Städtebau  

 

Archiv: Hauptstadt Berlin - Dokumentation der Arbeitsphasen

Zietenplatz und Hausvogteiplatz


Karte - Zietenplatz und Hausvogteiplatz

Südlich der Ministergärten führt die Route über die Voß- und Mohrenstraße zum Zietenplatz. Der Straßen- und Platzbereich untergliedert sich in drei Abschnitte unterschiedlicher Breite. Die Maße gehen auf die 1732 geschaffene Doppelplatzanlage von Wilhelm- und Zietenplatz zurück. Der westliche Teil stellt die mittige Durchfahrung des ehemaligen Wilhelmplatzes dar. Sie wurde mit Errichtung der Untergrundbahn im Jahr 1909 geschaffen, besaß zu dieser Zeit aber ein gänzlich anderes Aussehen. Die ursprüngliche, rechteckige Platzfläche wurde in den 1970er Jahren mit dem Gebäude der Tschechischen Botschaft im Süden und später mit einem Wohn- und Geschäftshausblock im Norden überbaut. Der mittlere, bis zur Mauerstraße reichende Abschnitt wurde von 1849 bis 1945 Zietenplatz genannt. Die Benennung geht auf das 1794 enthüllte Standbild des Reitergenerals Hans Joachim von Zieten zurück. Gemeinsam mit fünf weiteren Generalstandbildern bildete es ein einzigartiges Denkmalensemble auf dem Platzareal. An der nördlichen Ecke zur Mauerstraße liegt heute die Thüringische Landesvertretung. Im Jahr 2003 wurde das Denkmal des Husarengenerals von Zieten wieder aufgestellt, ihm folgte das Standbild des Alten Dessauers am 8. Juni 2005. Der nach einem Entwurf des Landschaftsarchitekten Reinald Eckert, Berlin neu gestaltete Zietenplatz ist im Juni 2007 der Öffentlichkeit übergeben worden.

Der Spaziergang führt uns weiter über die Mohrenstraße, vorbei am Gendarmenmarkt, dem Justizministerium und den Mohrenkolonnaden, die auf öffentlichem Straßenland stehen und durch die Entwicklungsmaßnahme wieder instand gesetzt werden konnten. Der Hausvogteiplatz liegt an der Schnittstelle zwischen den historischen Stadtteilen Friedrichswerder und Friedrichstadt. Er war als Bastion Teil der Festungsanlage und vor dem Zweiten Weltkrieg Zentrum des weithin bekannten Berliner Mode- und Konfektionsviertels. Auf Grundlage eines gartendenkmalpflegerischen Gutachtens des Büros Lesser Sayrac, Berlin, das den Hausvogteiplatz als stadthistorisch bedeutsame "Traditionsinsel" beschrieb, wurden der Platz und die angrenzenden Straßen bis zum Herbst 2001 wieder hergerichtet.

Südlich des Hausvogteiplatzes liegt die Kindertagesstätte Jerusalemer Straße. Das Gebäude wurde als Wettbewerbsbeitrag vom Architekturbüro Volker Staab, Berlin entworfen. Die Kindertagesstätte für 180 Kinder verfügt über einen 3.000 m² großen Garten und Terrassen, die über eine Freitreppe verbunden sind. Die verglasten, aus der Fassade ragenden halbhohen "Kuschelkerne" und großen Fenster demonstrieren Transparenz und stellen einen sichtbaren Kontakt nach außen her.
2009 - Zietenplatz
2009 - Zietenplatz

2007 - Hausvogteiplatz
2007 - Hausvogteiplatz