KPM Stammareal um 1845
KPM Stammareal um 1845
KPM Stammareal, Ansicht um 1845
KPM Gelände; Ende der 60er Jahre
Das erste Gebäude der Königlichen Porzellanmanufaktur entstand 1751 in der Neuen Friedrichstraße (dem Gelände des ehem. Kommandantenhauses). Diese von dem Kaufmann Wegely gegründete Fabrik wurde, nachdem er sie 1757 aus wirtschaftlichen Gründen aufgab, in der Leipziger Straße in der Nähe des Leipziger Platzes vom Kaufmann Johann Ernst Gotskowsky weitergeführt. Nach dessen Bankrott wurde die Fabrik 1763 von Friedrich II. erworben und erhielt den Namen Königliche Porzellan Manufaktur. In ihrer Anfangszeit beschäftigte die KPM bereits 146 Mitarbeiter und erwirtschaftete auch wegen des Produktions- und Verkaufsmonopols ansehnliche Gewinne. Für das seit 1795 produzierte „Gesundheitsgeschirr" (einfache Gebrauchskeramik ohne Bleiglasur) wurde 1817 ein eigenes Manufakturgebäude auf der Ostseite des Schafgrabens, einem Teilgrundstück einer ehemaligen Bleicherei, errichtet. Dort wurden ab 1852 auch Isolierglocken für die neu erfundene Telegrafie hergestellt.
Als die „Königliche Gesundheitsgeschirr- Manufaktur" 1866 schließen musste, wurde die KPM bis 1873 aus dem nunmehr innerstädtischen Gebiet in der Leipziger Straße an den heutigen Standort verlegt. Da die Spree auch als Transportweg genutzt wurde, erhielt die KPM einen kleinen „Hafen" im Mündungsbereich des Schafgrabens. Auf dem nun nach Westen erweiterten Grundstück entstanden einige Neubauten. Nach Plänen von Gustav Möller wurde unter Einbeziehung von bereits vorhandenen Bauten ein annähernd quadratischer Werkhof errichtet mit den vier zentralen Produktionsbauten: Schlämmerei, Formerei/Dreherei, Ofenhaus und Kapseldreherei/Glasur/Malerei. Von dieser zentralen Anlage sind drei Bauten erhalten. In den darauf folgenden Jahrzehnten wurde das Manufakturgelände kontinuierlich erweitert sowie um- und ausgebaut.
Das KPM-Gelände erstreckte sich bis zur heutigen Straße des 17. Juni (vorher Berliner Str.). Neben Arbeiterwohnhäusern von 1819, entstanden dort so genannte Beamtenwohnhäuser. Der Bau eines neuen Rundofens und eines Verkaufs- und Ausstellungsgebäudes 1913/16 sind die vorerst letzten Neubauten für die KPM, die in den Zwanzigerjahren in „Staatliche Pozellanmanufaktur Berlin" umbenannt wird.
Während des zweiten Weltkrieges wurde das KPM-Gelände im November 1943 zu rund 80% zerstört. Daraufhin verlagerte man den als kriegswichtig eingestuften Teil der Produktion nach Selb in Oberfranken, wo 1944 die Fertigung begann. Bereits 1946/47 produzierte die KPM wieder am alten Standort und ging 1949 durch Verordnung der britischen Militärregierung in den Besitz der Stadt Berlin über. Der Neubau der Anlage begann ab 1954 nach Plänen von Bruno Grimmek, der Schafgraben mit seinem Hafen wurde zugeschüttet und auf dem nun rund 50.000 m2 großen Grundstück entstanden Werkhallen, Laboratorien und Verwaltungsgebäude in der charakteristischen Stahlbetonskelettbauweise.
Die KPM ist die einzige Manufaktur im Bereich Berlin / Potsdam, die von den ursprünglich ca. 50 Betrieben, die seit dem Ende des 17. Jahrhunderts gegründet wurden, noch weitergeführt wird. Die drei erhaltenen zentralen Bauten der KPM von 1868 - 1872 gehören zu den ältesten erhaltenen Gewerbebauten in Berlin und stehen unter Denkmalschutz.