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Archiv: Planwerk Westraum 2004

Planungsleitlinien für den Westraum


Wirtschaftlicher Strukturwandel - Der Westraum ist auf dem Weg zu einem modernen Arbeitsort

Traditionsreiche Spandauer Betriebe, wie das BMW Motorradwerk sind Ankernutzungen, die den Erhalt der Gewerbestandorte im Spreetal ermöglichen sollen. Trotzdem verringert sich die Zahl der Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe kontinuierlich. Die gute Erschließung der Standorte, die Lagegunst am Wasser und das soziale Erfordernis rechtfertigen ein besonderes Engagement Berlins, den Strukturwandel und die Ansiedlung moderner Arbeitsplätze zu forcieren. Handlungsschwerpunkte für die Etablierung neuer Arbeitsplätze sind die besonders attraktiven Flächen nördlich und südlich der Spreemündung, am U-Bahnhof Haselhorst und am S-Bahnhof Stresow.

Der zentrale Ort Spandau etabliert sich zwischen Spreemündung und Fernbahnhof

Das Spandauer Zentrum hat durch den Fernbahnhof an Anziehungskraft gewonnen. Die Ansiedlung großflächigen Einzelhandels zieht neben positiven Effekten auch zahlreiche Probleme für das besonders wertvolle Zentrum in der Altstadt nach sich. Der historische Kern muss sich neu profilieren. Nachdem die Verkaufsflächen in den letzten Jahren um mehr als 30 000 m² zugenommen haben, müssen nun die übrigen für ein Hauptzentrum notwendigen Funktionen, wie Möglichkeiten zur kulturellen und Freizeitbetätigung, zur Bildung und Information sowie gastronomische Angebote weiterentwickelt werden. Altstadt, Sophienwerder und die Geschützgießerei sind dafür geeignete Standorte. Auch die Zitadelle muss durch bessere Uferwege und neue Brückenverbindungen wieder an das Zentrum angeschlossen werden.

Neue Perspektiven für den Westraum trotz Nutzungswandel und "Schrumpfung"

Standorte des produzierenden Gewerbes stehen auch im Spreetal zunehmend leer. Können neue Nutzungen gefunden werden, benötigen diese häufig weniger Fläche. Neue Technologien setzen auch auf weitergenutzten Standorten Flächen frei. Standorte und Flächen, die nicht mehr benötigt werden und für die absehbar kein Ansiedlungsbegehren besteht, brauchen Zwischennutzungen oder zumindest ein ansprechendes äußeres Erscheinungsbild, um die Qualitätsminderung des Gesamtraumes zu verhindern. Teile des Stresow, das Wasserwerk Jungfernheide und Teile des Südhafens sind Standorte mit Flächenangeboten, die einen sehr unterschiedlichen und differenzierten Umgang mit dem Problem erfordern. Als Maßnahmen eignen sich eine stärkere Nutzungsmischung in Verbindung mit baulicher Neuordnung und öffentlichen Zugangsmöglichkeiten, eine Gliederung der Gebiete durch dauerhaftes oder temporäres Begrünen sowie Anlegen naturnaher Landschaften in der Stadt.

Entwicklung der Landschaftsstrukturen - Der Westraum erhält neue Anziehungskraft.

Die den Westraum durchziehenden Flüsse, der Hohenzollernkanal, die Hangkante der Teltowhochfläche sowie die zahlreichen Gräben sind bandartige geologische Strukturen, die die Landschaft des Westraums prägen und ihr ein typisches Erscheinungsbild geben. Zusammen mit den wichtigsten Verkehrsadern verbinden diese Bänder die für den Westraum charakteristischen Siedlungsinseln und vernetzen sie mit der Gesamtstadt. Diese natürlichen Strukturen sind das Grundgerüst für neue Wege und Verbindungen vom Schloss Charlottenburg zum Zentrum Spandau, vom Tegeler Forst zum Volkspark Jungfernheide und einen Höhenwanderweg zwischen Charlottenburg und Spandau. Durch diese Wege können alle wichtigen Orte im Westraum zu Fuß oder per Rad erreicht und attraktive Möglichkeiten für die Naherholung in der Stadt geschaffen werden.

"Neu Tegel" - Ein neuer Stadtraum ist zu integrieren.

Durch die geplante Schließung des Flughafens Tegel TXL nach Eröffnung des Flughafens Berlin Brandenburg International (BBI) werden zahlreiche Wohn- und Erholungsgebiete im Umfeld außerordentlich an Qualität gewinnen. In besonderem Maß gilt das für die Wasserstadt am Spandauer See, für die Wohngebiete im Spandauer, Reinickendorfer und Pankower Raum sowie den Tegeler Forst. In Verbindung mit neuen Baugebieten kann ein attraktiver wald- und wassergeprägter Siedlungsraum mit breitem Nutzungsspektrum entstehen. Der Kurt-Schumacher Platz, als Zentrum des neuen Stadtraumes, erhält zusätzliche Erweiterungsmöglichkeiten. Der heutige Flughafenterminal mit seinem Umfeld kann mit innovativen, zukunftsweisenden Nutzungen weiterhin Merkzeichen und Anziehungspunkt für Berlin sein.

Weitere Informationen finden Sie unter:
Karte der Planwerke mit Fokus auf dem Planwerk Westraum