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Planwerk Südostraum

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Leitlinien für die zukünfigte Entwicklung des Südostraums-Berlin

Gateway to Germany - Impulse des Hauptstadtflughafens BBI nutzen
Der neue Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg International BBI ist ein wichtiger wirtschaftlicher Impulsgeber für die Metropolregion Berlin-Brandenburg, besonders für die Bundeshauptstadt Berlin. Gerade der Berliner Südosten wird von dieser Entwicklung profitieren.

Über die neuen Verkehrswege, wie die Autobahn A 113 oder den Flughafenexpress, wird es schnelle Verbindungen vom BBI in die Berliner Innenstadt geben.

Der Südostraum wird zukünftig für viele BBI-Nutzer der erste Berührungspunkt mit Berlin sein. Damit wird er "Visitenkarte der Stadt". Er bedarf daher einer besonderen städtebaulichen Aufmerksamkeit und Sorgfalt.
 
Entwicklungsachse zwischen BBI und Innenstadt profilieren – Strukturwandel zum modernen Wirtschaftsstandort fortsetzen
Durch die Lage und Nähe zum Flughafen BBI können besonders die Wirtschaftsstandorte im Berliner Südosten profitieren. Dieser gesamtstädtisch bedeutsame Entwicklungskorridor erstreckt sich von der Airport-City in Schönefeld über den BBI-Business Park Berlin, Adlershof, Altstadt Köpenick, Oberschöneweide und den innerstädtischen Spreeraum bis zur Innenstadt und zum Hauptbahnhof. Er ist einer der Strategieräume der Berliner Stadtentwicklung.

Mit Adlershof, der Stadt für Wissenschaft, Wirtschaft und Medien verfügt er bereits heute über einen hochmodernen Forschungs- und Wirtschaftsstandort mit einer Ausstrahlung weit über Berlin hinaus. Innenstadtnahe Arbeitsstandorte wie im Gewerbegürtel zwischen Tempelhof und Treptow erhalten neue Lagequalitäten, die deren Strukturveränderung und Profilbildung unterstützen. Dabei sollen die Standorte für Produktion, Dienstleistung, Forschung und Wissenschaft zukunftsfähig weiterentwickelt werden.
 
Imageraum Spree – vielfältige Potenziale aufgreifen, gestalten und verknüpfen
Die Spree ist das prägende naturräumliche Gerüst des Südostraums. Entlang der Spree spannt sich ein vielfältiger Raum mit städtischen Kernen, Industriearealen, neuen Standorten der Kreativwirtschaft, unterschiedlichen Wohngebieten, aber auch mit alten Wäldern, großen Parkanlagen und attraktiven Sportflächen.

In der Vielfältigkeit des Raumes liegt die Chance zur Entwicklung und Imagebildung. Die Lage am Wasser sollte noch besser zur Geltung gebracht werden. Daher sind die Stadträume auf den Fluss zu orientieren. Die Ufer sollen für Fußgänger und Radfahrer erreichbar und durchgängig erlebbar werden.
 
Die unterschiedlichen Stadtquartiere zukunftsfähig weiterentwickeln - Zentren stärken, Stadt vernetzen
Im Südostraum findet man sehr unterschiedliche Stadtquartiere: von dichter Innenstadtbebauung über Siedlungen des Reformwohnungsbaus bis hin zu Großsiedlungen wie der Gropiusstadt.

Aufgrund naturräumlicher und verkehrlicher Barrieren und der Folgen der Teilung Berlins wirkt die Stadtstruktur in großen Teilen sehr fragmentarisch. In vielen Teilräumen besteht die Chance, sie durch Umstrukturierungen und Weiterentwicklungen der inneren Potenziale zu arrondieren und besser untereinander zu vernetzen. Dabei sollen Nutzungsbarrieren wie Gewerbeflächen, großflächige Kleingarten- und Sportareale und Friedhöfe durchlässig gestaltet werden.

