Planen  

 

Archiv: Planwerk Innenstadt

Arbeitsweise

Das Planwerk als Planungskonzept für die Gesamtberliner Innenstadt, das sich auf eine Fläche von 30 qkm bezieht, war nicht mit den üblichen Wettbewerbsverfahren zu bewältigen. Ein so komplexer Planungsprozess ist auf ständige Kommunikation, Rückkopplung und öffentlichen Diskurs, der die Stadtgesellschaft einbezieht, angewiesen.

Ein solches Projekt hätte die Verwaltung allein überfordert. Sie hat sich daher in zwei Projektteams der technischen und inhaltlichen Unterstützung durch freiberuflich tätige Städtebauer, Architekten, Stadttheoretiker, Gartenarchitekten, Verkehrsplaner bedient. Zusätzlich waren Juristen, Stadtökonomen und Umweltexperten beratend tätig. Einbezogen war auch der Planungsbeirat der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, der dreimal ausführlich Stellung bezogen hat.

Der Beteiligungsprozess der Stadtöffentlichkeit war gleichermaßen aufwendig wie ertragreich und hatte nur wenig zu tun mit der notwendigen Eindimensionalität gesetzlicher Bürgerbeteiligungserfordernisse für einzelne Bebauungspläne. Die Beteiligung erfolgte auf mehreren Ebenen. Zum einen in der Form öffentlicher Diskussionen zu einzelnen Themen im Rahmen von insgesamt sechzehn öffentlichen Stadtforums- bzw. Stadtprojektesitzungen. Zusätzlich wurde der Planungsprozess in fünf Ausstellungen dokumentiert. Ausstellungen und Debatten fanden in der Fach- und Tagespresse, im Radio und TV nationale, in einigen Fällen internationale Beachtung.

Parallel zu den öffentlichen Sitzungen wurden acht Teilbereiche entwurflich vertieft bearbeitet. Dies geschah in Planungswerkstätten und diskursiven Verfahren nach dem Prinzip des runden Tisches mit den bezirklichen Planern, den betroffenen Bewohnern, Initiativen und Institutionen, den bezirklichen Co-Gutachtern und den zuständigen Senatsbehörden. Neben den räumlichen Vertiefungen gab es fachliche Vertiefungen folgender Aspekte: Verkehr, Freiraum, Stadtökonomie, Bodenpolitik, rechtliche Machbarkeit, Bevölkerungsentwicklung, Infrastrukturausstattung, Lärm- und Umweltproblematik.

Sowohl die Ergebnisse der räumlichen als auch der sektoralen Arbeit sind in die Planungswerkstätten eingeflossen, so dass die geänderten Pläne nicht nur städtebauliche Entwurfsvarianten, sondern im besten Sinne auch eine Qualifizierung der ersten Entwürfe darstellen. Im Ergebnis ist das Planwerk ein Rahmenplan auf der Grundlage eines städtebaulichen Leitbildes, der Ähnlichkeiten mit den traditionellen Fluchtlinienplänen hat. In dieser Form soll er als gesellschaftliche Verabredung für die schrittweise Realisierung nach Kriterien nachhaltiger Innenstadtentwicklung dienen.