verschnaufen ein.

Die Neuformulierung einer Nord-Süd-Durchwegung vom Hardenbergplatz zum Hansaviertel und in den Tiergarten ist zu schaffen. Der bestehende unscheinbare Weg entlang der Bahntrasse sollte zur Promenade und so zum Brückenschlag in den Tiergarten werden. Das orthogonale Netz der Straßen könnte um eine Verbindung in Verlängerung der Jebensstraße nach Norden ergänzt werden.

Die Stadt besitzt als einmalige Qualität einen Zoologischen Garten als Oase inmitten ihres Zentrums. Diese Chance soll genutzt und weiterentwickelt werden, indem die fehlende bauliche Integration des Zoos in die Stadt nachgeholt und über die attraktiven Eingangstore hinaus verbessert werden sollte. Besonders das Erscheinungsbild zum Hardenbergplatz ist zu entwickeln.

Der "Dreizack" Hardenbergstraße, Hertzallee und Straße des 17. Juni ist ein zusammenhängendes, klar gefasstes Areal, für das ein Konzept von additiver Verdichtung sinnvoll wäre. Als "Campus City" sollte der Bereich der TU-Berlin über die Hertzallee geöffnet werden und so teilnehmen am öffentlichen Raum. Dem Block um den Wirtschaftshof des Zoos kommt bei der Entwicklung dieses Bereiches eine bedeutende "Trittsteinfunktion" zu.

 
Es wurde deutlich, dass zur Lösung der unterschiedlichen Aspekte und Probleme der City - West konkrete Überlegungen für ein Gesamtkonzept nötig sind. So kann auch auf die verschiedenen Situationen mit unterschiedlichen Maßnahmen "step by step" reagiert werden. Weniger neue Szenarien als eine "Reorganisation der Stadt" tut not. Stadträumliche Defizite sind durch aufeinander abgestimmte, kleine und kluge Einflussnahmen zu korrigieren.

Auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse werden unterschiedliche Aktivitäten und Maßnahmen erfolgen müssen.
 
Erste vertiefende Gespräche mit einigen Eigentümern wurden bereits initiiert. Weitere Gespräche mit Investoren, involvierten Architekten, Interessenvertretungen u.ä. werden folgen. Abstimmungsrunden mit den betroffenen Haupt- und Bezirksverwaltungen werden vorbereitet, damit nicht nur Einzelaspekte, sondern auch grundsätzliche Aussagen für ein systematisches Vorgehen umsetzungsfähig werden. Vertiefungsbereiche gilt es zu definieren für die Einzelmaßnahmen, Gutachten und ggf. auch städtebauliche Ideenwettbewerbe durchzuführen sind.
 


 
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt
Württembergische Straße 6, 10707 Berlin
Telefonzentrale: 030 90139-3000 / Bürgertelefon: 115

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