Die Zentren des städtischen Lebens, wie Altstadt Köpenick, Bahnhofstraße, Karl-Marx-Straße, Tempelhofer Damm und Schöneweide sind zu stärken und als wichtige Identifikationsorte in ihrem Profil weiterzuentwickeln. Die Inwertsetzung kultureller und stadträumlicher Potenziale wie das Kindlareal in Neukölln oder die Stadtumbaugebiete Südkreuz und Neukölln sind weitere zentrale Bausteine für die Entwicklung der Stadtquartiere, der Stadtteilzentren und der Arbeitsstandorte.
 
"Neukölln am Wasser" – neue Qualitäten für die Quartiere zwischen Tempelhofer Feld und Spreeraum aufzeigen
Entlang des S-Bahn-Rings prägt die kompakte gründerzeitliche Baustruktur der innerstädtischen Wohnquartiere den Südosten. Die Qualitäten und Potenziale dieser urbanen Quartiere wie z.B. Neukölln-Nord werden zunehmend erkannt.

Maßnahmen des Stadtumbaus, des Quartiersmanagements sowie der Stadterneuerung unterstützen den Aufwertungsprozess und fördern bürgerschaftliches Engagement und Identifikation in den Gebieten.

Mit der Entwicklung des Tempelhofer Feldes zum Park erhalten die Quartiere zudem eine neue Lagegunst.

Ziel ist es daher, Wegeverbindungen aus den Wohnquartieren zum neuen Park und zu dem Natur- und Erholungsraum im Spreeraum zu schaffen und vorhandene weiter auszubauen. Die Ufer am Landwehrkanal-, am Neuköllner Schifffahrts- und am Teltowkanal sind ebenfalls besser zugänglich zu machen und in ihrer Aufenthaltsqualität zu entwickeln.
 
Attraktivität als gesamtstädtischen Freizeitort nutzen – Angebote für Erholung, Sport und Entspannung erweitern
Mit den Wäldern, Parkanlagen und Gewässern, mit Ausflugslokalen, Ausflugsdampfern, mit Beachvolleyball, Strandbars, Skaterbahnen, Wander- und Radrouten gibt es im Südostraum eine Mischung und Überlagerung von Spannung und Entspannung. Dieses Standortprofil soll weiter qualifiziert werden.

Mit dem Berliner Mauerweg wurde bereits eine beispielhafte überörtliche Verbindung für Fußgänger und Radfahrer realisiert. Zur besseren Vernetzung der attraktiven Orte sollen weitere An- und Verbindungen entlang der Spree und der Kanäle berücksichtigt und geschaffen werden. Direkt an der Spree bietet das Gelände des ehemaligen Spreeparks in einzigartiger Lage hervorragende Möglichkeiten für eine qualitätvolle Nachnutzung.

Für die Wuhlheide ist das vorliegende Entwicklungskonzept weiterzuverfolgen, das auf die Stärkung der familienfreundlichen Freizeitangebote im Kontext mit dem umgebenden Naturraum zielt.
 
Wasserlagen als Reichtum des Südostens profilieren – Flüsse und Kanäle erlebbar machen
Der Südosten ist reich an Wasserlagen, jedoch sind die damit verbundenen Chancen bislang nur zum Teil genutzt. Nicht nur Spree und Dahme, sondern auch die bisher unbeachteten Uferabschnitte der Kanäle sollen entsprechend ihrer landschaftlichen und städtischen Unterschiedlichkeit differenziert gestaltet werden.

Erlebbare Flüsse und Kanäle sind Standortqualität und ein durchgängiges Entwicklungsmotiv für den Raum. Hierfür sollen die Wasserläufe sichtbar gemacht, die vorhandenen Wege am Wasser ausgebaut, Promenaden und Wegeverbindungen ergänzt werden. Die Wasserlagen sollen aber nicht nur in der ersten Reihe erlebbar sein, sondern bis in die benachbarten Stadtbereiche hineinwirken.
 
Erreichbarkeit der Landschaftsräume verbessern – die großen Parks und innerstädtischen Waldflächen integrieren und die Landschaftsbezüge weiter qualifizieren
Die landschaftlichen Qualitäten sind wichtige Standortfaktoren für den Südostraum. Mit den alten und neuen Parkanlagen, wie der Hasenheide oder dem Britzer Garten, den großen Stadtwäldern des Plänterwaldes, der Wuhl-, Königs- und Köllnischen Heide, verfügt der Südostraum über Naherholungslandschaften, die in enger Nachbarschaft zu den Siedlungsräumen liegen. In Zukunft wird es darum gehen, Vorhandenes zu qualifizieren, Lücken im Freizeit- und Erholungsnetz zu beseitigen sowie punktuell besondere Lagen zu erschließen.

Mit wenigen Maßnahmen viel erreichen ist die Herausforderung. Neue Formen der Nutzung wie interkulturelle Gärten oder Sportparks, aber auch kreative Zwischen- und Nischennutzungen können Brüche und Lücken im Stadtkontinuum temporär oder auch dauerhaft bespielen. Sie helfen der Profilierung des Raumes insgesamt.
 
Stadt-Umland-Zusammenarbeit fortsetzen – Umfeld des Flughafens BBI abgestimmt entwickeln
Im Rahmen des Planwerks Südostraum wurde für das direkte Flughafenumfeld gemeinsam mit Schönefeld und der Flughafengesellschaft ein zusammenhängender Masterplan Gateway BBI erarbeitet. Er formuliert ein klares städtebauliches und landschaftsplanerisches Entwicklungskonzept für die Flächen östlich und nordöstlich des BBI.

Damit soll sichergestellt werden, dass der gestalterisch hochwertige Flughafen ein adäquates Umfeld erhält und erkennbare Standortqualitäten geschaffen werden. Die Beteiligten haben sich auf eine stufenweise Realisierung ausgehend von drei Polen geeinigt. Diese Kernbereiche sind der BBI - Terminal mit der Airport-City sowie der BBI Business Park in Berlin und Waltersdorf-Nord / Kienberg in Schönefeld. Die gemeinsame übergreifende Rahmensetzung im Masterplan Gateway BBI gibt die Orientierung für die weitere Entwicklung des Flughafenumfeldes.

Weitere Felder für eine übergreifende Zusammenarbeit sind die Abstimmung der gestalterischen Qualitäten im Flughafenumfeld sowie die Verknüpfung und Qualifizierung der Freiraumbezüge und Freiraumqualitäten im Stadt-Umland-Zusammenhang.
 
Akteure aktivieren – Kooperationen animieren
Stadtentwicklung braucht privates Engagement. Die Entwicklung neuer Wohn- und Arbeitsgebiete kann nur mit privaten Investoren und Nutzern funktionieren, die Belebung der Stadtteilzentren ist abhängig von Händlern, Einkäufern sowie sozialen und kulturellen Aktivitäten. Dabei trägt das bürgerschaftliche Engagement ganz wesentlich zur Stabilität und Aufwertung der Stadtquartiere bei.

Bürgerschaftliches Engagement und Eigeninitiativen werden deshalb durch Programme wie Quartiersmanagement, Stadtumbau oder die Zentreninitiativen "Mitten drin" und "Aktive Zentren" unterstützt. Durch Kombination dieser Maßnahmen untereinander oder mit Projekten wie der Umgestaltung des Rütli-Campus werden die Wirkungen verstärkt und Synergieeffekte entstehen. Im Hinblick auf die städtebauliche Verknüpfung ist zudem die Kooperation zwischen den Bezirken wichtig, gerade auch an der innerstädtischen Nahtstelle von Neukölln, Friedrichshain-Kreuzberg und Treptow-Köpenick. Für Investitionen und Kooperationen wird mit dem Planwerk ein stadtplanerischer Rahmen geschaffen.
 
Karte der Planwerke mit Fokus auf dem Planwerk Südost