Städtebau  

 

Archiv: Hauptstadt Berlin - Dokumentation der Arbeitsphasen

Prioritäten im Straßenbau


Zu Beginn der Entwicklungsmaßnahme wurde ein Prioritätenplan für den Straßenbau entwickelt. Er sollte eine verlässliche Zeit- und Finanzplanung ermöglichen. Jede Einzelmaßnahme konnte gemäß ihrer Dringlichkeit eingestuft werden. Der Straßenbau für die Stadtmitte lässt sich demnach grob in zwei Abschnitte fassen. Höchste Priorität hatte der Straßenneubau für das Parlamentsviertel im Spreebogen. Im zweiten Schritt wurde das vorhandene Straßennetz verbessert, vorrangig beiderseits der Straße Unter den Linden. Diese Abfolge wurde während der Gesamtmaßnahme im Wesentlichen eingehalten, trotz mehrfacher Änderungen im Detail.

Nach Berliner Auffassung sollte der "regierungsnahe" Straßenverkehr stadtverträglich sein und sich in die historisch gewachsenen Verkehrsachsen und Verkehrsströme einpassen. Damit ist das Verkehrsnetz gleichwertig auf Regierungs- und auf Stadtfunktionen ausgerichtet.

Am Beispiel der Alleen entlang des Kanzleramtes und der Parlamentsgebäude lässt sich das zeigen. Die Ingeborg-Drewitz- und Otto-von-Bismarck-Allee im Norden und die Joachim-Karnatz- und Paul-Löbe-Allee im Süden erschließen das Parlamentsviertel in Ost-West-Richtung. Die Kronprinzenbrücke wurde wiederhergestellt, die Moltkebrücke und die Brücke Alt-Moabit wurden für die neuen Aufgaben instandgesetzt. Zum Tiergarten hin grenzt die Scheidemannstraße das neue Regierungsquartier ab, während die Heinrich-von-Gagern-Straße das Viertel quert. Mit dieser Straßenführung ist es gelungen, das "Band des Bundes" fast nahtlos in die Straßeninfrastruktur der Stadt zu integrieren.

Die Erschließung in Zahlen (Stand 12/2006)
Finanzvolumen Erschließungsmaßnahmen (Straßen-, Leitungsbau) 300 Mio. Euro
davon verausgabt ca. 70 Prozent
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Straßenbauprojekte gesamt 140
davon abgeschlossen oder im Bau 100
Gesamtlänge 25.000 m
Gesamtfläche 520.000 m²
verausgabte Mittel (= 66 Prozent des Finanzvolumens Straßenbau) 138 Mio. Euro
Leitungsbau Wasser, Abwasser, Strom, Gas, Telekommunikation, Fernwärme
Gesamtlänge bisher
25.000 m
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Finanzvolumen Brücken- und Uferbau gesamt 74 Mio. Euro
Brückenbauprojekte 14
davon abgeschlossen 12
Uferbaumaßnahmen 10
davon verausgabt 71 Prozent
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Wiederherstellung und Neubau von Plätzen, Freiflächen und Grünanlagen 37
(Ausgleichsmaßnahmen für baubedingte Baumfällungen) 6
davon fertig gestellt 27
in Planung 10
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1995 - Bauphasen im Straßenbau; Quelle: DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft
1995 - Bauphasen im Straßenbau
Zur Aufrechterhaltung des Straßenverkehrs wurde die Abfolge der einzelnen Straßenbaumaßnahmen festgelegt
Quelle: DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft