Planen  

 

Planwerk Innere Stadt

Vielfalt und Prozesshaftigkeit


Bürgerwochenende: Vorstellung der Freiflächenplanungen für die Tempelhofer Freiheit, August 2010
Bürgerwochenende: Vorstellung der Freiflächenplanungen für die Tempelhofer Freiheit, August 2010
Foto: Roger Freyer

Vielfalt und Prozesshaftigkeit der städtebaulichen Strategien

Ein herausragender Wert Berlins liegt in seiner kreativen Offenheit, die im Nebeneinander verschiedener Milieus von Identitätsvielfalt und spezifischen Lebensräumen deutlich wird.

Statt fertiger Lösungen sind flexible anpassbare Planungsschritte aufzuzeigen, Milieus zu identifizieren, Adressen zu entdecken, um ein breit gefächertes Angebot für verschiedene Modelle urbanen Lebens in einer konkurrenzfähigen, international ausgerichteten und lebenswerten Innenstadt zu entfalten. Gleichzeitig gilt es, die vorhandenen städtebaulichen Brüche und die unterschiedlichen historischen Schichten, die in unterschiedlichem Umfang noch erkennbar sind, zu berücksichtigen. Die Stadtgesellschaft fordert einen differenzierteren Umgang mit diesem kulturellen Erbe der Stadt. Begrenzte finanzielle Mittel und geringerer Investitionsdruck erfordern, den Zeitfaktor stärker zu berücksichtigen.

Notwendig ist daher eine intensive Arbeit in kooperativen Prozessen mit flexiblen Masterplänen an ausgewählten Orten. Die Hinwendung zu einer offenen Diskussion über Baukultur unterstützt diesen Anspruch. Dieser offene Prozess spiegelt sich in unterschiedlichen städtebaulichen Strategien und Leitbildern wider, die den konkreten Ansprüchen der Akteure vor Ort gerecht werden. Das Planwerk Innere Stadt öffnet sich damit für die Chancen und Potenziale, die sich aus der Unterschiedlichkeit von Teilräumen und Orten ergeben. Eine Beschränkung auf eine Leitidee greift vor dem Hintergrund des Betrachtungsraums zu kurz.

Die Erarbeitung der "Leitlinien für die City West" und die kooperative Planung Heidestraße/Europacity zeigen beispielhaft wie es gelingen kann, gemeinsam mit den wichtigsten Akteuren vor Ort konkret und kooperativ zu arbeiten, sich auf gemeinsame Ziele zu verständigen, Maßnahmen festzulegen und sie dann in städtebauliche Entwürfe hineinzugeben. Gleichzeitig müssen Anregungen und Einwürfe von Experten aus unterschiedlichen Themenfeldern hinzugezogen werden, um die Vitalität und Offenheit von Planungsprozessen zu unterstützen. Außerdem gilt es weiterhin, in diesen Prozessen die Innenstadt durch mehr Wohnnutzung zu stärken.