Städtebau  

 

Archiv: Hauptstadt Berlin - Dokumentation der Arbeitsphasen

Internationaler Städtebaulicher Ideenwettbewerb Spreeinsel


Die Spreeinsel bildet den zweiten räumlichen Schwerpunkt des Entwicklungsgebietes "Hauptstadt Berlin". Stadtgeschichtlich ist dieser Ort von großer Bedeutung. Hier liegen die Anfänge der Besiedlung der Doppelstadt Berlin-Cölln, hier befindet sich das historische Zentrum Berlins mit dem ehemaligen Stadtschloß, dem nachfolgenden Palast der Republik, der Schloßbrücke, dem Marstall, der Friedrichswerderschen Kirche und dem Areal der Bauakademie. Der Ideenwettbewerb Spreeinsel wurde Ende 1993 ausgelobt. Notwendig wurde der Wettbewerb aufgrund der Entscheidung, auf der Spreeinsel Außen- und Innenministerium unterzubringen und damit innerhalb der Stadt einen zweiten Regierungsschwerpunkt zu bilden. Ziel des Wettbewerbes waren geeignete Vorschläge zur Neugestaltung der historischen Mitte Berlins - eine große Herausforderung für die Teilnehmer, zugleich aber auch die entscheidende Schwierigkeit des gesamten Planungsverfahrens. Denn die öffentliche Meinungsbildung und Diskussion über die Zukunft dieses sensiblen Bereiches ist bis heute keineswegs abgeschlossen. Das haben die Diskussionen über den Abriss des Palastes der Republik und den Wiederaufbau des Schlosses, des künftigen Humboldt-Forums, die bis in die Gegenwart fort dauern, gezeigt.

Der Wettbewerb wurde als Auswahlverfahren in zwei Phasen durchgeführt. In der ersten Phase waren anonym eingereichte, skizzenhafte städtebauliche Entwurfsideen gefordert, die in der zweiten Phase von den ausgewählten Teilnehmern konkretisiert werden sollten. Von den 1.105 eingereichten Beiträgen wurden 52 für die zweite Phase bestimmt.

Erster Preisträger war der Berliner Architekt Bernd Niebuhr. Sein Konzept orientiert sich weitgehend am historischen Stadtgrundriss und sieht einen Neubau am Standort des Stadtschlosses in Form eines geschlossenen Baukörpers in Anlehnung an die historische Schlosskubatur vor. Darüber hinaus hob das Preisgericht die Anordnung und Raumbildung des Neubaublockes für das Auswärtige Amt besonders hervor.

Der städtebauliche Wettbewerb Spreeinsel hatte deutlich geringere unmittelbare Folgen als der Ideenwettbewerb Spreebogen. Dennoch ist die Wiederherstellung des historischen Stadtgrundrisses, angepasst an die Erfordernisse der gegenwärtigen Stadt, in den anschließenden Planungen fortgeführt worden.

Internationaler Städtebaulicher Ideenwettbewerb Spreeinsel

Zweiphasiger Auswahlwettbewerb

Auslobung: 23. August 1993
Preisgericht 1. Phase: 13.-15. Dezember 1993
Preisgericht 2. Phase: 9.-11. Mai 1994
Teilnehmerzahl 1. Phase: 1.105
Teilnehmerzahl 2. Phase: 52

Preise
  • 1. Preis: Bernd Niebuhr, Berlin
  • 2. Preis: Krüger, Schuberth, Vandreike, Berlin
  • 3. Preis: R. Rast, Bern
  • 4. Preis: O. M. Ungers mit St. Vieths, Köln
  • 5. Preis: Hentrich-Petschnigg & Partner, Berlin
  • Ankäufe:
    Langhoff, Schäche, Hänni, Berlin;
    Baltin, Bolwin, Müller-Hertlein, Richter, Karlsruhe;
    Zlonicky, Wachten, Ebert, Dortmund;
    Ortner & Ortner, Berlin;
    Holzbauer, Wien;
    Alt, Britz, Saarbrücken;
    Drumm, Zahn, Frankfurt a.M.

1994 - Städtebauliches Konzept für die Spreeinsel (Modell); Entwurf: B. Niebuhr
1994 - Städtebauliches Konzept für die Spreeinsel (Modell); Entwurf: B. Niebuhr

Städtebauliches Konzept für die Spreeinsel; Entwurf: B. Niebuhr
1994 - Städtebauliches Konzept für die Spreeinsel;
Entwurf: B. Niebuhr